Mit der “Friedenswurst” zum Katholikentag nach Münster

23. April 2018

Foto: Die “Friedenswurst” gibt es bald erstmals in Münster

Mit einer „Friedenswurst“ präsentieren wir uns erstmals auf einen Katholikentag! Vom 10. – 13.Mai 2018 findet das Fest der Begegnungen in Münster statt. Eine riesige Veranstaltung, die im Vorfeld unglaublich viel Organisation erfordert. Schon vor über einem Jahr trat das Offizialat aus Vechta an mich heran, ob ich mir vorstellen könnte, eine „Friedenswurst“ zu kreieren. Sofort löste der Funke ein riesiges Ideenfeuerwerk in mir aus.  Soll die Wurst kalt oder warm gegessen werden? Soll sie zum Grillen sein?  Darf sie aus Schweinfleisch hergestellt werden? Wie und wo soll sie angeboten werden?

Nach vielen Sondierungen verdichtete sich die Idee in eine schmachhafte Wurst. Die „Friedenswurst“ wird eine Art Mettwurst, die man aus der Hand ohne Geschirr essen kann – einfach und ohne viel Tamm Tamm. Die Wurst bekommt zusätzlich das Arttribut „Friedenswurst – die Wurst zum Teilen!“ Die mit Chili abgeschmeckte Wurst fand in einer Probeverköstigung sehr viel Zuspruch.

Wir werden die Wurst nicht direkt auf dem Katholikentag anbieten, sondern am „Abend der Begegnung“ – quasi der Heilig Abend des Mega-Events.  Auf dem Platz vor der „Überwasserkirche“ wird die Delegation aus dem Oldenburger Land seine Köstlichkeiten anbieten. Viele namhafte Hersteller werden hier die Gäste kulinarisch begleiten. Wir werden im Zelt der „Brauerei OLs-Brauhaus“ die Friedenswurst anbieten. Die Synergie herzhafte Wurst und leckeres regionales Bier passt perfekt zusammen. Wir freuen uns auf viele Besucher, tolle Gespräche und einen erlebnisreichen Abend im schönen Münster.

Wir möchten Sie aber auch ermutigen, den Katholikentag in Münster zu besuchen. „Suche Frieden“ – unter diesem Motto kann man selber die Zukunft mitgestalten und Zeichen setzen.

Foto: Die Visbeker “St.Vitus-Kirche”…die Friedenswurst macht sich auf den Weg!

Wenn es mal schnell gehen muss: Lachs und Ratatouille

14. April 2018

Foto: Lachs, Ratatouille und Kartoffel-Rösti…einfach und schnell zubereitet

Heute möchte ich ein Gericht vorstellen, dass wir so unseren Gästen im Restaurant serviert haben: Norwegischer Lachs mit Ratatouille-Gemüse und Kartoffel-Rösti.

Lachs mit Salz, Pfeffer, Dill und etwas Zitronensaft würzen. Auf ein Bratbleck legen.  Den Ofen auf 160°C vorheizen und den Fisch etwa 15 – 20 Minuten braten. Dann kurz ruhen lassen.

Für das Ratatouille: Tomaten, Champignons, Zwiebeln, Zucchini, Paprika würfeln und in einen Kochtopf geben. Meersalz, Kräuter der Provence und etwas Knoblauch dazugeben. Alles bei schwacher Hitze etwa 10 Minuten köcheln lassen.

Die Kartoffel-Rösti ausfrittieren und alles zusammen auf den Teller anrichten.

Ein einfaches Gericht, dass man sehr schnell zubereiten kann. Alternativ zum Ratatouille kann man auch frischen Spargel verwenden.

Neue Grillbratwurst vom Kollegen – Testbericht

7. April 2018

Foto von links: Käse-Lauch Bratwurst, schwarzer Knoblauch Griller, Texas Griller

Unter Kollegen zusammenarbeiten – für mich immer sehr wichtig, weil man sich sehr gut ergänzen und austauschen kann. Ein ganz besonderes Verhältnis habe ich zum Kollegen Clemens Thale aus dem 12 km entfernten Wildeshausen. Schon seit Generationen haben unsere Betriebe ein freundschaftliches Miteinander, von der Ausbildung zum Fleischer/ Fleischereifachverkäuferin bis zum Einkauf von Wurst. Wir gehen dabei sehr offen und ehrlich miteinander um. Mit Tipps, Ratschlägen oder auch Aushelfen, wenn es mal eng wird – all das wird wie selbstverständlich zusammen gemacht. Wir sprechen über Zahlen, Kollegen, die Branche, Kunden und auch viel private Dinge.

Als ich vor einigen Tagen dort war, drückte mir Clemens Thale jun. ein paar seiner neuen Bratwurstkreationen in die Hand. „Hier, probiere mal unsere neuen Sorten! Habe neue Grillprodukte gemacht!“ Neugierig und dankbar habe ich die Wurst in Empfang genommen. Ich mag gerne etwas probieren, besonders wenn es schon auf den ersten Blick sehr vielversprechend aussieht. Clemens probiert immer sehr viel aus und zeigt dabei seine besondere Liebe zum Handwerk. Er liebt es, Wurst zu machen und seinen Kunden das vorzustellen. Das erinnert mich sehr oft an meine Zeit, als wir noch die Fleischerei geöffnet hatten. Den Kunden immer wieder mit kreativen Produkten begeistern – diesen Anspruch wird Clemens immer wieder gerecht. Das dabei nicht immer alles gelingt, liegt in der Natur der Sache. Ich habe selber oft Produkte, die nicht immer gelingen. Mein Qualitätsanspruch gleicht dem von Clemens: „Was mir nicht schmeckt, schmeckt meinen Kunden auch niht!“

Die Wurst von Clemens Thale wird bei mir nie alt – ich brenne schon auf der Rückfahrt auf die Verkostung. Er ist ein Macher und genießt dafür meine höchste Anerkennung.

Folgende Grillwurst hat er mir mit dem Nebensatz eingepackt: „…es kommen noch mehr neue Sorten dazu!“ Käse-Spinat Bratwurst, schwarzer Knoblauch Grillbratwurst und die Texas-Griller. Probiert habe ich am selben Abend noch die Käse-Spinat Bratwurst. Der erste Eindruck gab mir später Recht. Deutlich ist der Spinat zu sehen und die Käsestückchen. Das muss schmecken. Die Farbe der 90g Wurst ist wunderbar goldbraun. Geschmack: sehr milder Käse, das gepaart mit dem Spinat und der Würzung ein sehr harmonischen Zusammenspiel ergibt. Empfehlung von allen Testern: 10 Punkte (von 10 möglichen)

2. Test: Schwarzer Knoblauch Grillbratwurst. Die 90g Grillwurst ist farblich deutlich dunkler. Kleine schwarze „Flecken“ zeigen ein sehr lebhaftes und buntes Bild – ich vermute, dass der schwarze Knoblauch für diese Maserung verantwortlich ist. Schon ungebraten schmeckt die Wurst herrlich und nicht aufdringlich nach Knoblauch. Vom Grill ist sie sehr prall und im Biss knackig. Der schwarze Knoblauch passt hervorragend zur Wurst. (ich habe tatsächlich nach dem Fotoshooting zwei Bratwürste davon gegessen) 10 von 10 Punkte für diesen Schönling.

3.Test. Die Texas-Griller. Schon die Farbe der Wurst verrät, dass hier mit einer Barbecue-Sauce gearbeitet wurde. Etwas dunkler als die anderen, vom Geruch her schon etwas würziger und die Konsistenz der Wurst nach dem Grillen war etwas flaumiger. Die BBQ-Sauce kommt in der Wurst deutlich hervor, leicht rauchig und mehr tomatiert. Ich bin nicht der ganz große Fan von so kräftigen Noten und gebe daher 8 Punkte. Das ist aber eine rein persönliche Meinung.
Lieber Clemens. Großes Kompliment für Deine neuen Stars der Theke. Wildeshausen und die Region hat einen großartigen Wurstmacher, der handwerkliche Wurst liebt und seine Kunden damit etwas sehr Gutes tut. Weiter so!

Genusszeiten und viele außergewöhnliche Genuss-Erlebnisse

29. März 2018

Foto von Julia Pöstges (Fotowerk): Petra Pekeler beim Bier-Tasting.

“Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Teresa von Ávila (1515-1582) – mit diesem Zitat kann man das „Hobby“ von Petra Pekeler gut umschreiben. Sie ist ein Genuss-Mensch und ist ständig auf der Suche nach besonderen Genuss-Erlebnissen. Petra hat sich in der Region einen Namen gemacht mit den geführten Kneipentouren „Wirtshausgeschichten“. Auf den abendlichen Streifzügen durch die gastronomische Welt der Stadt Vechta, erzählt Sie sehr unterhaltsame Geschichten über die Kneipen und zum Thema Bier. Die Führungen beginnen oder enden dabei meistens in der Brauerei „Stierbräu“. Der leckere Gerstensaft darf dabei natürlich nicht fehlen. Dabei ist Petra sehr kreativ! Sie macht Führungen zum Junggesellenabschied, Mädelsabend mit Fotoshooting und leckeren Essen zum Abschluss (oft von einem namhaften Partyservice aus Visbek :-) )

Zusätzlich bietet die sympathische Dame gesellige Bierabende an, bei denen Sie meistens acht verschiedene Biere vorstellt: Craft Biere und Biere aus der Region. Der Spaß am Ausprobieren, interessante und amüsante Bierfakten sowie eine lockere Atmosphäre stehen dabei im Vordergrund. Durch ihre zahlreichen Führungen, hat Sie ein Gespür für die Interessen der Gruppen gewonnen. Daraus ergibt sich, dass fast alles Touren sehr schnell ausgebucht sind (oder man bucht Sie für eine private Führung als Firmenevent).

Aber auch abseits vom Bier, interessiert Sie sich für die lokalen Spezialitäten. Sie schaut über den Tellerrand hinweg, und besucht auch Events wie z.B. das Dinner-Event von Kalieber im Museumsdorf.
Hervorheben möchte ich auch noch die Seite: „Genüssliche Termine im Oldenburger Münsterland“. Hier zeigt sich einfach, dass Sie sehr gut vernetzt ist und immer Ausschau nach besonderen Genüssen in der Region hält. Mir ist im Moment kein anderes regionales Portal bekannt, wo Genusstermin so zusammengetragen wird. All diese „Arbeit“ macht sich nebenberuflich – obwohl ich mir sicher bin, dass Petra Ihre Aufgaben nicht als Arbeit sieht.

In unserer heutigen oft hektischen Zeit sollte man sich hin und wieder kleine Auszeiten vom Alltag gönnen und besondere Genuss-Momente genießen. So ein Moment könnte z.B. unser Segeltörn sein, der vom 24.-26.August 2018 unter dem Motto „Genuss unter Segel“ steht. Petra Pekeler wird die Reisegruppe begleiten und uns über Bier einen Vortrag mit Verköstigung präsentieren. Noch ein Grund mehr, sich zum Segeltörn anzumelden. Wir freuen uns über so viel Fachwissen an Bord.

Foto von Julia Pöstges, Fotowerk Vechta

Das 10-Gang Menü im Hangar 7

20. März 2018

Foto: Gemütliche Runde mit sehr netten Piraten von der “Insel.Zeit!”

Wenn ich hier im Blog über ein ganz besonderes Event schreibe, dann versuche ich diese Begeisterung weiterzutragen. Ich hatte vor einigen Tagen eine Einladung nach Salzburg in den „Hangar 7“ von Red Bull. Die „Insel.Zeit Piraten von der Kos-Gruppe“ hatten zum Treffen nach Österreich eingeladen. Die Anreise ist natürlich sehr weit, aber die Lokation und der besondere Ort im Gebäude versprachen für mich eine Art Bildungsreise.

Carina aus der Gruppe arbeitet im Medialen Bereich des Saftherstellers. Sie hat schon sehr viele Spitzenköche aus aller Welt visuell begleitet und konnte uns daher die Türen im „Hangar 7“ öffnen. Wir waren nicht im normalen Gastrobereich des architektonisch sehr schönen Gebäudes, sondern als besondere Gäste mitten in der Küche unter zahlreichen Köchen.

Zunächst haben wir die Ausstellung besucht. Formel-1 Fahrzeuge, Flugzeuge, die Raumkapsel von Felix Baumgartner und viele weitere Hingucker waren für mich als Rennsport-Fan ein wahres Erlebnis. Die Küche befand sich im unteren Bereich des Gebäudes. In der Küche arbeiten ca. 35 Köche. Wir wurden per Handschlag von den Hauptköchen begrüßt. Unser festlich gedeckter Tisch befand sich mitten in der Küche – ein Platz, an dem nur sehr wenige Menschen Zugang finden. Wir hatten ständig Blick auf das emsige Geschehen der gesamten Crew. Wir wurden sogar aufgefordert, uns zwischen den Köchen zu bewegen, Fragen zu stellen und die Arbeit zu fotografieren. Für mich unglaublich, weil hier nur die „Créme de la Créme“ sehr konzentriert und hochprofessionell arbeiten muss.

Die Küche im „Ikarus“ (so heißt das Restaurant) hat die Besonderheit, dass jeden Monat ein Spitzenkoch aus der Welt als Gastkoch dort seine Gerichte präsentiert. „Die besten Köche der Welt“ – so heißt auch die Sendung von Servus-TV (Red Bull Kind) – die das Genussvolle Event immer vorstellen. Im März ist Nick Bril (ausgezeichnet mit drei Michelin Sterne) Gastkoch. Er hat in einer alten Kirche in Antwerpen seinen Gourmettempel (The Jane, Antwerpen, Belgien)

Das 10-gänige Menü wurde vom Weinsommelier und Chefkellner Max hervorragend präsentiert. Bei jedem Gang kamen einige Köche an unseren Tisch und stellten die wunderschön hergerichteten Speisen vor. Dazu wurden passenden Spitzenweine serviert. Die Kombination Essen-Aufmachung-Vorstellung-Genuss-Harmonie-Spaß-Küchenduft und über die Schulter schauen, machten aus diesen Abend ein unvergessliches Erlebnis.

Mein Dank für die Einladung gilt meinen Freunden von der „Insel.Zeit“ und ganz besonders an Carina für Ihr Arrangement. Ich bin sehr gerne zum „Essen kommen!“ nach Salzburg gefahren.

Wie siehst Du Tierwohl – Zeit zum Handeln?

15. März 2018

Foto von: Ramona Unger
Über das Thema „Tierwohl – Tiergesundheit“ wird sehr viel diskutiert. Viele Meinungen, Blickwinkel, Interessen und Ansichten prallen hier aufeinander. Letztendlich ist dieses komplexe Thema eine gesellschaftliche Aufgabe, die so gelöst werden sollte, dass fast alle damit zufrieden sind. Eine 100%-ige Übereinstimmung aller Bedenkenträger wird es hier nie geben, weil der Handel, die Landwirte, das Fleischerhandwerk, die Fleischindustrie, der Verbraucher, der weltweite Handel und der Gesetzgeber unterschiedliche Interessen haben. Leider können uns hier die Tiere – um denen es eigentlich in erster Linie geht – keine Auskunft geben.

Natürlich versuche ich mich auch darüber zu Informieren. Wir kaufen unsere Waren dazu sehr bewusst ein. Eigentlich wollte ich dazu eine Interviewserie starten, mit Persönlichkeiten aus den Verbänden, der Industrie, dem Handel und mit Kollegen. Meine Region ist bundesweit wegen der enormen Viehdichte bekannt und hat dazu viele Interviewpartner. Bei der Erstellung der Fragen wurde mir aber deutlich, dass man ein so umfassendes Thema nie mit ein paar Fragen beantworten kann. Tierwohl ist heute ein zentrales Thema, das vom Kunden zurecht eingefordert wird. Hier beginnt aus meiner Sicht schon die Diskrepanz, weil Fleisch immer noch als „Lockmittel“ auf den Angebotsflyern zieht. Wer billig verkaufen möchte, muss auch entsprechend günstig einkaufen. Das geht dann über Menge, Schnelligkeit, günstige Lohnkosten und viele weitere Stellschrauben. Viele Parameter kommen immer wieder beim Tier an. Tierwohl rückt dann leicht in die zweite Reihe, weil wirtschaftliche Interessen in der ganzen Schöpfungskette zu bestimmend sind.
Foto von: Pascal Sasse
Ich finde, dass hier das Bezahlsystem an die Landwirte eine Veränderung bringen könnte. Faktoren wie Stallanlage (Tieranzahl im Stall, Lüftung, Licht, Stroh) Freilauf, der Einsatz von Medikamente, usw. sollten bei der Bezahlung der Tiere mit berücksichtig werden. (Anmerkung: Warum kann der Landwirt eigentlich nicht seinen Verkaufspreis selber bestimmen, statt dessen bekommt er einen Preis vorgesetzt?)  Das sich „Mehrarbeit“ auch auf einen „Mehrpreis“ ausschlägt, ist logisch und nachvollziehbar. Wenn aber der Landwirt durch ein anderes Bezahlsystem mehr verdient, kann das Tierwohl viel schneller umgesetzt werden.

Nur der Verbraucher hat hier die Macht durch sein Einkaufsverhalten eine Marktveränderung herbeizuführen. Diese „Macht“ wird jedoch immer wieder mit „Billigpreisen“ entmachtet – und der Lebensmittelhandel schafft dazu immer wieder Verlockungen. Diese Entwicklung ist nur schwer zu durchbrechen.

Sehr positive Konzepte schaffen hier aber eine langsame und ich hoffe langfristige Veränderung. So begrüße ich den Meinungswandel des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur Haltungskennzeichnung bei Tieren. (Ähnlich wie bei den Eiern) Es gibt aber auch sehr gute Ansätze wie den „Aktivstall für Schweine“ den „Privathof von Wiesenhof“, Artgerechte Schweinhaltung (Kontaktaufbau zu Züchtern von Schweinen, Facebook), Freilandhaltung wie z.B. auf dem Adrianenhof und viele Tierhaltungen in kleinsten Einheiten. Aber auch Interessensverbände versuchen hier den Dialog zwischen der Landwirtschaft, der Gesellschaft, Handel und Kunden aufzubauen. Exemplarisch möchte ich hier die „AEF-OM“, Initiative Tierwohl und den Tierschutzbund benennen.

Es gibt hier sehr viel Menschen, die eine außergewöhnliche Haltungsform für mehr Tierwohl bieten. Ich kenne leider nicht so viele. Bestimmt gibt es aber unter den Lesern einige, die über besondere Landwirte berichten möchten. Im Kommentarfeld ist dafür geöffnet.

Mir geht es in diesem Beitrag darum, dass wir Verbraucher (zu denen ich auch gehörte) mit dem Tierwohl nicht weiterkommen, wenn wir uns gegenseitig mit Vorwürfen, Schuldzuweisungen oder sogar kriminelle Handlungen blockieren. Vielmehr sollten wir sachlich bleiben und bereit dafür sein, für ein faires Lebensmittel (Mittel-zum-Leben) auch einen guten Preis zu zahlen – und der muss höher liegen aus auf den heutigen Level. Die Gesundheit der Tiere – und folglich daraus auch unsere eigene Gesundheit (!!!)- wird es uns danken.
Meine Fragen:
Wie ist Deine Meinung dazu?
Kennst du tolle Betriebe mit bemerkswerten Haltungsformen?
Was ist Dir der Tierschutz wirklich wert? (an der Ladentheke)

Steaks, Steaks, Steaks – wir beschränken uns!

5. März 2018

Foto: Herrliche Steaks – wie hier ein Dry-aged Steak – werden wir für Sie zubereiten

Für uns ist es immer sehr erfreulich, wenn ein Kochkurs schon sehr früh ausgebucht ist. Es zeigt uns, dass wir mit dem Thema viele interessierte Genussmenschen erreicht haben. Mit dem Kurs „Steaks, Steaks, Steaks – wir beschränken uns!“ ist der erste Kurs am 24.April 2018 schon völlig ausgebucht. Obwohl gerade vier Teilnehmer berufsbedingt absagen mussten, kam schnell Ersatz und der Kurs ist wieder voll. Daher haben wir uns überlegt, einen zweiten Termin anzubieten. Zusätzliche Steaks werden am 26.April 18 (ab 19 Uhr) präsentiert und aufgelegt.

Wir werden außergewöhnliche Steaks zubereiten, über Fleischreifung sprechen und verschiedene Garmethoden vorstellen. Das wird alles sehr unterhaltsam mit kühlen Getränken stattfinden. Am Ende des Abends werden Sie nicht nur viel Sicherheit beim Braten von Steaks gewonnen haben, sondern auch tolles Fleisch probiert haben und einiges über die richtige Würzung erfahren.

Wenn Sie also einen „beschränkten Abend – nur mit Steaks und so“ erleben möchten. Dann melden Sie sich bitte rechtzeitig. Alle weiteren Kochkurse finden Sie auch auf unserer Webseite.

Kalbsherz über 55 Stunden gegart

4. März 2018

Die Zubereitung von einem Kalbsherz habe ich in eine kleine Foto-Doko zusammengestellt. Das besondere Fleisch wurde über 55 Stunden (!) Sous-vide gegart.

So habe ich das Kalbsherz bekommen. Es hat im oberen Teil etwas Fett und im Herz sitzt ein kleiner Knochen (Der einzige Knochen im Rind, dass nicht mit einem anderen Knochen verbinden ist) Das Herz wiegt etwas über 1 kg.

Das Fleisch wurde pariert – vom Fett, Sehnen und Knochen befreit. Alles was man nicht mit garen möchte, wird abgeschnitten. Es bleibt das sehr magere Fleisch übrig.

Das Herz habe ich längst halbiert und zusammen mit Rosmarin, Orangenscheiben, rote Zwiebeln und einer Knoblauchzehe in den Sous-vide Folie gelegt und dann luftdicht verpackt.

Das Wasserbad wird vom Sous-Vide Gerät auf 62°C aufgeheizt. Die Temperatur wird über den ganzen Zeitraum konstant und sehr genau gehalten. Die genaue Temperatur ist der Grundstock für den Erfolg.

Nach 55 Stunden (!) im Wasserbad bei genau 62°C wurde der Beutel aus dem Sous-Vide garer genommen. Eine sehr lange Zeit, die aber dem stark beanspruchten Muskel einen enormen Qualitätsvorteil gibt.

Aus der Folie entnommen und von Kräutern, Orangen und Zwiebeln befreit, habe ich das Fleisch als Steak geschnitten. Leicht mit Meersalz bestreut und in der Pfanne mit etwas Olivenöl angeröstet.

Das so gegarte Kalbsherz ist ein Hochgenuss und butterzart. Ich habe es nur noch mit frisch gemahlen Pfeffer nachgewürzt. Wer möchte serviert dazu Kartoffelpüree und Bio Möhrchen auch Sous-vide gegart (mit etwas Butter, Salz und Zucker)

Lesenswerter Buchtipp: Die F@chkräfteformel

28. Februar 2018

Foto: “Die Fachkräfteformel” in der Räucherkammer zwischen vielen Würsten und Rauch! Dokumentation für Veränderung, Kreativität, Querdenker, Emotionen, Leidenschaft, Begeisterung, Handwerk, Haltbarkeit…

Kennen Sie einen Menschen, der Ihnen unglaublich sympathisch ist, ohne dass Sie ihn je persönlich getroffen haben? Ich kenne so jemanden! Eigentlich nur aus dem Internet, über seine Videos, seine Bücher und aus einem Podcast-Interview. Für mich ist er ein Querdenker, Visionär und ein Mensch mit einer tollen Beobachtungsgabe. Er kann hervorragend über den Tellerrand denken und seine Gedanken in pure Begeisterung anderen erzählen: Ich schreibe über Jörg Mosler!

Jörg ist Dachdeckermeister – oder besser: er war selbstständiger Dachdecker, bis seine Leidenschaft sich zu verändern immer stärker wurde. Heute ist Jörg Bestsellerautor, Speaker und er berät Handwerksunternehmen. „Er lebt sein Handwerk!“ – so beschreibt das „Handwerk Magazin“ den kreativen Menschen.

Wenn so ein erfahrener Handwerker ein Buch schreibt, kann das nur mit Erfolg gekrönt sein. Der Titel des Buches hat einen sehr aktuellen Bezug zum aktuellen Arbeitsmarkt in Deutschland: Die F@chkräfteformel! Er schreibt den Titel tatsächlich mit dem „@“ in dem Wort und umschreibt dabei schon ein sehr gut, in welche Richtung seine Denkanstöße gehen. Handwerker haben immer die Nähe zum Menschen und das Internet! Aus dieser Verbindung wird eine unschätzbare Energie freigesetzt, die er in unzähligen und lebhaften Beispielen beschreibt. „Das Internet ist das beste Werkzeug, das dem Handwerk seit der Erfindung des Hammers geschenkt wurde. Es legt die Macht buchstäblich in Ihre Hände“ – (Jörg im Kapitel „Die Macht ist mit Euch“ Seite 213) Und genau hier muss jeder Handwerker, Unternehmer, Selbstständiger wach werden. Erfolgreich wird in Zukunft nur der sein, der gute Fachkräfte hat und es versteht sie zu gewinnen. Da werden die ersten wieder denken: „Ja. Ja…der hat keine Ahnung! Bei uns ist das alles anders!“ Jörg zeigt aber Wege auf, wie andere Handwerker erfolgreich am Markt agieren, also keine „Man-könnte-Formel“ – sondern wie es unter Handwerkern üblich ist, eine „“Man-macht-Formel!“ In jeder Zeile des Buches habe ich mich wiedergefunden. Ich konnte mir sehr viele Notizen machen, die so für unseren Betrieb nutzen kann. „Mitarbeitersuche findet an 365 Tagen im Jahr statt, nicht nur dann, wenn gerade eine Stelle zu besetzen ist!“ (Kapitel – „Wir stellen ein!“ Seite 226)

In dem Buch durfte ich als Beispiel dienen (Seiten 176 u. 177), worauf ich sehr stolz bin. Danke für diese Wertschätzung, lieber Jörg. „Stolz wie Oscar“ bin ich aber darauf, dass ich eine Buchrezension schreiben durfte, die auf der Rückseite des Buches zu lesen ist. [„…Ich habe selten ein so nützliches Buche gelesen…“]

Ich möchte sie animieren, das Buch zu lesen, weil es wichtige Schritte in die Zukunft zeigt. Danke für das Buch, lieber Jörg! Die F@chkräfteformel – und mein Lieblingssatz aus dem Buch: „Sie treffen die Entscheidung, ob Sie die Möglichkeiten der Digitalisierung annehmen und mit den menschlichen Werten Ihres Unternehmens verbinden!“ Wow!

Im Buchhandel bestellbar unter: ISBN 978-3-7460-8624-8

Wie wichtig ist eine gute Verbandsarbeit?

23. Februar 2018

Foto: Ausbildung ist ein sehr großes Thema in unserem Beruf – klick: Fleischerberufe

Vor einigen Tagen war ich zur Obermeister-Tagung der Fleischer in Hannover. Auf so einer Tagung werden interessante Themen vorgestellt, die in der Geschäftsstelle eine aktuelle Bedeutung haben. Diese Themen können die Obermeister dann in ihren Innungsversammlungen an die Mitglieder weitergeben.

Am Mittwoch war u. a. die Digitalisierung im Handwerk/Fleischerhandwerk ein Thema. Wie viele wissen, ist das mein Steckenpferd und schon einige Jahre mein Anliegen. Ich habe von der Tagung eigentlich nur ein „belangloses“ Foto auf Facebook gestellt, um zu zeigen, dass wir Handwerker auch wichtige Themen besprechen. Dieses Foto wurde jedoch von vielen meiner Kollegen sehr heftig diskutiert, was Verbände leisten, was sie nicht machen und wie sie in Zukunft agieren sollen.

Das möchte ich zum Anlass nehmen, um die Verbandsarbeit aus meiner Sicht zu betrachten. Ich weiß, dass ich mich damit auf Glatteis bewege, weil es immer Kollegen gibt, die mit Verbände nichts am Hut haben. Für mich ist Verbandsarbeit jedoch sehr wichtig, weil ich hier eine Ausrichtung meiner Innungsarbeit erfahre.

Ich nutze niemals meine Arbeit im Ehrenamt für meine eigenen geschäftlichen Ziele. Ich sehe immer das Gesamtbild des Handwerks in seinen vielschichtigen Facetten, denn jeder Betrieb ist einzigartig. Ein Verband für etwa 6.000 Mitgliedsbetriebe kann also nie das „Allheilmittel“ für Probleme, gesellschaftliche Veränderungen, Ausbildungsprobleme, EU-Gesetzeswahn, Konkurrenzdruck oder mangelhafte Anerkennung durch die Kundschaft sein. Wenn sie das könnten, wären die Verantwortlichen wahrhafte Götter.

Für mich kann Verbandsarbeit nur der „Mörtel im großen Haus des Fleischerhandwerks“ sein. Sie kennen die „Maurer“ die bei den Behörden, in der EU, bei den Tarifpartnern in der Handwerksorganisation, Berufsausbildung, Beratung, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit (und viele weitere Themen) den Mörtel anmischen. Es kommt natürlich auch mal vor, dass Wände schief werden oder Decken einbrechen. Dieser bildliche Vergleich zeigt, wie schwer es ist, ein Handwerkshaus richtig zu gestalten.

Die Mitarbeiter des Verbandes – und ich kann hier nur über den Landesinnungsverband Niedersachsen-Bremen und den Deutschen-Fleischerverband sprechen – sind allesamt hochmotiviert. Sie versuchen immer aus den bestehenden Möglichkeiten für möglichst viele der Mitglieder etwas Nutzvolles zu gestalten. Da werden oft dicke Bretter gebohrt, die lange dauern und der Erfolg nicht immer ein lautes „Bravo“ hervorrufen. Das nehmen Kritiker wieder zum Anlass, um über die „Ohnmacht“ der Verbände zu schimpfen. Wenn wir aber keine Verbände hätten, würden Entscheidungen getroffen werden, die uns schädigen oder die Mitbewerber stärken. (aktuelle Stichwörter: Nährwertdeklaration für keine Mengen, Mehrwertsteuer für Lebensmittel, Allergene Kennzeichnung bei loser Ware…)

Das „Haus des Fleischerhandwerks“ wird niemals fertig werden – soviel ist klar. Immer neue Aufgaben, Veränderungen und neue Vorgaben zwingen zur Wachsamkeit. Mir ist auch klar, dass es vielen Betrieben nicht schnell genug geht, andere wünschen sich einen radikalen Weg, wieder andere sehen sich nicht vertreten und der nächste vermisst praxisbetonte Hilfen. Aus meiner Tätigkeit im Ausschuss für „Werbung und Öffentlichkeitsarbeit“ sehe ich, dass man viele Wünsche haben kann, die jedoch nicht so leicht umsetzbar sind, weil das Budget einfach nicht ausreicht.  Ich opfere gerne viel Zeit für meine Kollegen und dem Berufsstand, damit unser Haus niemals ohne den nötigen „Mörtel“ dasteht. Das mag nur eine kleine Schüppe sein, aber nur mit Kritikern kann man keine Steine aufeinandersetzen. Wenn ich aber Begeisterung, Einsatzwillen und Liebe in meine Arbeit stecke – egal ob für den Verband oder ins eigene Geschäft – dann kann ich viel mehr erreichen, gestalten und mit Stolz betrachten.

Die Digitalisierung im Handwerk war der Anstoß zu diesem Blogbeitrag. Aus sehr vielen Vorträgen kenne ich die Bedenken und die Gegner der Veränderungen. Natürlich muss jeder Betrieb für sich entscheiden, ob er den Weg mitgeht. Ich kenne auch zahlreiche Betriebsinhaber, die keine Homepage haben und auch nicht wissen, wie ihr Unternehmen im Internet bewertet wird (und es wird bewertet werden!). Ich möchte aber eine Reflektion schaffen. Beobachten Sie bitte mal im Restaurant, beim Autofahren, in der Stadt, beim Sport oder auf der Toilette Menschen, was sie machen. Ich behaupte, dass über 90% mit dem Mobiltelefon daddeln – einschließlich meiner Person. Was suchen sie dort? Was machen sie? Welche Bilder werden verschickt? Welche Empfehlungen werden gegeben? Wie ist der Dialog? Welches Unternehmen ist beliebt? Warum? Schreiben die auch über mich etwas…?

All diese Fragen sollte man ganz still für sich und sein Unternehmen beantworten. Glauben Sie immer noch, dass sich nichts verändert hat? Ich möchte jetzt keine Bewertung abgeben, ob das alles von hoher Wertigkeit oder Lebenswichtig ist. Fakt ist aber, dass sich unser Einkaufsverhalten, Berufsbilder, gesellschaftliche Themen, Produkte und das Miteinander gravierend verändert haben. Wir können jetzt die Augen schließen, um den Weg nicht zu sehen und uns treiben lassen oder halbwegs mitschwimmen um zu erkennen, wo wir sind.

Dieses versuchen auch unsere Verbände und deren Mitarbeiter. Ich sehe jetzt deren Arbeit nicht nur durch eine „rosa Brille“. Auch mir geht einiges auf den Zeiger. Wir sollten die Verbände nicht zerschlagen, sondern stärken. Das wird immer wichtiger, weil zahlreiche Betriebsschließungen auch einen Mitgliederrückgang mit sich bringen. Aus diesem Spagat (Rückgang – Leistungsanspruch – Kosten – Forderungen) muss man versuchen einen pulsierenden Verband zu gestalten. Es kann auch sein, dass dieser Weg mit dem Abbruch alter Mauern geschehen muss. Gehen wir diesen Weg gemeinsam?