Ich hätte gerne 250g Brötchen

Foto: Das Brötchen kommt bei 5,30 € /kg auf einen Preis von 0,29 €/Stück

Sie denken vielleicht, der Freese hat doch nichts mit Brötchen zu tun. Das ist aber nicht ganz richtig, denn fast jedes Buffet wird mit Brotspezialitäten ausgeliefert. Es gibt den „Lui-Burger“, Canapé, Schnittchen, wird haben das Riesenbrötchen als Suppentasse für Gulaschsuppe und viele Schwarzbrotsorten im Laden.
Die EU plant nach der korrigierten „Gurkenverordnung“ (dürfen wieder krumm sein!!!) nun ein neues Bürokratiemonster. Sie möchte, dass die Bäcker ihre Brötchen und Kleingebäcksorten nach Gewicht verkaufen. („Hätte gerne 5 Brötchen!“ -  „Darfs etwas mehr sein…?“)

In einigen europäischen Ländern ist der Brotverkauf nach Gewicht schon üblich. Die deutschen Bäcker finden aber, es ist eine „unverschämte Bevormundung der Bürger!“
Wie finden Sie das? Ist ein Brötchen nach Gewicht eine faire Sache? Haben die Bäcker nur Angst, dass der tatsächliche Preis ans Licht kommt? Sollen die EU-Gesetzesleute sich um wichtigere Dinge kümmern? Könnten sie sich an eine solche Preisauszeichnung gewöhnen? Der Markt soll es selber regeln?

Übrigens, bei uns werden die „Brötchen“ schon seit Jahrzehnten nach Gewicht verkauft -  und zwar in Form einer Frikadelle…! :-)


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Keine Reaktion zu “Ich hätte gerne 250g Brötchen”

  1. Balu

    Ich muss gestehen, dass mir eine Entscheidung schwer fällt.

    Einerseits sollte sich die EU nicht überall einmischen und alles regulieren.

    Andererseits werden die Brötchen immer kleiner (ich glaube, es gibt eine Mindestgröße?) und warum soll ich bei einem Bäcker mit kleineren Brötchen dasselbe zahlen wie bei einem mit großen? Sind die großen trotzdem gleich schwer, nur “fluffiger”?

    Wieso soll ich die Hälfte eines Brotes bezahlen, wenn die Veräuferin das offensichtlich nicht abschätzen kann und mir nur ein drittel abschneidet?

    Aber würde ich mit Brötchen nach Gewicht klarkommen? So weiß ich wenigstens, dass ein Brötchen XY Cent kostet.

    Auch gibt es immer mal wieder nette Verkäuferinnen, die einem 2 Brötchen mehr einpacken, “weil die anderen so klein geraten waren”.

    Es funktioniert ja im großen und ganzen im Moment. Wieso also ändern?

  2. Karsten

    Mir geht es wie Balu. Auf der einen Seite werden die Broetchen und Brote oft kuenstlich aufgeblasen, um Mehrwert zu sugerieren, andererseits gibt es immernoch den Baecker des Vertrauens, wo man mal ein oder zwei extra bekommt.

    Da bei EU-Regeln meist nix sinnvolles rauskommt waere ich tendenziell fuer Regulierung ja, aber nicht durch die EU. Unterm Strich sollte das mal eine Regel werden, die den traditionellen Handwerksbetrieben hilft, weil sie die Luft-Semmeln von Discounter und Tanke transparent werden laesst.

  3. Ludger

    Bei uns gegenüber ist ein Kiosk, wo es sehr leckere Brötchen gibt. Sie werden da nur aufgebacken und kommen sicherlich aus einer europäischen Großbäckerei. Sie sind viel kleiner als beim örtlichen Bäcker, die fast den doppelten Umfang haben. Ich glaube aber, dass sie ein ähnliches Gewicht haben. (fuffiger- ein schöner Begriff)

    Wenn ich dann aber sehe, dass es Stellen gibt, wo 10 Brötchen 1,00 Euro kosten (inkl. der Bild) dann hat das mit Bäckerhandwerk sicherlich nicht mehr viel zu tun. Die lasse ich gerne liegen und kaufe dafür ein Vollkornbrot. (Auflage: dünner Schinken – 3-fach gelegt…)
    Für solche Stellen wäre eine Kilopreisangabe sicherlich nützlich.

    Ich sehe aber auch die enormen Kosten für die Betriebe. Jede Verkaufsstelle wird mind. eine Waage kaufen müssen. Da Bäcker viele Filialen haben, wird das bestimmt nicht “lustig”, wenn plötzlich 22 Waagen gekauft werden müssen…

  4. Escoffier

    Ich befürworte sehr einen Verkauf nach Gewicht. Ich verkaufe in meinem Betrieb Brötchen, (Schrippen) die 80 gr. wiegen. Das sind zwar Industrie-Rohlinge, die ich im RATIONAL Self COOKING Center perfekt backe, (nicht aufbacke, das ist etwas anderes) die sind gehaltvoll, haben entsprechende “Wolle” und werden von meinen Kunden sehr geschätzt. Ein Bäcker in meiner Nachbarschaft verkauft Brötchen (Schrippen), die größer sind als meine. Die Waage zeigt allerdings nur 50 gr. an. Ich mag diese aufgeblasenen Brötchen überhaupt nicht und ärgere mich darüber. Im Moment sind ja gerade Schinken und Käse “in aller Medien-Munde” Vielleicht sollten mal die Brötchen auf den “Medien Prüfstand”. ;-)

  5. ednong

    Hm,
    ein Verkauf nach Gewicht fänd ich nicht sinnvoll. 3 Brötchen sind 3 Brötchen – soll ich dann sagen “ungefähr 175 g Brötchen”?

    Aber für eine Gewichtsangabe bei den Brötchen und Broten wäre ich schon – und zwar so groß, dass sie jeder Kunde selbst lesen kann. Zusammen mit einem Grundpreis. Denn ich denke, die Brötchenrohlinge haben bei den Großbäckereien und traditionellen Bäckereien ein – mehr oder minder – festes Gewicht. Klar, das ist von Bäcker zu Bäcker unterschiedlich, und das würde ich gerne transparent machen wollen damit. A la “Unsere Brötchen wiegen im Schnitt 80 g” fänd ich hilfreich. Ob das einzelne Brötchen nun 77 oder 83 wiegt wird den Kohl nicht fett machen, da ich ja dann auch sagen kann, dass ich dieses oder jenes Brötchen möchte.

    Die Brötchen meines Bäckers auf dem Markt sind klein. Aber beileibe nicht so fluffig wie die industriell gefertigte Ware. Und aus echtem Sauerteig. Ich werde nächste Woche mal wiegen, wie schwer die sind. Die von diesem WE sind schon verspeist …

  6. Sivie

    Mir gefällt ednongs Vorschlag am besten. Ich möchte ja auch nicht eine halbe Stunde warten, weil der Mensch vor mit 8 verschiedene Brötchen kauft und alle einen anderen Kilopreis haben.

  7. Rainer Prüm

    Den Brötchenpreis nach Gewicht zu berechnen, fände ich fair. Ich kann ja nach wie vor 4 Brötchen ordern, nur bezahle ich die dann nach Gewicht. Und sooooo viel länger dauert der Kaufakt dann auch nicht!! Jedenfalls gäbe es bestimmt keine Brötchen mit “Luftlöchern” mehr. ;-)
    Gruß Rainer

  8. Milan

    @ednong,
    bestellst du beim Fleischer auch immer 154 Gramm Bratwurst auf das er dich fragt ob er auf 2 Bratwuerste aufrunden oder auf eine abrunden soll?

    Das wuerde im Prinzip wie beim Fleischer auch laufen. Waren aussuchen, Waren werden je nach Gewichtsgruppen zusammengewogen und der Preis addiert.

    Funktioniert in sehr sehr vielen Laendern weltweit wunderbar!

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