Aktion gegen Wahlmüdigkeit

15. Oktober 2017

Foto: Antenne Niedersachsen begleitet die Wahl sehr geschmackvoll

Wahlsonntag in Niedersachsen – nach der Bundestagswahl 2017 nun wenige Wochen später die Landtagswahl. Wieder trefft sich der Wahlvorstand bei uns im Restaurant – dem Visbeker Wahllokal 007. Heute ist es jedoch etwas ungewöhnlich, weil die Wahl vom Radiosender „Antenne Niedersachsen“ bei uns begleitet wird. Antenne hat den letzten Wahl-Blogbericht von uns gelesen. Sie fanden es einfach „cool“, dass in einem Restaurant gewählt wird. Sie wollten mit einer Aktion eine mögliche Wahlmüdigkeit entgegenwirken. Sie riefen mich am Donnerstag vor der Wahl an, und stellten mir die Aktion vor: Die ersten 100 Wähler/innen erhalten eine Bockwurst mit Kartoffelsalat! Schnell habe ich hier eine Zusage gegeben, weil ich mir gut vorstellen kann, dass die Visbeker so eine Aktion wohlwollend begleiten.

Foto: von links – Justus Franz, Ludger und Kai von Häfen vor dem Interview

In einigen Interviews konnte ich die Aktion mitvorstellen. War schon spannend, wenn man sich später selber im Radio hört. „Die ersten 100 Wähler erhalten ein Würstchen mit Kartoffelsalat!“ – das bedeutet, für die Radiomacher, dass sie am Wahlsonntag schon sehr früh in Visbek aufschlagen müssen. Justus Faust und Kai von Häfen waren vor Eröffnung des Wahllokals bei uns und genau um 8:00 Uhr war auch der erste Wähler da. Ein Taxifahrer hatte Feierabend und nutzte das Angebot um sein „Abendbrot“ zu genießen. Viele Besucher waren über den Service sehr angenehm überrascht, andere hatten davon natürlich im Radio gehört.

Um 9:46 Uhr waren alle 100 Wiener mit Kartoffelsalat verteilt. Kai von Häfen hat immer wieder „live“ berichtet. Von Wahlmüdigkeit war bei uns nichts zu spüren. Ich schreibe den Beitrag vor Schließung des Lokals und kenne die Quoten natürlich noch nicht. Es zeichnet sich aber eine gute Beteiligung ab und Antenne Niedersachsen hat sicherlich dazu beigetragen.

Ein herzliches Dankeschön nach Hannover, dass wir die Aktion begleiten durften.

Foto: Auch im Nebel findet Antenne Niedersachsen zum Ziel

Antipasti für die Besprechungsrunde

10. Oktober 2017

Foto: Oben beim Löffel fängt die Auflistung an (Uhrzeigersinn)

Heute rief eine Firma an, die unerwartet Gäste bekommen haben. Das wird öfter passieren, und wenn man über Mittag bleibt, möchte man den „Beratungsfluss“ nicht mit einem Mittagessen im Restaurant unterbrechen. Die Firma fragte also an, ob sie kurzfristig eine Antipasti Platte bekommen können. Also muss die Küchencrew schnell aktiv und kreativ werden, um einige Sachen zu zaubern.

Zum Ciabatta Brot wird diese Platte gereicht. Wenn man oben beim Löffel anfängt und im Uhrzeigersinn weitergeht, wurde Folgendes angerichtet:

Marinierter Blumenkohl
Grünkohl Bruschetta
Lachs mit hausgemachter Pesto Sauce
Schwarze Oliven mit Basilikum
Tomaten mit Mozzarella und Balsamico Creme
Marinierte Frühlingszwiebeln
Mitte: eingelegte grüne Bohnen mit Garnelen
Es fehlen auf dem Bild noch die Parmesanblätter.

Das ganze Angebot wurde wenig später abgeholt. Manchmal muss es schnell und praktisch gehen. Wenn wir jetzt noch ein „Duftbild“ senden könnten, wäre alles perfekt. Wie gefällt Ihne die Antipasti Platte?

Die Messe mit prallgefüllten Ideen

3. Oktober 2017

Vor einigen Tagen hatte ich Kontakt mit der Projektleiterin der „SÜFFA“ in Stuttgart. Meine Anfrage bezog sich darauf, ob auf der Messe wieder ein „Bloggertreffen“ geplant ist. Das ist von der Messe nicht geplant. Vielleicht können wir ein Treffen von „netzaffinen Fleischer“ vor Ort selber organisieren.

Beim Gespräch kam das Angebot, dass ich auf einer der Bühnen einen Vortrag halten könnte: „Wie sie durch Social Media neue Kunden gewinnen!“ Die Neugier war geweckt. Leider musste der Vortrag abgesagt werden, weil die Bühnen terminlich alle voll ausgelastet sind. Die SÜFFA ist in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Messen in unserer Branche geworden. Vom 21. – 23.10.2017 treffen sich hier die handwerklich orientierten Fleischer – oder wie es im Süden heißt: Metzger. Der Veranstalter hat es auch in diesem Jahr mal wieder verstanden, aktuelle Trendthemen auf die Messe zu holen. Erstmals gibt es eine gläserne Wurstküche, wo vor Ort live produziert wird. Inspirieren lassen kann man sich auch auf der „BBQ & Foodtruck Area“ Der Trend der Streetfood Festivals ist voll trendig und bringt den Unternehmen zusätzliche Einnahmequellen. Hier gilt es einfach, die „jungen wilden Ideen“ aufzugreifen und mit Inhalt zu füllen.

Am Messesonntag ist der „Tag der Metzgerfrauen“ (Achtung! Terminänderung: Montag, 23. Oktober) – ein Tag in fast allen Betrieben täglich gelebt wird. Auf der Sonderschau „The Snackeria“ kann man am Sandwich-Beleg-Kurs teilnehmen. Aber auch Berufsmoden, der SÜFFA-Innovationspreis, Geschäftseinrichtungen, Werbung, Küchentechnik und Hygiene sind Themen, die immer an Bedeutung zunehmen.

Die Messe bieten den Besucher/innen einfach einen bunten „Wurstkorb“ an Ideen, um sich dem Markt zu stellen. Auf der Bühne „Trends und Neues“ werden über alle Tage hochinteressante Themen besprochen. Meine persönlichen Top-Referenten sind hier Fritz Gempel und Sven Tholius. Eine weitere Bühne – die „Praxis-Bühne“ – bietet mit 16 Veranstaltungen einen tiefen Einblick in die Fleischerbranche.
Hochinteressant sind auch die Workshops in der Halle 7 und 9. Die SÜFFA bietet wirklich ein unglaubliches Angebot, dass man an einem Messetag kaum schaffen kann. Ich kann es daher gut verstehen, wenn der Veranstalter nicht auch noch die Digitalisierung mit ins Portfolio holt. Der Messe wünsche ich viele Besucher, tolle Veranstaltungen und zufriedene Aussteller.

Aus “Party” und “Service” entsteht das Wort “Partyservice”

30. September 2017

Video: Aufnahme mit dem Smartphone vor der Buffeteröffnung

Nach größeren Veranstaltungen im Partyservice holen wir das Geschirr und die Gefäße gerne schon sehr früh vom Veranstaltungsort wieder ab. Das hat mehrere Gründe. Zum einem können wir früh mit der Reinigung beginnen. Gerade in den Sommermonaten ist das ungemein wichtig, da das Geschirr sich viel leichter reinigen lässt. Zweitens möchte der Saalbetrieb gerne zeitig die Räumlichkeiten wiederherrichten. Hier stört es einfach ungemein, wenn das Buffet noch lange dort steht und die Reinigungsarbeiten erschwert.

Wir denken aber auch an den Gastgeber der Feier. Er hat die halbe Nacht gefeiert und ist am Morgen einfach noch müde. Er ist froh, wenn wir diese Aufgabe übernehmen. Wie schon erwähnt, das bieten wir bei größeren Veranstaltungen an. Ein zusätzlicher Gedanke ist, dass der Gastgeber oft noch Übernachtungsgäste bei sich wohnen hat (z.B. bei einer Familienfeier, Hochzeit, etc.) und dann auch noch gerne eine Kleinigkeit zum Mittagessen oder zum Frühschoppen anbieten möchten. Dazu packen wir alle Speisen in Einweggefäße ab, kühlen alles und vereinbaren eine Abholzeit bei uns. So kann er seinen Gästen noch etwas anbieten. Der Gastgeber muss nichts einfrieren, umpacken oder entsorgen, sondern kann sich ganz auf sein persönliches Fest konzentrieren. Dieser Service wird im Vorgespräch bei der Bestellung immer abgesprochen. Schließlich sind es ihre Speisen und können entsprechend genutzt werden.

Foto: So verpacken wir die Speisen nach der Feier zur Abholung

Es gibt auch Gastgeber, die entweder alles selber machen möchten, weil sie in eigenen Räumen gefeiert haben, oder sie möchte nichts vom Übriggebliebenen. Hier richten wir uns einfach nach den Wünschen der Kunden. Wir versuchen uns immer in den Tagesablauf der Gastgeber nach einer Feier zu denken.

Es gibt aber auch “Regeln”. So fahren wir nicht am Sonntagnachmittag zur Abholung von Geschirr, weil wir auch mal eine kleine Pause benötigen. Die Abholzeit der Speisen wird auch besprochen, damit die Kunden nicht unnötig warten müssen. Das ist aber schon fast alles. Das Wort Partyservice setzt sind nun einmal aus den Wörtern „Party“ und „“Service“ zusammen. Zum „Service“ gehört bei uns auch der Tag nach der Feier. Man muss eben über den Tellerrand denken…

Was passiert im Wahllokal 007?

26. September 2017

Es ist Samstagabend…kurz vor 22:00 Uhr. Eine Gruppe mit einem Kilmerstuten kommt noch in das Restaurant. Alle sind sehr fröhlich und freuen sich auf den Abend. Nach wenigen Minuten und ein paar Sprüche marschiert die Gruppe weiter. Ich habe noch einiges zu tun – der Wahlsonntag zum Bundestag steht an.
Da wir seit wenigen Jahren zum Wahllokal ernannt wurden, müssen die Räumlichkeiten entsprechend vorbereitet werden. Die Wahlkabinen habe ich auf den Tischen schnell aufgestellt. Die Wahlurne wird saubergemacht und genau platziert (siehe Foto). Der Tisch mit der Wahlkommission wird hergerichtet, Schere, Heftzwecken, Tesafilm und einen Ordner, damit am Sonntag alles griffbereit ist. Alle anderen Tische im Wahlbereich werden abgeräumt, damit nichts ablenken kann. Ich weiß, dass der Wahlvorstand am Sonntag immer sehr früh und pünktlich da sein werden.
Foto: Alles soll fein sauber sein, wenn die Wahlzettel in die Urne fallen.
Am Sonntag bin ich um 7 Uhr im Restaurant. Lichter an, Türen auf und Kaffeemaschine starten. Kurz darauf kommt der Wahlvorsteher und der Wahlvorstand. Die acht Personen sind superpünktlich und machen sich gleich an die Arbeit: Wahlurne kontrollieren und abschließen, Wahlzettel aufhängen (Muster) das Wahllokal kennzeichnen, Stimmzettel bereitlegen und vieles mehr. Routine bei dem eingespielten Team Es wird noch eine amtliche Nachricht verlesen und schon geht es los! Die ersten Wähler/innen kommen um ihre Stimme abzugeben. Wir sind das zweitgrößte Wahllokal in Visbek. 1145 Visbeker dürfen bei uns wählen kommen. Die Wahlkommission teilt sich nach der Einteilung immer auf: Die Vormittagsgruppe und die Nachmittagsgruppe. Zur Auszählung kommen alle wieder zusammen.

In Visbek sind alle Wahllokale in Gaststätten und Restaurants. Das ist Tradition und ein öffentlicher Raum. Sporthallen oder Schulen stehen dafür nicht bereit. Wie wird man nun Wahllokal? Vor einigen Jahren hat eine andere Gaststätte altersbedingt aufgegeben. Wir wurden daraufhin von der Gemeinde Visbek angesprochen, ob unsere Räume dafür bereitgestellt werden können. Das haben wir ganz spontan zugesagt, weil es für uns eine große Ehre ist, Gastgeber für Europawahlen, Bundestagswahlen, Landtagswahlen und Kommunalwahlen zu sein.

„Wie wird die Wahlkommission kulinarisch bei Euch verwöhnt?“- fragte mich jemand. Nun, es ist kein “Festausschuss”, sondern eine amtliche Handlung (glaube ich). Es gibt daher nur ein Frühstück mit viel Kaffee und am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Das ist schon fast alles. Nach der Auszählung wird meistens noch etwas zusammen gegessen – auf eigene Kosten. Sie merken also, so eine Tag im Wahllokal ist keine „Fete“ sondern eine ehrenvolle Aufgabe, zu der man berufen wird.

Unser Wahllokal hat einen besonderen Namen! Das ist mir zunächst gar nicht aufgefallen, aber Zeitzeugen mit einer guten Beobachtungsgabe haben es sofort erkannt. „Wahlbezirk 007 Grillrestaurant Freese!“ 007 – James Bond, Geheimagent! Es könnte gut sein, dass wir bundeweit damit einzigartig sind: Wahllokal 007.

Gewählt wurde auch: Knapp 800 Visbeker haben bei uns ihre Stimme abgegeben (fast 70% – ohne Briefwahl). Der gesamte Wahlbezirk (Vechta -Cloppenburg) hat eine Wahlbeteiligung von 81,88% erreicht. Bei der Auszählung haben wir bewusst keine Gäste in den Bereich der Wahlhelfer gelassen. Sie sollten ungestört arbeiten können.
Schon in wenigen Tagen kommt es erneut zur Wahl: Der Landtag in Niedersachsen möchte am 15.Oktober neu gewählt werden. Dann heißt es wieder: 007 – übernehmen Sie!

Foto: Gemeinde Visbek – 007 Grillrestaurant Freese

Zwiebelkuchen – wetten das dieser Ihnen schmeckt!

20. September 2017

Foto: So lecker sieht er aus…das der Federweißer!

Ich habe die Rezeptur über einen genial leckeren und einfachen Zwiebelkuchen schon mehrmals hier im Blog vorgestellt. Ich stelle den Zwiebelkuchen im Frühherbst gerne noch einmal vor, weil jetzt die Zeit des „Federweißer“ ist und dass nun einmal zusammengehört. Ich haben schon von vielen Leser/innen sehr positive Rückmeldungen über das fertige Produkt bekommen. Daher gebe ich das Rezept einfach gerne weiter, damit man zum fast durchgegorenen Jungwein die entsprechende Beilage genießen kann. Bin gespannt, wie Euch der Zwiebelkuchen gefällt.

Zutaten:
6 Zwiebeln grob schneiden
250 g gewürfelter Schinken
200 g Mehl
2 Eier
250 ml saure Sahne
250 g geriebener Käse (davon 50 g abnehmen)
Salz und Pfeffer.

Herstellung:
Alle Zutaten miteinander verrühren und auf ein Backblech geben. Auf mittlerer Schiene 35 – 40 Min. bei 180°C abbacken. Der Zwiebelkuchen hat quasi keinen separaten Boden.  Die 50g geriebenen Käse unmittelbar nach dem Backen auf den Teig treuen und dann laut in der Wohnung rufen: „Essen kommen!“
Die verknetete Masse sieht ein wenig aus wie „Kleister.“ Das sollte aber nicht stören. Das Endprodukt ist klasse.

Eindrucksvoller Besuch beim Marktführer

14. September 2017

Vor einigen Tagen hatte ich das große Glück, an einer Betriebsbesichtigung bei einem großen Wursthersteller teilzunehmen. Vielleicht werden Sie nun denken: „Ist doch nichts Besonderes!“ Es war schon ein besonderer Moment für mich, denn zur Besichtigung hatte die „Rügenwalder Mühle“ in Bad Zwischenahn eingeladen. Ich schätze die Firma als ein sehr innovatives und weitblickendes Unternehmen mit sehr hochwertigen Produkten. Zudem hat sich Rügenwalder in jüngster Zeit einen Namen mit vegetarischen Produkten gemacht. Bei einer solchen Gelegenheit, schlägt das Fleischerherz höher. Ich war mächtig gespannt auf diesen Tag.

Video zeigt Christian Rauffus, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Rügenwalder Mühle.

Etwa mit 15 Kollegen waren der Einladung gefolgt, die vom Landesinnungsverband organisiert wurde. In einem Konferenzraum gab es zunächst eine Hygieneschulung, die sehr professionell durchgeführt wurde. Nach dem Einkleiden in hygienischer Schutzkleidung (Schuhe, Anzug, Kopfbedeckung, Bartschutz), ging es durch die Hygieneschleuse. Ein OP-Saal wird kaum anders betreten: vorbildlich!
In den Hallen sehen wir Fleischer natürlich die riesigen Maschinen, die Abläufe, die Dokumentationen, die Mengen und auch die handwerkliche Kunst, die auch in einer so großen Firma noch zu erkennen ist. (ca.575 Mitarbeiter). Ich schaue mir bei Besichtigungen auch gerne in die Augen der Mitarbeiter und versuche hier zu erkennen, wie der „Geist im Unternehmen herrscht“. Ich sah ausnahmslos zufriedene Gesichter, freundlich, zuvorkommend, gelassen und mit viel Leidenschaft bei der Arbeit. Das ist mir wirklich sehr angenehm aufgefallen. Rügenwalder schätzt seine Mitarbeiter, und das schlägt sich auf die Produkte nieder! Das ist mein Fazit dazu.

In den einzelnen Abteilungen ist alles sehr aufgeräumt und die Hygiene ist überall zu spüren. Ob die Teewurstabteilung, Leberwurst, Kochschinken, Brühwurst oder in der Verpackung – alles läuft sehr gut organisiert und ruhig ab. Alle Abteilungen sind sauber getrennt. Wenn ich mich richtig erinnere, werden wöchentlich über 200t Wurst hergestellt. (Umsatz: 220 Mio. Euro)
Gespannt war ich auf die „Veggie-Abteilung“. Wie werden die vegetarischen Würste hergestellt? Wie die fleischlosen Frikadellen usw.… Wir konnten in die Produktionsräume sehen, aber nicht betreten. Das kann ich gut verstehen. Die Maschinen in dieser geschlossenen Abteilung sind vergleichbar mit herkömmlichen Geräten, wie wir sie kennen. Rügenwalder ist Marktführer bei den fleischfreien Alternativprodukten wie: Salami oder Leberwurst, Schnitzel oder Bratwurst, Frikadellen oder Hack. Der Umsatz aus den vegetarischen Produkten (klicke hier) beträgt schon jetzt 26% des Umsatzes und soll bis 2020 auf 40% anwachsen. Daran sieht man, dass die Geschäftsführung sehr klare Zielvorgaben hat und den Markt kennt.

In der Verpackungsabteilung stockt einem fast der Atem, wenn man sieht, mit welcher Geschwindigkeit und Perfektion hier verpackt wird. Das habe ich so noch nie gesehen. Viele Wurstsorten sind auch nicht mehr in Wursthüllen, sondern in Schalen wie man es von der Margarine kennt. Meine Hochachtung zu dieser perfekten Leistung.

Nach dem Rundgang bekam jeder Teilnehmer eine „Rügenwalder-Kühltasche“, gefüllt mit 12 leckeren Produkten, die wir bei der Führung gesehen haben. Da wir in den Hallen keine Bilder machen durften, habe ich den Inhalt der Tasche mal festgehalten. (siehe Foto)
Im Anschluss hat uns Geschäftsführer Godo Röben empfangen. In einem wunderbaren Vortrag hat er die Veränderungen auf dem Markt aufgezeigt (nicht nur die Fleischbranche). Nur wer visionär denkt, arbeitet und lenkt wird auf dem immer stärker veränderten Markt eine Chance haben. Das konnte Godo Röben sehr eindrucksvoll und schlüssig darlegen. Er zeigte und auch, warum die Firma Rügenwalder die vegetarische Schiene bedient und hier weltweit Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommt. Die vielen „Nachahmer“ unterstreichen die Richtigkeit des Weges.
Mein persönliches Fazit: Die Fa. Rügenwalder ist handwerklich stark verwurzelt, sehr innovativ, menschlich und mit einem tollen Spirit ausgestattet, das eine große Zukunft in Aussicht stellt. Ich werde jetzt nicht zum Vegetarier werden, aber mein Blickwinkel ist durch diesen Besuch viel weiter geworden. Mein Dank gilt der Rügenwalder Mühle.

Gedanken zum Kotelett – wie sehen Sie das Fleischstück?

9. September 2017

„Wann haben Sie sich zum letzten Mal ein Kotelett im Restaurant bestellt?“ – oder besser gefragt: „Wann haben Sie schon einmal ein Kotelett auf einer Speisenkarte gesehen?“ Das Wort Kotelett

kommt aus dem französischen (frz. côtelette „Rippchen“, aus frz. côte bzw. lat. costa „Seite“, „Rippe“). Ich möchte einmal schildern, welche Gedanken wir uns zum Kotelett machen, und warum der Klassiker auf unserer Karte so beliebt ist.

Oft stelle ich mir die Frage, warum Kotelett so selten auf Speisenkarten zu finden sind. Vielleicht liegt es daran, dass die Fleischindustrie ein Stück Fleisch mit Knochen nur schwer maschinell bearbeiten können – oder – andere Gerichte werden von Kunden mehr geschätzt. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, denn bei uns kommen sehr viele Gäste nur wegen der Koteletts. (zum Teil mit langen Anfahrtswegen!)
Foto: So sehen Koteletts lecker aus…

Beim Wort Kotelett denkt man meistens an Schweinekoteletts. Es gibt aber auch Koteletts vom Kalb, Rind, Lamm und sogar vom Fisch. Wir bieten jedoch die Variation vom Schwein an. Der Kotelett Strang – so nennt man den ganzen Rücken – unterteilt sich in Nackenkotelett, Stielkotelett und das Filetkotelett. Die Begriffe unterscheiden sich im Bundesgebiet je nach Region ein wenig in der Begrifflichkeit.

Wir schneiden das Kurzbratgericht in einer Gewichtsklasse von 220 – 250g je Scheibe. Mir ist es dabei wichtig, dass die Koteletts groß sind, weil ich kein „kleines, dickes“ Kotelett mag. Es gibt die Möglichkeit sie mit einer Knochensäge zu schneiden, oder per Hand und dann mit dem Hackbeil schlagen. Mit der Säge geht es viel schneller und gleichmäßiger. Das Hackbeil hat den Vorteil, dass man jede Scheibe mit dem Messer vorschneiden muss und dann gezielt abhacken. Vorteile hier: 1. Man kann kleinste Mengen zubereiten (die Säge zu säubern, dauert viel länger), und man hat keinen „Knochenschmierfilm“ auf dem Fleisch. Der entsteht beim Sägen und verteilt sich leicht über jedes Kotelett. Man könnte es später mit einem Messerrücken abkratzen, aber das ist sehr mühselig.

Die Würzung: Hier verwenden wir eine hauseigene Mischung aus Salz und Pfeffer. Mehr kommt da nicht dran. Beim Paniermehl achten wir darauf, dass es eine helle Sorte ist, damit das fertige Stück Fleisch eine goldbraune Farbe hat. Hier haben wir lange Versuche gefahren, bis wir das richtige handwerkliche Paniermehl gefunden haben.

Gebraten werden die Koteletts nur auf einer Bratplatte mit pflanzlichen Fetten. In die Fritteuse kommt das Kotelett bei uns nie! Es wird erst gebraten, wenn der Gast es bestellt hat.

Mein Lieblingskotelett ist das „Entrecôte-Kotelett“ – ein Begriff, den es eigentlich nicht gibt. Es wird aber aus dem Teil des Rückens geschnitten, der „geografisch“ genau dort liegt, wo beim Rind das Entrecôte sitzt. Es ist besonders zart, saftig und sehr geschmackvoll. Ein Filetkotelett mag weniger Knochen und mehr Fleisch haben – es kann aber auch leicht trocken sein.

Oft wird ein knusprig gebratenes Kotelett mit Soßen ertränkt. Warum eigentlich? Wenn es eine Soße sein soll, kann man die auch separat dazu stellen.
Sehr erfreut bin ich über die Tatsache, dass Kunde eine Wertschätzung gegenüber einen tollen Stück Fleisch haben. Diese Aufgabe stellen wir uns gerne und jeden Tag.

Mockturtle und die richtige Kennzeichnung

28. August 2017

Foto: leckere Oldenburger Mockturtle – eine Spezialität aus der Region

Für unsere Mockturtle müssen neue Etiketten gedruckt werden. Das Layout soll bleiben, jedoch haben sich die Angaben über die Zutaten erheblich geändert. Über die aktuellen Anforderungen der LMIV und der LMKV habe ich einfach keine Ahnung. Bevor man einige tausend Etiketten in Druck gibt, sollten die Angaben auf der Dose den gesetzlichen Anforderungen genüge tragen.

Ich kann einfach die Inhaltsangaben nicht zusammentragen, weil ich damit völlig überfordert bin und garantiert Fehler machen würde. Das geht übrigens vielen Kollegen so. Niemand blickt mehr im Zutaten-Dschungel durch. Dazu kommen Angaben der Allergene, Nährwertregister, richtige Klammersetzung bei den Zutaten, Menge/Inhaltsangaben und die richtige Deklaration von „gängigen Begriffen, wie z.B. „Brühe“. Es gibt sogar Betriebe, die im Supermarkt Dosen einkaufen und die Inhaltsangaben der Dose übernehmen. Das fällt aber bei jeder amtlichen Kontrolle hinten rüber!

Wie gut, dass wir mit unserem Betrieb dem Fleischerverband Niedersachsen-Bremen angehören. Dieser Verband arbeitet für seine Mitglieder und macht einen glänzenden Job. Dort wird eine fachtechnische Beratung erstklassig von Herrn Dipl.-Ing. Martin Heinzig durchgeführt!

Er ist seit 1984 beim Fleischerverband Niedersachsen-Bremen und hat sich bundesweit einen Namen auf dem Gebiet der Kennzeichnung und Deklarationsvorschriften gemacht. Er versteht die Verordnungen und Gesetze wie kein anderer. Durch die Arbeit von Martin Heinzig – über die wir sehr dankbar sind – können wir die neuen Etiketten in Auftrag geben. Er hat sich von den Firmen die jeweiligen Spezifikationen besorgt und alles zusammengetragen. Viele offenen Fragen zum Produkt hat er mit uns abgestimmt. Dazu gibt er schriftliche Hinweise für Allergiker und die Nährwerttabelle – alles für unseren Ordner. Perfekt!

So eine umfangreiche Aufgabe, kann ein Kleinbetrieb nicht leisten und er müsste sie teuer erkaufen. Ich schreibe das hier so deutlich, weil es immer wieder im Kollegenkreisen Stimmen gibt, die auf den Landesinnungsverband schimpfen oder ihn in Frage stellen. Die Arbeit des Deutschen Fleischerverbandes und auch der aktiven Landesverbände sind sehr wertvoll für die Handwerksbetriebe. Wir Fachleute können nur dafür sorgen, dass Leckeres in den Dosen und den Gläser kommt. Der Gesetzgeber sieht den Schutz der Verbraucher und arbeitet hier sehr genau. Diesen Spagat kann man nur mit einer fachtechnischen Beratung auffangen und begegnen. Für uns hat sich die Mitgliedschaft schon durch diese Arbeit ausgezahlt. Ein herzliches Dankeschön an den Fleischerverband in Hannover.

Applaus auf dem Kontoauszug

27. August 2017

Auch ein Kontoauszug der Bank kann eine tolle Botschaft übermitteln. Nicht nur die bezahlte Rechnungssumme, sondern auch eine persönliche Botschaft ist immer ein „Applaus“ des Kunden. In den letzten Tagen wurden sehr viele solcher Botschaften übermittelt, die mir immer ein Lächeln ins Gesicht bringt. Der Kunde hat sicherlich auch vorher schon seine Benotung zum gelieferten Buffet abgegeben, aber wenn das noch einmal auf dem Bankkonto steht, ist so etwas wie ein „Ritterschlag“…Die Kopien hängen wir ans „Schwarze Brett“ im Betrieb, damit auch die Mitarbeiter vom „Applaus des Kunden“ etwas mitbekommen. Herzlichen Dank für die vielen Botschaften.