Ein Hygienebarometer – Segen oder Fluch?

13. Februar 2017

Foto: Das Hygienebarometer solle Kunden helfen – auch den Unternehmer?

In Niedersachsen ist die Einführung einer „Hygienebarometer“ geplant. Ziel soll es sein, dass der Verbraucher anhand eines Symbols beim Betreten des Geschäfts / Restaurants erkennen kann, wie es um die Hygiene des Betriebes bestellt ist. Wenn also ein „grünes Männchen“ lacht, heißt das: alles ok. Super hier. Eine “gelber Bursche“ mit ernster Miene:  naja…so alles ist nicht ok., aber man ist bemüht etwas anders zu machen. Ein “roter Teufel“ der böse schaut: Nee, lieber Kunde, hier gehe lieber nicht rein.
Was ich hier so humorvoll beschreibe, kann u.a. einem Betrieb die Existenz kosten, weil die Kunden wegbleiben. Sie werden zu Recht anmerken: „Ja, aber ein Lebensmittelunternehmer muss doch immer alles sauber und perfekt haben!“ Stimmt, aber nicht alles im Alltag läuft rund: Mitarbeiter die keine Lust haben oder einen schlechten Tag. Lieferanten die mangelhafte Ware geliefert haben. Ein technischer Defekt, der nicht sofort bemerkt worden ist…usw.
Der Niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer (Grüne), möchte in einer Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Behörden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums, sowie der Verbraucherzentrale Niedersachsens, die ein Pilotprojekt starten. Darin sollen Erfahrungen gesammelt werden, die eine Umsetzung im Herbst 2017 realisierbar machen. Folgende Betriebskategorien sind davon betroffen: Gastronomie, Einzelhandel, Fleischereien und Bäckereien (Verkauf), Gemeinschaftsverpflegungen, Bäckereien, Konditoreien und Fleischereien mit eigener Herstellung. Unternehmerverbände können Ihre Überlegungen mit einfließen lassen.

Ich möchte meine Fragen zum Hygienebarometer gerne stellen – obwohl das im Ministerium sicherlich keiner lesen wird.

1.    Wenn ein Aushang des Hygienebarometers nicht verpflichtend ist, warum der ganze Aufwand? (Die Guten zeigen sich, die anderen werfen die Bescheinigung weg…)
2.    Das Oberlandesgericht in Münster hat den Testlauf für ein Hygienebarometer gekippt, weil es zu oberflächlich ist. Hat man aus dem Urteil nichts gelernt? Hat man mit den dortigen Behörden in Nordrhein-Westfalen gesprochen?
3.    Ist Hygienebarometer landesweit schon im Einsatz?
4.    Wird es in anderen europäischen Ländern eingesetzt und ist das Gesetz konform mit Europäischem Recht?
5.    Wer zahlt den Kontrollaufwand der Behörden?
6.    Es ist zunächst eine freiwillige Teilnahme geplant. Wird die Regelung später verpflichtend werden?
7.    Sind die Behörden personell für die Hygienebarometer-Aufgaben ausstattet und geschult?
8.    Kontrollen sind meistens subjektiv. Ein Mangel kann also auch zur Diskussion führen. Wer entscheidet im Streitfall?
9.    Wie lange bleibt eine negative Bewertung (roter Teufel) bestehen?
10.    Habe ich als Betrieb die Möglichkeit kurzfristig nachzubessern? Wie schnell sind hier die Behörden?
11.    Gehören „Hofläden“ und „Biohöfe“ auch in die Betriebskategorie?
12.    Warum sitzen in der Projektgruppe keine Unternehmer?
13.    Entmündigen sie den Verbraucher ein wenig, wenn ihm „vorgegaukelt“ wird, dass ein „grüner Smylie“ gut ist, obwohl es z.b. sichtbar unhygienisch in dem Betrieb zugeht?
14.    Wird eine Bäckerei mit z.B. 30 Geschäftsstellen jeweils einzeln bewertet, oder gibt es für den gesamten Betrieb ein Siegel?
15.    Wie werden Schausteller bewertet und wohin kleben Sie ihren Aushang? (Zelte, Wurststände…)
16.    Wochenmärkte haben ihre eigene Dynamik. Werden auch hier dieselben Maßstäbe angesetzt?
17.    Wie greift die Regelung bei wiederkehrenden „gemeinnützigen“ Veranstaltungen (Adventskaffee der Landfrauen, kirchliche Feste mit Verkauf…)
18.    Gibt es in der Landesregierung zum Thema Hygienebarometer eine einheitliche Stimme, oder ist der Koalitionspartner möglichweise anderer Meinung (Stichwort: Landtagswahlen)

19.    Warum werden wir immer mehr durch Gesetze und Verordnungen gemaßregelt, obwohl jeder Lebensmittelunternehmer ein Eigeninteresse daran hat, dass alles hygienisch einwandfrei ist?

20.    Hätte die Einführung eines Hygienebarmeters nicht viel mehr Erfolg (und hätte auch schneller eine Verbraucherapzektanz) wenn man auf einen Belohnungsmodus für die Betriebe umsetzt? Wer viel und schnell alles umsetzt, wird vom Staat belohnt. Mit Speck (Geld, Vorteile…) fängt man Mäuse.

21.  Wurden mögliche Risiken (Betriebsschließungen, Mitarbeiterentlassungen, Insolvenz) aus Unternehmersicht beleuchtet?

Diese Fragen habe ich in sehr kurzer Zeit zusammengetragen. Es schließt das Thema sicherlich nicht ab und wird auch noch für viel Diskussionsstoff sorgen. Es zeigt mir aber, dass man nicht alles per Verordnung anderen zuschieben kann. Für mich gehört Hygiene, Verantwortung, Gesundheit und Transparenz zu meinem Unternehmen. Darauf sind wir in unserem Betreib auch ein wenig stolz!

Rezept: Grünkohlpizza – urdeutsches Gemüse macht Karriere

10. Februar 2017

Foto: 1,2,3 – schnell gemacht: Die Grünkohlpizza

Ich hatte in den letzten Tagen eine „Blog-Denk-Blogkarde“ – ich hatte keine Idee, was ich im Blog schreiben könnte. Da kam mit plötzliche eine Eingebung, die zur Jahreszeit perfekt passt! Die Grünkohlpizza!

Folgende Zutaten für den Quarkölteig: 300g, Weizenmehl, 1 Backpulver, 150g Magerquark, 6 EL Milch (1,5%), 1 Prise Salz.
Zubereitung: Mehl mit Backpulver vermischen und übrige Zutaten in eine Rührschüssel geben. Mit der Küchenmaschine vermengen – zunächst langsam – dann auf höchster Stufe zu einem glatten Teig rühren. Teig kurz mit der Hand kneten und wie gewohnt ausrollen und auf einem Blech mit Backpapier auslegen.

Zutaten für die Auflage: 2 EL Tomatenmark, 2 Toamten, 250g gekochter Grünkohl (trocken, mit wenig Flüssigkeit), 1 Kohlpinkel, 1 Kochmettwurst, 3 Scheiben Bacon Speck, Salz, Pfeffer, Kräuter der Provence. 50g geriebener Parmesankäse.

Zubereitung: Kohlpinkel und Kochmettwurst in dünne Scheiben schneiden. Teig mit Tomatenmark bestreichen, Grünkohl großflächig verteilen, Tomatenscheiben auflegen und dies mit Salz und Pfeffer würzen, Pizza mit Kräuter der Provence würzen, Pinkel- und Kochmettwurstscheiben auflegen und Bacon Speck dazu. Den Rand des Teigs etwas andrücken. Pizza mit Parmesankäse bestreuen. Backofen auf 200°C vorheizen und die Pizza 20 Minuten backen.
Dazu passt ein kühles Bier. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit und viel Spaß beim Kochen.

Steaks wie Goldbarren

3. Februar 2017

Foto: Das Wagyu-Fleisch aus dem Kernstück des Nacken…

Was war Ihr teuerstes Rindersteak das sie gekauft haben? (obwohl „teuer“ ja nicht immer „gut“ bedeuten muss). Sicherlich werden Sie bei Ihren Überlegungen nicht am japanischen Wagyu Rindfleisch vorbeikommen: Steaks wie Goldbarren! Ich habe das Fleisch zwar schon mal in Edelfleischereien gesehen, aber mein „Geiz“ hat mich immer von einem Kauf abgehalten. Als ich vor einigen Wochen mit einem befreundeten Kollegen sprach, erzählte er mir, dass er ein Seminar zum Thema „Wagyu Rindfleisch“ besuchen wollte. Schnell habe ich mich dazu angemeldet, um Erfahrungen zu sammeln.

Bei der Firma Niggemann, Food-Frischdienst in Bochum fand die Veranstaltung statt. Master Butcher Tomohiro Tanaka aus Tokyo und Fleischermeister & Dipl. Fleischsommelier Christoph Grabowski stellen die japanischen Zuschnitte für das „Japanese Wagyu Rind“ vor. Dabei wurden die Teilstücke vom „Zungenstück/Nacken“ und vom Bug/Schulter feinst pariert – eine Aufgabe, die Fleischsommelier Christoph Grabowski mit viel Leidenschaft zeigte. Master Butcher Tomohiro Tanaka erklärte uns dann, wie Japaner dieses Fleisch genießen und achten. Das hochwertigste Rindfleisch der Welt zeichnet sich durch seine bilderbuchhafte Marmorierung aus. Hauchdünn wurde das Fleisch geschnitten und präsentiert. Es ist so zart, dass man die Scheiben roh essen kann – ein Kunstwerk der Natur. Durch die Dolmetscherin konnten wir auch Fragen stellen, die sehr ausführlich und gut beantwortet wurden.

Foto von links: Harald Schilbock, Christa Schilbock, Heiko und Heike Brath, Christoph Grabowski

Später wurden dann einige Gerichte angeboten, um auch echt japanische Esskultur zu erleben. Shabu-Shabu – dieses Gericht wird mit hauchdünnem Wagyu Scheiben gemacht, die kurz in kochendem Wasser blanchiert werden. Zusammen mit dem Gemüse und anderen Zutaten kommt der Fleischgeschmack sehr deutlich zur Geltung. Es gab noch einige andere Gerichte, die alle mit Stäbchen gegessen werden konnten, weil das Fleisch kein Besteck benötigt.

Auf der Veranstaltung habe ich zudem noch einige Kollegen getroffen, die sich sehr schätze. Aus Karlsruhe waren Heike und Heiko Brath gekommen. Wir haben uns dort erstmals LIVE getroffen und hatten sofort ein sehr harmonisches und vertrautes Miteinander. Harald und Christa Schilbock kannte ich schon länger – auch sie haben ein unglaubliches Fachwissen und lieben gutes Essen. Vom Magazin „Meat in“ war der Chefredakteur Christian Linssen dabei – ein sehr sympathischer Steakliebhaber, für den natürlich Wagyu ins erstklassige Magazin passt.

Im Anschluss hat mich Christoph Grabowski durch die Verkaufshallen bei Niggemann geführt. (Wir kennen uns auch schön länger). Niggemann zeichnet sich durch sein schier unglaubliches Angebot aus und durch die gelebte Harmonie im Betrieb. Fleisch, Gemüse, Fisch, Gewürze, Obst, Geflügel, Molkerei, Schweinefleisch, Wurst, Käse…das Angebot ist traumhaft und nicht vergleichbar. Niggemann bietet seinen Kunden einen einmaligen Service und gewinnt dadurch seine Kunden aus der Lebensmittelbranche. Das konnte ich spüren im Gespräch mit dem Inhaber und mit dem Geschäftsführer. Niggemann ist ausschließlich an dem Wohlergehen seiner Kundschaft interessiert und richtet sein ganzes Tun darauf aus. So eine Firmenkultur erlebt man nur noch sehr selten. Großes Kompliment!

Sicher werden Sie sich nun fragen, ob wir bei uns Wagyu-Fleisch anbieten oder bei einem Kochkurs mit einfließen lassen. Eine Antwort kann ich so nicht geben, weil ich abwarten möchte, wie die Resonanz ist. Einfach „blind“ bestellen möchte ich es nicht, aber wenn Feinschmecker uns einen Auftrag zukommen lassen, werde ich bestimmt Kunde bei Niggemann.

Das neue Kochkurs-Programm 2017

31. Januar 2017

„Wir machen unsere eigene Wurst“ – das ist unser Thema auf unserem ersten Kochkurs im neuen Programm 2017/2018. Am 23.Feburar geht es um die Wurst. Gemeinsam werden wir die Wurst herstellen, es gibt sehr viel Informationen und alles wird natürlich auch verköstigt. Dies Art von Kurs hatten wir bisher noch nicht. Jeder Teilnehmer bekommt seine eigene Wurst mit nach Hause.
Im weiteren Programm geht es am 28.März mit einem Kochkurs zum Thema Lammfleisch. Ein echter Hochgenuss mit vielen außergewöhnlichen Gerichten. Lammfleisch gewinnt immer mehr Liebhaber und ist zurecht ein sehr tolles Fleisch.
Ein weiterer absoluter Höhepunkt wird der Abend am 27.April werden: „Bier trifft Steak!“ Ein Abend für Bier- und Fleischliebhaber. In diesem Kochkurs werden fünf hochwertige Steaks zubereitet und dazu sechs unterschiedliche und passende Bier vorgestellt. Die Biersorten werden vom einen Vollprofi präsentiert: Helge Cordes. Er ist Biersommelier und kann den Gästen sehr viel darüber erzählen. Die Steaks werden dann „Live“ bei uns in der Küche zubereitet. Moderiert wird der Abend von der bekannten „Wirtshausgeschichten-Erzählerin“ Petra Pekeler aus Vechta. Sie koordiniert auch die Anmeldungen für den Abend. Petra Pekeler, Tel.:0176-61 89 76 82 von der Tourist Information Nordkreis Vechta e.V. – nordkreis-vechta.de
Das gesamte Kochkurs-Programm kann auch auf unserer Webseite unter „Veranstaltungen“ eingesehen und ausgedruckt werden. Da die Teilnehmerzahl immer begrenzt ist, sind Voranmeldungen ratsam. Wir freuen uns auf viele gemeinsame leckere Stunden.

Glücksschmiede Handwerk – ein Buch voller Leidenschaft

25. Januar 2017

Foto: Glücksschmiede Handwerk – ein Hochgenuss für Menschen mit Visionen!

„Was können wir für sie tun, damit Sie von uns begeistert sind?“ – das ist einer meiner mein Kernsätze, die ich mit aus dem Buch „Glücksschmiede Handwerk“ von Jörg Mosler notiert habe. Das Buch habe ich Weihnachten geschenkt bekommen, aber noch nicht die Zeit gefunden, es in Ruhe zu lesen. Nun hatte ich auf einer längeren Zugfahrt die Gelegenheit ungestört zu lesen. Das war wunderbar und fast wie ein kleiner Kurzurlaub, weil ich mich auf das Buch richtig gefreut habe. Jörg Mosler ist mir als Speaker im Netz aufgefallen -  hört sich komisch an, aber er sehr viele Ideen und Themen anspricht, die mich auch beschäftigen. Verkaufen mit Emotionen – ein großes Thema, dass aus meiner Sicht in Zukunft Kaufentscheidungen herbeiführen werden.
Jörg hat nun ein Buch geschrieben: Glücksschmiede Handwerk – Erfolg wird aus Leidenschaft gemacht! Im dem Wort „Leidenschaft“ steckt auch das Wort „Leiden“ – dass kennen wir alle: Erfolg muss hart erarbeitet werden. Dabei ist es wie im Sport, dass aus „Leiden“ schnell Begeisterung und dann Erfolg werden kann. Das alles zusammen nenne ich dann gerne „Glück“. Diesen Weg beschreibt Jörg anhand seiner beruflichen Biographie sehr schön, und es passend auf den Punkt. Er war über 10 Jahre Selbständiger und sehr erfolgreicher Dachdeckermeister, bevor er spürte, dass seine Berufung und sein persönliches Glück woanders liegen. Jörg Mosler kann Menschen begeistern und beschreibt in dem Buch hervorragend, wie man emotional zum Erfolg kommt. In acht hochinteressanten Interviews sprechen andere Handwerker (viele davon kenne ich persönlich) über Ihre Erfolgsgeschichten. Es wird also nicht nur der Blick des Dachdeckermeister Jörg Mosler dargelegt, sondern es wird über den Tellerrand geschaut. Überhaupt konnte ich beim Lesen einige Parallelen zu meiner eigenen beruflichen Laufbahn feststellen, was mich noch mehr an den Text fesselte.
Das Vorwort hat übrigens der ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer geschrieben, der vor einigen Jahren zum „Neujahrsempfang des Handwerks“ in Vechta sprach. Ein Grußwort kam von einer mir ebenfalls gut bekannten Person: Nina Ruge. Sie hat den Internet-Marketingtag im Handwerk moderiert.
Oscar Wild sagte einmal: „Das Gewöhnliche gibt der Welt ihren Bestand. Das Außergewöhnliche ihren Wert!“ Wer also Veränderungswünsche in sich spürt, und wer mit Emotionen verkaufen möchte, dem möchte ich das Buch von Jörg Mosler sehr empfehlen. Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: „Folge Deiner Leidenschaft und die Begeisterung – deine Kunden, Mitarbeiter und Partner werden es spüren!“

On Tour – Besuch bei innovativen Kollegen

22. Januar 2017

Beeindruckende Betriebe: Metzgerei Wittmann und “Der Ludwig

Vor einigen Tagen war ich im Süden des Landes auf Tour. Logisch, dass man sich bei Kollegen umsieht um Anregungen und Ideen zu bekommen. Ich hatte auf einem geschlossenen Facebook-Fleischerkreis sogar meine Tour vorgestellt, damit sich interessierte Kollegen melden können. Besucht habe ich dann tatsächlich andere Kollegen, die zum Teil schon sehr lange auf meiner Liste standen.

Auf dem Rückweg war ich im Hotel eines Kollegen in Neumarkt in der Oberpfalz – bei Norbert Wittmann. Ich kannte ihn vorab nicht, aber die Übernachtungsmöglichkeit war dicht an der Autobahn und die Homepage versprach mir interessante und kreative Ideen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Familie Wittmann hat ein großes Hotel, Gasthaus, Metzgerei und ein Catering. Die Anmeldung verlief sehr einfach und ohne große Kreditkartennachweise (was ich gar nicht mag). Die Begrüßung war beeindruckend freundlich, herzlich und willkommen. Die Zimmer waren gepflegt und gut ausgestattet. Das Restaurant war sehr gut besucht. Beeindruckt hat mich die außergewöhnliche Speisekarte. Darin wurden alle Lieferanten den Produkten zugeordnet. Regionale Spezialitäten wurden mit einer Geschichte kurz beschrieben. Rinderrassen und Steaksorten wurden fachlich hervorragend erklärt und in Bildern festgehalten. Der Betrieb wird ökologisch geführt. Naturbelassene Zutaten, meist aus kontrollierten biologischen Anbau kommen hier zum Einsatz – die ausnahmslos in der Region eingekauft werden. Die Weißwurst ist der „Leuchtturm“ des Betriebes und wird entsprechend in der Karte aufgeführt. Sehr kreative Gerichte gab es dazu, z.B. ein Weißwurst-Carpaccio (mega klasse!). Tochter Nadja war 2013/2014 die erste Weißwurstkönigin! So gibt es rund um die Weißwurst tolle Präsente, ein königliches Weißwurst-Kochbuch (toll gemacht), und die Weißwurst-Akademie. Kollege Wittmann versteht es wirklich sehr gut, sein Fachwissen den Gästen zu vermitteln. Die Akademie ist gleichzeitig ein Museum, mit zahlreichen Exponaten, Maschinen und Werkzeugen aus der Geschichte des Metzgerhandwerks. Norbert Wittmann hat mir das Museum in einer privaten Führung vorgestellt. Viele der Geräte kannte ich noch aus meiner Lehrzeit, doch die meisten Geräte waren viel älter.
Zur Verköstigung habe ich mir noch etwas mitgenommen: Saure Zipfel, Bofflamott, Weißwürste, Weißwurst-Kochbuch, die Norberto-Salami, Tomahawk Steak vom Schwäbisch-Hällische Landschwein und ein Brotzeit-Box mit sechs Dosen. Danke für die Zeit, die Gespräche und die Gastfreundschaft, lieber Norbert Wittmann und Mitarbeiter. Ich werde bestimmt einmal wiederkommen (wenn das neue Hotel 2018 fertig ist!)


Meine Weiterfahrt führte mich nach Schlüchtern – das Mekka der Steakfans! Kollege Dirk Ludwig führt hier mit seiner Frau ein unglaublich innovatives Fachgeschäft. Ich kenne und schätze Dirk schon sehr lange – zu einem Besuch hat es nie geklappt. Leider war das Ehepaar Ludwig urlaubsbedingt nicht anwesend, aber mir wurde der Leiter der Steakschaft Dominik Rossbach zugeteilt. (Danke dafür!) Dominik ist Koch und Leiter eines europaweit einmaligen Projekts: Die Steakschaft! Die Steakschaft ist die erste Fleischerlebniszentrale in Europa. Direkt angrenzend an die Metzgerei hat Dirk Ludwig ein Paradies für Steakfans und Fleischfreunde geschaffen: In der Steakschaft kann man nicht nur einfach Steak kaufen, sondern Steak erleben. Das Fleisch hängt sichtbar in einer Dry Aging Reifekammer mit Salzkristallwand, in dem das Fleisch über Monate reift. Die TV-Teams, Promiköche, BBQ-Größen und Steakfans geben sich hier die Klinke in die Hand und haben diesen Ort zu einer Pilgerstätte gemacht. Ich bin wirklich tief beeindruckt, wie hier Fleisch in aller höchster Vollendung angeboten wird.
Im Verkaufsraum findet dann ein Feuerwerk von Iden statt. Die Theke war sehr schön eingeräumt und es herrschte Hochbetreib zur Mittagszeit im Laden. Im Laden spürt man sehr deutlich, dass hier das Handwerk mit sehr viel Leidenschaft gelebt wird. Das Verkaufsteam war sehr aufmerksam, hochmotiviert und sehr harmonisch untereinander. Es macht richtig Spaß, so etwas zu erleben. Dazu die unzähligen kleinen Dinge, die es im Laden zu entdecken gibt. Kompliment auf ganzer Linie, liebe Familie Ludwig.
Zur Verköstigung habe ich mir folgendes einpacken lassen: ein ausgereiftes Côte de Boeuf Dry Aged ein Smoked Rib Eye Steak, Vollmondsalami, Altes Ferkel – Dry Aged Kotelett, Schwarten Magen (habe ich noch nie gegessen!) sowie ein Kinderkochmesser von Tim Mälzer…
Was die Ludwigs geschaffen haben verdient meine höchste Anerkennung und verdient das Prädikat: besonders empfehlenswert!

Fehlerkultur und Lernen aus Fehlern

12. Januar 2017

Foto: Der Gummiring soll das Glas verschlossen halten…

Nicht immer klappt alles und man macht dann auch Fehler. So habe ich gestern „Currywurst im Weckglas“ hergestellt und etwa 20% der Gläser sind nicht geschlossen geblieben. Einige Gummiringe haben sich beim Kochen wenige Millimeter verrutscht. Dadurch konnte kein Vakuum im Glas aufgebaut werden und die Gläser blieben nicht verschlossen. Das ist sehr ärgerlich, weil der Inhalt entsorgt werden muss. Man kann bei der Herstellung von Glaskonserven viele Fehler machen. Warum nun so viele Gläser nicht verschlossen blieben, darüber zerbreche ich mir gerade den Kopf. Das Ausgangsmaterial und die hausgemachte Currysauce waren sehr gut. Die Temperatur im Kessel (wir kochen bei +107°C ein) stimmt. Der Druck im Kessel was konstant bei 1,5 – 1,7 Bar. Kurzseitig war er mal auf 2,0 Bar angestiegen. Die gefüllten Gläser wurden sauber verschlossen – der Gummiring lag immer gut auf. Das Füllgewicht der Wurst im Glas habe ich sehr genau und gewissenhaft gemacht. Bei der Aussortierung möglicher Fehler sind mir drei Sachen aufgefallen, die als Ursache angenommen werden könnte. 1. Die Kochzeit habe ich um 45 Minuten überzogen, weil ich den ganzen Kochvorgang vergessen hatte. 2. Ich habe zu viel Currysauce ins Glas gefüllt. Die Wurst hat sich ausgedehnt und konnte nur über die Gummidichtung entweichen. 3. Wenn man den Druck vom Kessel lässt, muss man genau auf den Gegendruck achten. Öffnet man den Kessel zu schnell, können die Gläser sogar platzen.
Da ich in den nächsten Tagen erneut „Currywurst im Weckglas“ kochen muss, liegt mein Augenmerk jetzt auf jede Kleinigkeit im Produktionsablauf. Durch Fehler lernen – das treibt mich ungemein an.

Segeln Sie mit uns!

4. Januar 2017

Wasser, Wind und Wellen…dazu herrlich schlemmen. Das haben wir uns aufs „Segel“ geschrieben für ein besonderes Event vom 12. Bis 14.Mai 2017. Gemeinsam segeln wir von niederländischen Harlingen auf der Poseidon. Auf dem gesamten Segeltörn werden wir alle Gäste kulinarisch begleiten. Auf dem Boot ist eine perfekte Küche eingerichtet, in der man gut arbeiten kann. Wir haben auf dem Segler auch schon eine Hochzeit über einige Tage begleitet und kennen daher die Örtlichkeiten. Unser Angebot für diese Reise ist ein Komplettangebot, inkl. Übernachtung (auf dem Boot), Verpflegung, Getränke usw.
Ich erinnere mich sehr gerne an meine erste Tour auf dem Segler. Meine Sorgen zum Thema Seekrankheit oder Segelkenntnisse waren völlig unbegründet. Die Segelcrew hat wirklich alles im Blick und es war ein wunderbares harmonisches Miteinander. Auch die abendlichen Stunden auf dem Schiff oder der Landgang auf den westfriesischen Inseln waren von einer besonderen Atmosphäre.
Dieses Erlebnis möchten wir gemeinsam mit Kunden, Gästen und Freunden noch einmal aufleben lassen. Auf unserer Homepage finden Sie dazu weitere Informationen (Startseie unten). Lassen Sie sich rechtzeitig eine Kabine reservieren. Ideal ist es auch, wenn man mit einem befreundeten Paar, einer Gruppe oder mit Arbeitskollegen diese Tour unternimmt. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir gemeinsam ein paar maritime Tage verbringen können, die bestimmt „lecker und fröhlich“ sein werden!

Und – wie feiert Ihr Silvester?

30. Dezember 2016

Foto: Am Jahresende geben wir noch einmal “Vollgas”…

Das Jahr neigt sich dem Ende – eine letzte Hürde steht vor uns: Silvester! Auch in dieser Woche gab es immer noch Anfragen, ob man zu Silvester noch etwas bestellen kann. Dabei sind wir seit Anfang Oktober für den Jahreswechsel ausgebucht. Ich glaube, es sind etwa 600 Personen, die an diesem Wochenende beköstigt werden wollen.

Wir müssen also nur noch Putenfilet in Kräuterrahm, Lachs auf Gemüsebeet, Entenbrust in Portwein, Hähnchenfielt in Sherry Rahm, Lasagne, Schweinelendchen mit Champignons, Schnitzel (+600!), Kaminbraten, Wildschweinbraten, Hackbällchen, Rouladen, Kasseler Lachs, Hähnchenschnitzel, Tilapia Fischfilet, Chicken-Sticks, Krautsalat, Brötchen backen. Schnitten mit Forellen, Canapés, Röstitaler, Käse-Lachsröllchen, Mozzarella-Spieße, Gemüseplatten, Röstkartoffeln, Kartoffelgratin, Fischplatten, Käseplatten, Schinkenröllchen, Hühnersuppe, Rindfleischsuppe, Gulaschsuppe, Stammtischsuppe, Minestrone, Ofenkartoffeln, Nudeln Feldsalat mit Pfifferlingen, Rucola Salat mit Parmesan, Schneegestöber (Dessert), Beerengrütze, 10 verschiedene Antipasti Sorten, Rotkohl, Mischsalate, Dressing Saucen, Obstsalat, Panna Cotta, Herrencreme, Vanille Quark, Rigantoni, Pilzpfanne und Kartoffelcreme herstellen, sowie das Porzellan, Besteck und Anlegebesteck packen.

Erst dann können wir sagen: Danke 2016 – willkommen 2017!

Friedliche und genussvolle Weihnachten

25. Dezember 2016

Foto: Aufnahme aus unserer Genuss-Küche

Frohe Weihnachten!

Wir freuen uns, dass wir zusammen das Fest feiern können. Es ist aber auch Zeit Danke zu sagen.
Danke an die vielen Kunden – ohne Euch und Eure Wünsche würde es uns gar nicht geben
Danke für Euer Verständnis – nicht alles klappt, nicht alle konnten wir bedienen
Danke an die Mitarbeiter – für Euren unermüdlichen Einsatz in den letzten Wochen
Danke an unsere Lieferanten – Verlässlichkeit und Vertrauen kommt nicht vom Himmel gefallen
Danke an die zahlreichen Fans – wir kennen nicht alle, aber wir sind sehr stolz auf jeden Besucher
Danke an unsere Kollegen – der Austausch ist uns immer sehr wichtig
Danke für die vielen Briefe und Wünsche -  sie sind der Balsam auf unsere Seele
Danke, dass es Euch gibt!