Vegane Kost für Fleischer

Foto: Ist “vegane Wurst” auf der Überholspur oder ist es eine Sackgasse?

Am Dienstag hatten wir bei uns im Restaurant die Innungsversammlung der Fleischer aus dem Landkreis Vechta. Neben den üblichen Regularien haben wir eine besondere Verköstigung gemacht. Vegane und vegetarische Gerichte wurden getestet und beurteilt. 22 verschiedene Produkte haben wir dazu eingekauft und zubereitet. Dazu war ich im Vorfeld zum Einkauf in einem Bioladen, in einem Reformhaus und in einem Supermarkt. Natürlich wurde ich beim Einkauf „erkannt“ und sofort befragt: „Herr Freese, wollen Sie die Partei wechseln…?“

Mir ging es bei dem Thema aber um viel mehr. Jeder Kollege soll sich durch die Verkostung eine persönliche Meinung bilden. Es soll ein bunter Querschnitt aus dem sehr vielfältigen Angebot gezeigt werden und versucht werden, eine Antwort auf die Fragen zu finden. „Warum sind diese Produkte im Trend?“ Jetzt werden Sie bestimmt denken: „Na wenn Fleischer vegane Gerichte probieren, dann ist das Ergebnis ja schon vorher klar!“ In der Vorbereitung zu meiner Innungsversammlung hatte ich einen sehr guten, informativen und ehrlichen Mailkontakt mit der Pressestelle der Fa. Rügenwalder. Die Firma ist Vorreiter und Marktführer von den vegetarischen / veganen Lebensmitteln.

Auch einige Produkte von der Rügenwalder Mühle waren im Einkaufskorb und wurden getestet. Weitere Gerichte waren: fleischlose Schnitzel, Wiener, Grillsteak (fleischlos), Rouladen gegart (fleischlos), Teewurst ohne Fleisch, Leberkäse und Aufschnitt (ohne Fleisch) Hackfleisch ohne Fleisch, Fleischsalat ohne Fleisch, Fleischwurst ohne Fleisch, Salami mit groben Pfeffer (fleischlos) Bolognese (2 Sorten, vegetarisch) und viele weitere Gerichte. Ich möchte jetzt keine Bewertungen und Stimmen meiner Kollegen weitergeben.

Verwundert waren wir nur darüber, dass Produkte die kein Fleisch enthalten als „Wurst“ und „Fleisch“ bezeichnet werden dürfen. Einige Gerichte waren lecker, andere fanden weniger Begeisterung. (das ist aber normal – oder?) Auch die Kennzeichnung der Lebensmittel und der Kilopreis sorgte für viel Diskussionen. Mir ist auch wichtig, dass kein Keil getrieben wird zwischen Menschen, die das Fleisch schätzen und anderen, die sich vegan / vegetarisch ernähren möchten. Jeder soll das essen, was er aus den unterschiedlichsten Gründen mag. Das Angebot ist überall riesig und bietet viele Qualitätsunterschiede. Haben Sie schon einmal „vegane Wurst“ oder ein „veganes Gericht“ im Supermarkt gekauft? Mich würde Ihre Meinung sehr interessieren.

4 Reaktionen zu “Vegane Kost für Fleischer”

  1. Martin Heinzig

    Jeder soll bei der Auswahl seiner Lebensmittel glücklich werden, aber diese sind nicht mehr als der Name sagt: Mittel die wir zum Leben brauchen. Wer dann auch noch möglichst gesund essen will – genau gesagt seine Ernährungs- und Lebensweise gesundheitlich positiv beeinflussen will – muss nur wenige Grundregeln beherrschen: von allem etwas und von nichts zuviel. Alles andere ist weithehend Glaube, Irrglaube, Ideologie und inzwischen Ergebnis von punktuell erfolgreichem Marketing. Eine Ernährungsweise mit oder ohne Fleisch oder Fleischerzeugnisse, beides funktioniert im Prinzip.
    Nun zu der persönlichen Erfahrung mit sog. Vegan-Produkten. Um es gleich vorweg zu sagen, so ist meine Einschätzung ambivalent. Offenbar gibt es sehr gute und sehr schlechte Produkte. Das gute: hier hatten wir eine Familienfeier und die vom Partyservice ausgelobten Teigtaschen (“Klebt fürchterlich beim Garen und hinterher beim Saubermachen”) für die Veganer-Familie vorgesehen, natürlich neben den obligatorischen Gemüse- und Salatzubereitungen. Die Familie sagte zur Feier kurzfristig ab und die Frage war, was tun mit den speziellen Produkten. Im Ergebnis waren die gefüllten Teigtaschen geschmacklich hervorragend und konnten mit allen anderen Produkten der Feier mithalten. Aber, vegane Leberwurst: noch niemals zuvor habe ich eine derart schlechte Ware verkostet. Keine Spur einer geschmacklichen Ähnlichkeit mit dem Original: künstlich, tranig – ja man schmeckte schon die vielen Zusatzstoffe heraus, und das wars. Mein Fazit: Verzicht auf Genuss, das geht gar nicht. Aber Verdienst der gegenwärtigen Modewelle ist eine tatsächliche Bereicherung des Lebensmittelangebots. Was soll man dagegen haben, wenn es auch noch schmeckt, wenigstens zum Teil, …. und zusätzlich Umsatz bringt?

  2. Ludger Freese

    Danke lieber Martin für den sehr ausführlichen Kommentar – zumal er von einem echten Fachmann kommt. Für mich persönlich waren die veganen Rouladen und die fleischlose Salami ungenießbar. Gut war für mich der fleischlose Fleischsalat und die vegetarische Schinkenspicker.

  3. Monika Meurer

    Wieder mal eine tolle Aktion von Euch!! Respekt! Ich finde es immer wieder erfrischend wie Ihr an die Dinge heran geht und auch mal etwas ausprobiert oder unkonventionell handelt. Bitte weiter solche Aktionen!

  4. krassdaniel

    Nö, ich bleibe da lieber bei meinen vertrauten echten Produkten. Fleisch in guter Qualität oder selbst zubereitetes vegetarisches (Gemüse, Suppen, …), nicht so merkwürdiges Fertigzeugs aus der Chemiekastenküche der Lebensmittelindustrie. Ich wundere mich aber auch jedes mal, wenn in den Supermarktflyern “vegetarische Chicken-Nuggets” angeboten werden…

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