Darf es etwas mehr sein?

21. April 2010

Foto: Der schicke Hänger mit tollen Leuten…

Wenn ich in jüngster Zeit weniger im Blog schreibe, so hat das nichts mit „Faulheit“ oder „die-allgemeinen-Blogzurückhaltung“ zu tun, sondern ganz einfach die Zeit. Die Endphase des Umbaus fordert doch viele Überlegungen. Dazu kommen in dieser Woche tägliche (!) Abendtermine. so war ich gestern in Visselhövede bei einer HelfRecht Veranstaltung.

Am Montag habe ich mir aus Rotenburg einen Verkaufshänger geholt. Keine Sorge, das mobile Teile wird wieder zurück gebracht. Es wird nur in dieser Woche eingesetzt, weil der Verkaufsraum der Fleischerei überarbeitet wird. Die Kunden finden es sehr angenehm in einer marktähnlichen Form Fleisch und Wurst zu kaufen. Für Erika Wulf, Anja Hinz und Christiane Rode  ist es allerdings nicht so einfach. Sie müssen die Lebensmittel sehr weit tragen um an den Wagen und ins “Festzelt” vom Festzelt zu gelangen. Die Temperaturen im Hänger sind leider nicht sehr angenehm. Da hilft nur freundlich lächeln, warm anziehen und fragen: „Darf es etwas mehr sein…!“

Die letzten Tage des Umbaus verlangen von allen etwas mehr Einsatz. Ich danke Euch! (Nachher wird alles besser)

Schneer Schwattbrot mit Rökerfleisk

17. April 2010

Ich lese gerade das Wörterbuch vom „Ollenborger Münsterland  – Use Wörbauk“ Darin sind zahlreiche Ausdrücke und Wörter zusammengefasst (13.000 Stichwörter)
Ich möchte einfach einmal einige Dinge aus der Küche, Fleischerei und Restaurant vorstellen:

Aulamm – weibliches Lamm
Beist – junges Rind
Duube – Taube
Goos – Gans
Imme – Biene
Kalw – Kalb
Kauh  – Kuh
Schwien  -Schwein
Wäk  -männliche Gans
Brai – Porree
Brökbohnen – Brechbohnen
Bullenkruut  -Wolfsmilchgewächs
Dillkruut – Dill
Haolerbeern – Holunderbeere
Kauhfleischk  -Kuhfleisch

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Staubige Sache

15. April 2010

  Foto: Der letzte Schmutz ist im Bachshopbereich zusammen gefegt…Meine Haare werden vom Staub noch heller… :-)

Staub, Staub und Staub – das so etwas nicht in einem Verkaufsraum einer Fleischerei passt, dass ist jedem klar. Der Putzer hat die Wände mit Gips in einem unglaublichen Arbeitstempo fertig gestellt, so dass die anderen Handwerker enorm unter Druck kamen. (aber alle Handwerker machten  einen tollen Job!) Morgen kommen die letzten Fensterelemente und weil für Fegen, Aufräumen und Wegräumen wenig Zeit bleibt, habe ich heute meinen grünen Gartenkittel angezogen und mächtig Staub aufgewirbelt. Die drei großen Container vor dem Geschäft sind fast alle randvoll – so dass ich unseren Müllcontainer auch noch mit eingebunden habe.
Die letzten Tage des Umbaus werden wir auch noch überstehen, damit es bald in den neuen Räumen heißt: „Essen kommen!“

Das Handwerk in Aktion

12. April 2010

Als ich heute auf unsere Baustelle kam, sah ich fast 20 Handwerker bei der Arbeit. Elektriker, Trockenbauer, Tischler, Zimmermann, Fliesenleger, Schlosser, Sanitär und Heizung und einen Fleischer…
Die alte Inneneinrichtung wurde ausgebaut (Theke und Holzverkleidung) und auf den Container verladen. Die neue MKN-Bratzeile wurde eingebaut und der Tischler baute schon die ersten Gegenstände ein. Es wurde kräftig in die Hände gespuckt. Die Harmonie unter den Handwerkern war sehr gut und kollegial. so macht bauen auch Spaß.

Am Limit

10. April 2010

Foto: Ludger Freese

So ein Samstagnachmittag  kann zeitlich ganz schön eng sein. Heute standen einige Buffets auf der Küchenliste, die fast 450 Personen abdecken. Ich möchte einmal schildern, in welch engen Zeitfenster gearbeitet wird.
Zu den ersten größeren Buffets habe ich die kalten Speisen und das Geschirr vorab gebracht. Um 15:45 Uhr bin ich abgefahren und war gegen 16.10 Uhr auf der Bauerndiele bei  Dötlingen. Wir hatten zwei große Buffets an Bord. Die erste Feier (50.Geburtstag) fand in einer alten Bauerndiele statt. Buffet aufbauen, Dessert und Antipasti ausrichten.

Von hier geht es weiter zur nächsten Bauerndiele die in Richtung Wildeshausen liegt. Hochzeit – 80 Personen - nicht vor 17:00 Uhr das Buffet aufbauen – so stand es auf dem Auftragszettel. Wir waren aber gegen 16:45 Uhr am Veranstaltungsort. Buffet aufbauen, Geschirr schleppen (Suppenteller, Teller, Dessert, Kaffeegeschirr…) Kerstin bleibt vor Ort, weil gegen 18 Uhr schon die Gäste zum Empfang geladen waren. Sie deckt die Tafel ein.

Ich fahre schnell zurück weil ich um 17:30 Uhr schon wieder mit einem Buffet nach Wildeshausen muss. Bin sehr pünktlich um 18 Uhr beim Kunden (20 Pers. italienische Buffet) In der Zwischenzeit fährt ein anderes Auto zur Hochzeitsgesellschaft (Essen: 18:15 Uhr)

Im Visbeker Rathaus findet ein A-Cappella Konzert statt. Das  Finger-Food Buffet soll gegen 18 Uhr da sein. Das 3.Auto übernimmt diese Tour. Ich komme gegen 18:30 Uhr zurück.

Mein nächstes Buffet für den 50. Geburtstag wartet schon auf mich. Leider wurde es ins falsche Auto geladen – schnell umladen – weil ein weiteres Buffet um 18:45 Uhr in Ahlhorn (15 km) sein soll. Zwei Buffets fahren zeitgleich vom Hof. Um 19:05 Uhr treffen ich mit den heißen Speisen beim 50. Geburtstag (25km) ein…aufbauen…mit dem Gastgeber reden…mit einzelnen Gästen kurz sprechen…Das Buffet wird um 19:30 Uhr vom Gastgeber eröffnet. Gegen 19.35 Uhr Rückfahrt nach Visbek. (Ich fahre wie ein Herr L.Hamilton [siehe Foto] ) Ein 80 Personen-Buffet wird gerade verladen – es bleibt aber im Ort. Zwischendurch wurde noch ein 30.Geburtstag (60 Pers.) bedient. (auch in Visbek)

Um 20:15 Uhr kommt meine Frau von der Hochzeit zurück, mit Schmutzgeschirr und leeren Töpfen. Die Hochzeitsgesellschaft war sehr zufrieden. Das letzte Fahrzeug kommt um 20:25 Uhr zurück – alles gut gelaufen, alle Buffets waren pünktlich und die Gastgeber waren zufrieden. Um 20:30 Uhr kommt die Feuerwehr auf den Hof gefahren. „Brennt es bei uns?“ Die beiden Feuerwehrleute (eine Dame war dabei): „Nein, wir haben keine Grillwurst mehr! Können wir noch 50 Bratwürste bekommen?“
Jetzt muss die Küche gereinigt werden, denn am Sonntag ist Erstkommunion in Visbek. (…und wir sind seit September 2009 ausgebucht) Die Vorbereitung läuft…. Ein ganz normaler Samstag…

Fehler im Detail

8. April 2010

Foto: Roastbeef in der Aufschnitttheke

Hier die Lösung: Im weißen Kreis ist der Fehler zu sehen. Wir haben folgenden Fehler gemacht: Das Roastbeef wird im Backofen bei 110°C gebraten. Wir haben den Ofen vorgeheizt. Dabei wird natürlich auch die Nadel des Kerntemperaturmessers heiß, der später Auskunft über die Temperatur im Fleisch gibt. Sticht man nun die heiße Metallnadel in das Fleisch, gar an dieser Stelle das Fleisch schon und kann nicht mehr rosa bleiben. (siehe Kreis). Hätten wir vorher die Nadel im kalten Wasser kurz abgekühlt, wäre kein grauer Kern entstanden. Die Nadel sollte beim Start des Bratvorgangs die gleiche Temperatur wie das rohe Fleisch haben.

Als ich heute in unsere Aufschnitttheke sah, entdeckte ich beim Roastbeef einen echten „Anfängerfehler“. Ich habe das Stück einmal im Bild  festgehalten. Entdecken Sie den Fehler? Wo haben wir beim Braten des Stückes einen Fehler gemacht…? (kein schlimmer Fehler…)

Imbiss Philosophie

7. April 2010

Als ich heute im Auto auf „Bremen eins“ einen Beitrag über Dittsche hörte, waren meinen Ohren hellwach. Ich mag den Humor sehr, weil er sehr aktuell und ohne Drehbuch vorträgt. Dittsche steht dabei mit einem blau-weißen Morgenmantel in einer Imbissbude und spricht über aktuelle Themen. Die Sendung sehe ich immer mal wieder.
Dittsche spricht dabei ständig mit dem Imbisswirt Ingo.
Dieser Ingo (Jon Flemming ) ist nun heute Abend in Bremen zu Gast und liest aus seinem Buch:  „Der Fritten Humbolt“ Er ist durch Deutschland gefahren und hat einige  Imbissbetriebe besucht, wo das „Imbissherz noch schlägt“
Zu dieser Lesung habe ich nun Karten gewonnen, weil ich die Fragen nach Dittsches Bademantel beantworten konnte. Es soll -  so der Moderator von Radio Bremen – sogar eine Bratwurst in den Pausen angeboten werden. Na dann lohnt sich der Weg nach Bremen doch immer. (…auch wenn die Bratwurst nicht von uns kommt)

Kirmes bei Freese?

6. April 2010

Jetzt steht unser „alter Imbiss“ leer. Alle Stühle, Tische und Bilder sind raus. Die Theke (1970) und die Verkleidungen werde ich in den nächsten Tagen abbauen. Damit jedoch der Verkauf weiter läuft, haben wir vor dem Geschäft einen kleinen „Kirmes“ aufgebaut. Ein Zelt mit Tischen und drei Ausgabentheken stehen für unsere Kunden bereit. Im Bratwurststand werden die gewünschten Pommes, Bratwürste und Steaks gebraten. Das Ganze ist für unsere Kunden sehr ungewohnt. Sie finden es aber richtig gemütlich im Zelt und freuen sich auf den täglichen Mittagstisch, der nun ins Zelt gebracht wird. Die Handwerker können nun ungestört in den Endspurt gehen…

Boereworst “South-African”

1. April 2010

  Foto: South-Africa grüßt mit einer leckeren Wurst…

Die Mannschaft von Jogi Löw steht noch nicht einmal, aber die Produkte um die Fußball WM werden schon stark beworben. Ob nun ein Flachbildschirm oder die Reise nach Südafrika – es gibt unzählige Produkte, die sich mit dem Thema Afrika beschäftigen. Ich persönlich finde  es gut, dass Afrika in den Blickpunkt der Welt gerückt wird. (Auch wegen Malawi)

Irgendwie logisch, dass auch unsere Zulieferfirmen für Gewürze mit dem „Produkt Afrika“ etwas bewegen wollen. Wir haben heute erstmals eine „Boereworst South African“ hergestellt und das in Anlehnung an einem original Rezept aus Südafrika!!! Ich habe das Rezept von unserem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dieter Mertens (heute 25 Jahre im Dienst), bekommen. Diese Spezialität ist typisch für Süd-Afrika und wurde von den Buren eingeführt. Sie zeichnet sich durch eine sehr herzhafte Würzung aus. Auf Essigrotwein  habe ich jedoch verzichtet, weil ich das in der Wurst nicht mag. 
Oft werden diese Bratwurstschnecken dort mit Stückgewichten von mehr als 2000 g angeboten. Wir haben zur Einführung die Wurst mit 300 g (!) hergestellt. Ich halte dieses Gewicht für völlig ausreichend, weil so eine Wurst als „Teamleistung“ gegessen werden soll. (11 Freunde sollt ihr sein…) Erste Probieraktionen waren heute sehr erfolgreich… Ich hoffe, dass die “Boereworst” in unserem Team ( Online-Shop “MyBratwurst.de”)) einen Stammplatz bekommt.

Das Rezept: Lammkeule auf Heu

29. März 2010

Nicht nur zu Ostern schmeckt Lammfleisch besonders gut. Ich stelle heute einmal ein Rezept vor, dass besonders gut duftet und „mal-etwas-anderes“ ist: Lammkeule auf Heu. Dazu haben wir frisches Alpenwiesen-Heu aus dem Drogeriemarkt geholt. Bitte sorgen Sie dafür, dass das Heu nicht an der heißen Backofenwand kommt. Es könnte sonst im Backofen brennen!
Das Rezept folgt hier und weitere Lammfleischrezepte finden Sie auf unserer Homepage. (und in der Saftpresse [Seiten mit der Maustaste umblättern] ) 

Viel Spaß mit dem Video – holen Sie Ihre Gäste auf eine frische „Heuwiese“… Der Festtagsbraten wird so besonders interessant.

  • Zutaten:
    • 2 kg Lammkeule
    • 2 Handvoll frisches Wiesenheu (gibt es z.B. bei Schlecker in kleinen Gebinde)
    • 50g Butterschmalz
    • 50g Knoblauchbutter
    • 100g Zwiebel
    • Salz und Pfeffer
    • 50g Karotten
    • 50g Lauch
    • 40g Mehl
    • 2 Knoblauchzehen
    • 50g Butterschmalz
    • 1 Zweig Salbei
    • 1 Zweig Rosmarin
    • Gewürznelken
    • Piment
    • 1 Lorbeerblatt
    • 2 EL. Tomatenmark
    • 1/3 l Spätburgunder
    • Butter
    • Petersilie
    • Schnittlauch
    • Zitronenmelisse

Zubereitung:
Die Keule ausbeinen, Fett und Hautchen abschneiden, mit Salz und Pfeffer würzen und im heißen Butterschmalz rundum anbraten. Die vorher zubereitete Kräuterbutter zugeben und die Keule darin brutzeln lassen. In einem Bräter das Heu verteilen, Fleisch darauf legen und mit dem Bratfett übergießen. Ca. 2- 3 Stunden im Ofen bei ca. 150°C garen. (Vorsicht. Das Heu kann brennen) Knochen im Butterschmalz anbraten, kleingeschnittenes Wurzelgemüse zugeben und mitbraten, Kräuter und Gewürze zufügen und mit etwas Wasser aufgießen. Flüssigkeit mehrmals reduzieren und angießen, zum Schluss mit Mehl bestäuben und mit Wein und 1 l Wasser ablöschen. Soße gut durchkochen und ca. 2 Std. ziehen lassen.
Die Kräuter-Knoblauchbutter stellt man am besten 1-2 Tage vor der Verwendung her und lässt sie im Kühlschrank gut ziehen.
Als Beilagen eignen sich Bohnen, Spargel und Kartoffeln.