Das 10-Gang Menü im Hangar 7

20. März 2018

Foto: Gemütliche Runde mit sehr netten Piraten von der “Insel.Zeit!”

Wenn ich hier im Blog über ein ganz besonderes Event schreibe, dann versuche ich diese Begeisterung weiterzutragen. Ich hatte vor einigen Tagen eine Einladung nach Salzburg in den „Hangar 7“ von Red Bull. Die „Insel.Zeit Piraten von der Kos-Gruppe“ hatten zum Treffen nach Österreich eingeladen. Die Anreise ist natürlich sehr weit, aber die Lokation und der besondere Ort im Gebäude versprachen für mich eine Art Bildungsreise.

Carina aus der Gruppe arbeitet im Medialen Bereich des Saftherstellers. Sie hat schon sehr viele Spitzenköche aus aller Welt visuell begleitet und konnte uns daher die Türen im „Hangar 7“ öffnen. Wir waren nicht im normalen Gastrobereich des architektonisch sehr schönen Gebäudes, sondern als besondere Gäste mitten in der Küche unter zahlreichen Köchen.

Zunächst haben wir die Ausstellung besucht. Formel-1 Fahrzeuge, Flugzeuge, die Raumkapsel von Felix Baumgartner und viele weitere Hingucker waren für mich als Rennsport-Fan ein wahres Erlebnis. Die Küche befand sich im unteren Bereich des Gebäudes. In der Küche arbeiten ca. 35 Köche. Wir wurden per Handschlag von den Hauptköchen begrüßt. Unser festlich gedeckter Tisch befand sich mitten in der Küche – ein Platz, an dem nur sehr wenige Menschen Zugang finden. Wir hatten ständig Blick auf das emsige Geschehen der gesamten Crew. Wir wurden sogar aufgefordert, uns zwischen den Köchen zu bewegen, Fragen zu stellen und die Arbeit zu fotografieren. Für mich unglaublich, weil hier nur die „Créme de la Créme“ sehr konzentriert und hochprofessionell arbeiten muss.

Die Küche im „Ikarus“ (so heißt das Restaurant) hat die Besonderheit, dass jeden Monat ein Spitzenkoch aus der Welt als Gastkoch dort seine Gerichte präsentiert. „Die besten Köche der Welt“ – so heißt auch die Sendung von Servus-TV (Red Bull Kind) – die das Genussvolle Event immer vorstellen. Im März ist Nick Bril (ausgezeichnet mit drei Michelin Sterne) Gastkoch. Er hat in einer alten Kirche in Antwerpen seinen Gourmettempel (The Jane, Antwerpen, Belgien)

Das 10-gänige Menü wurde vom Weinsommelier und Chefkellner Max hervorragend präsentiert. Bei jedem Gang kamen einige Köche an unseren Tisch und stellten die wunderschön hergerichteten Speisen vor. Dazu wurden passenden Spitzenweine serviert. Die Kombination Essen-Aufmachung-Vorstellung-Genuss-Harmonie-Spaß-Küchenduft und über die Schulter schauen, machten aus diesen Abend ein unvergessliches Erlebnis.

Mein Dank für die Einladung gilt meinen Freunden von der „Insel.Zeit“ und ganz besonders an Carina für Ihr Arrangement. Ich bin sehr gerne zum „Essen kommen!“ nach Salzburg gefahren.

Wie siehst Du Tierwohl – Zeit zum Handeln?

15. März 2018

Foto von: Ramona Unger
Über das Thema „Tierwohl – Tiergesundheit“ wird sehr viel diskutiert. Viele Meinungen, Blickwinkel, Interessen und Ansichten prallen hier aufeinander. Letztendlich ist dieses komplexe Thema eine gesellschaftliche Aufgabe, die so gelöst werden sollte, dass fast alle damit zufrieden sind. Eine 100%-ige Übereinstimmung aller Bedenkenträger wird es hier nie geben, weil der Handel, die Landwirte, das Fleischerhandwerk, die Fleischindustrie, der Verbraucher, der weltweite Handel und der Gesetzgeber unterschiedliche Interessen haben. Leider können uns hier die Tiere – um denen es eigentlich in erster Linie geht – keine Auskunft geben.

Natürlich versuche ich mich auch darüber zu Informieren. Wir kaufen unsere Waren dazu sehr bewusst ein. Eigentlich wollte ich dazu eine Interviewserie starten, mit Persönlichkeiten aus den Verbänden, der Industrie, dem Handel und mit Kollegen. Meine Region ist bundesweit wegen der enormen Viehdichte bekannt und hat dazu viele Interviewpartner. Bei der Erstellung der Fragen wurde mir aber deutlich, dass man ein so umfassendes Thema nie mit ein paar Fragen beantworten kann. Tierwohl ist heute ein zentrales Thema, das vom Kunden zurecht eingefordert wird. Hier beginnt aus meiner Sicht schon die Diskrepanz, weil Fleisch immer noch als „Lockmittel“ auf den Angebotsflyern zieht. Wer billig verkaufen möchte, muss auch entsprechend günstig einkaufen. Das geht dann über Menge, Schnelligkeit, günstige Lohnkosten und viele weitere Stellschrauben. Viele Parameter kommen immer wieder beim Tier an. Tierwohl rückt dann leicht in die zweite Reihe, weil wirtschaftliche Interessen in der ganzen Schöpfungskette zu bestimmend sind.
Foto von: Pascal Sasse
Ich finde, dass hier das Bezahlsystem an die Landwirte eine Veränderung bringen könnte. Faktoren wie Stallanlage (Tieranzahl im Stall, Lüftung, Licht, Stroh) Freilauf, der Einsatz von Medikamente, usw. sollten bei der Bezahlung der Tiere mit berücksichtig werden. (Anmerkung: Warum kann der Landwirt eigentlich nicht seinen Verkaufspreis selber bestimmen, statt dessen bekommt er einen Preis vorgesetzt?)  Das sich „Mehrarbeit“ auch auf einen „Mehrpreis“ ausschlägt, ist logisch und nachvollziehbar. Wenn aber der Landwirt durch ein anderes Bezahlsystem mehr verdient, kann das Tierwohl viel schneller umgesetzt werden.

Nur der Verbraucher hat hier die Macht durch sein Einkaufsverhalten eine Marktveränderung herbeizuführen. Diese „Macht“ wird jedoch immer wieder mit „Billigpreisen“ entmachtet – und der Lebensmittelhandel schafft dazu immer wieder Verlockungen. Diese Entwicklung ist nur schwer zu durchbrechen.

Sehr positive Konzepte schaffen hier aber eine langsame und ich hoffe langfristige Veränderung. So begrüße ich den Meinungswandel des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur Haltungskennzeichnung bei Tieren. (Ähnlich wie bei den Eiern) Es gibt aber auch sehr gute Ansätze wie den „Aktivstall für Schweine“ den „Privathof von Wiesenhof“, Artgerechte Schweinhaltung (Kontaktaufbau zu Züchtern von Schweinen, Facebook), Freilandhaltung wie z.B. auf dem Adrianenhof und viele Tierhaltungen in kleinsten Einheiten. Aber auch Interessensverbände versuchen hier den Dialog zwischen der Landwirtschaft, der Gesellschaft, Handel und Kunden aufzubauen. Exemplarisch möchte ich hier die „AEF-OM“, Initiative Tierwohl und den Tierschutzbund benennen.

Es gibt hier sehr viel Menschen, die eine außergewöhnliche Haltungsform für mehr Tierwohl bieten. Ich kenne leider nicht so viele. Bestimmt gibt es aber unter den Lesern einige, die über besondere Landwirte berichten möchten. Im Kommentarfeld ist dafür geöffnet.

Mir geht es in diesem Beitrag darum, dass wir Verbraucher (zu denen ich auch gehörte) mit dem Tierwohl nicht weiterkommen, wenn wir uns gegenseitig mit Vorwürfen, Schuldzuweisungen oder sogar kriminelle Handlungen blockieren. Vielmehr sollten wir sachlich bleiben und bereit dafür sein, für ein faires Lebensmittel (Mittel-zum-Leben) auch einen guten Preis zu zahlen – und der muss höher liegen aus auf den heutigen Level. Die Gesundheit der Tiere – und folglich daraus auch unsere eigene Gesundheit (!!!)- wird es uns danken.
Meine Fragen:
Wie ist Deine Meinung dazu?
Kennst du tolle Betriebe mit bemerkswerten Haltungsformen?
Was ist Dir der Tierschutz wirklich wert? (an der Ladentheke)

Steaks, Steaks, Steaks – wir beschränken uns!

5. März 2018

Foto: Herrliche Steaks – wie hier ein Dry-aged Steak – werden wir für Sie zubereiten

Für uns ist es immer sehr erfreulich, wenn ein Kochkurs schon sehr früh ausgebucht ist. Es zeigt uns, dass wir mit dem Thema viele interessierte Genussmenschen erreicht haben. Mit dem Kurs „Steaks, Steaks, Steaks – wir beschränken uns!“ ist der erste Kurs am 24.April 2018 schon völlig ausgebucht. Obwohl gerade vier Teilnehmer berufsbedingt absagen mussten, kam schnell Ersatz und der Kurs ist wieder voll. Daher haben wir uns überlegt, einen zweiten Termin anzubieten. Zusätzliche Steaks werden am 26.April 18 (ab 19 Uhr) präsentiert und aufgelegt.

Wir werden außergewöhnliche Steaks zubereiten, über Fleischreifung sprechen und verschiedene Garmethoden vorstellen. Das wird alles sehr unterhaltsam mit kühlen Getränken stattfinden. Am Ende des Abends werden Sie nicht nur viel Sicherheit beim Braten von Steaks gewonnen haben, sondern auch tolles Fleisch probiert haben und einiges über die richtige Würzung erfahren.

Wenn Sie also einen „beschränkten Abend – nur mit Steaks und so“ erleben möchten. Dann melden Sie sich bitte rechtzeitig. Alle weiteren Kochkurse finden Sie auch auf unserer Webseite.

Kalbsherz über 55 Stunden gegart

4. März 2018

Die Zubereitung von einem Kalbsherz habe ich in eine kleine Foto-Doko zusammengestellt. Das besondere Fleisch wurde über 55 Stunden (!) Sous-vide gegart.

So habe ich das Kalbsherz bekommen. Es hat im oberen Teil etwas Fett und im Herz sitzt ein kleiner Knochen (Der einzige Knochen im Rind, dass nicht mit einem anderen Knochen verbinden ist) Das Herz wiegt etwas über 1 kg.

Das Fleisch wurde pariert – vom Fett, Sehnen und Knochen befreit. Alles was man nicht mit garen möchte, wird abgeschnitten. Es bleibt das sehr magere Fleisch übrig.

Das Herz habe ich längst halbiert und zusammen mit Rosmarin, Orangenscheiben, rote Zwiebeln und einer Knoblauchzehe in den Sous-vide Folie gelegt und dann luftdicht verpackt.

Das Wasserbad wird vom Sous-Vide Gerät auf 62°C aufgeheizt. Die Temperatur wird über den ganzen Zeitraum konstant und sehr genau gehalten. Die genaue Temperatur ist der Grundstock für den Erfolg.

Nach 55 Stunden (!) im Wasserbad bei genau 62°C wurde der Beutel aus dem Sous-Vide garer genommen. Eine sehr lange Zeit, die aber dem stark beanspruchten Muskel einen enormen Qualitätsvorteil gibt.

Aus der Folie entnommen und von Kräutern, Orangen und Zwiebeln befreit, habe ich das Fleisch als Steak geschnitten. Leicht mit Meersalz bestreut und in der Pfanne mit etwas Olivenöl angeröstet.

Das so gegarte Kalbsherz ist ein Hochgenuss und butterzart. Ich habe es nur noch mit frisch gemahlen Pfeffer nachgewürzt. Wer möchte serviert dazu Kartoffelpüree und Bio Möhrchen auch Sous-vide gegart (mit etwas Butter, Salz und Zucker)

Lesenswerter Buchtipp: Die F@chkräfteformel

28. Februar 2018

Foto: “Die Fachkräfteformel” in der Räucherkammer zwischen vielen Würsten und Rauch! Dokumentation für Veränderung, Kreativität, Querdenker, Emotionen, Leidenschaft, Begeisterung, Handwerk, Haltbarkeit…

Kennen Sie einen Menschen, der Ihnen unglaublich sympathisch ist, ohne dass Sie ihn je persönlich getroffen haben? Ich kenne so jemanden! Eigentlich nur aus dem Internet, über seine Videos, seine Bücher und aus einem Podcast-Interview. Für mich ist er ein Querdenker, Visionär und ein Mensch mit einer tollen Beobachtungsgabe. Er kann hervorragend über den Tellerrand denken und seine Gedanken in pure Begeisterung anderen erzählen: Ich schreibe über Jörg Mosler!

Jörg ist Dachdeckermeister – oder besser: er war selbstständiger Dachdecker, bis seine Leidenschaft sich zu verändern immer stärker wurde. Heute ist Jörg Bestsellerautor, Speaker und er berät Handwerksunternehmen. „Er lebt sein Handwerk!“ – so beschreibt das „Handwerk Magazin“ den kreativen Menschen.

Wenn so ein erfahrener Handwerker ein Buch schreibt, kann das nur mit Erfolg gekrönt sein. Der Titel des Buches hat einen sehr aktuellen Bezug zum aktuellen Arbeitsmarkt in Deutschland: Die F@chkräfteformel! Er schreibt den Titel tatsächlich mit dem „@“ in dem Wort und umschreibt dabei schon ein sehr gut, in welche Richtung seine Denkanstöße gehen. Handwerker haben immer die Nähe zum Menschen und das Internet! Aus dieser Verbindung wird eine unschätzbare Energie freigesetzt, die er in unzähligen und lebhaften Beispielen beschreibt. „Das Internet ist das beste Werkzeug, das dem Handwerk seit der Erfindung des Hammers geschenkt wurde. Es legt die Macht buchstäblich in Ihre Hände“ – (Jörg im Kapitel „Die Macht ist mit Euch“ Seite 213) Und genau hier muss jeder Handwerker, Unternehmer, Selbstständiger wach werden. Erfolgreich wird in Zukunft nur der sein, der gute Fachkräfte hat und es versteht sie zu gewinnen. Da werden die ersten wieder denken: „Ja. Ja…der hat keine Ahnung! Bei uns ist das alles anders!“ Jörg zeigt aber Wege auf, wie andere Handwerker erfolgreich am Markt agieren, also keine „Man-könnte-Formel“ – sondern wie es unter Handwerkern üblich ist, eine „“Man-macht-Formel!“ In jeder Zeile des Buches habe ich mich wiedergefunden. Ich konnte mir sehr viele Notizen machen, die so für unseren Betrieb nutzen kann. „Mitarbeitersuche findet an 365 Tagen im Jahr statt, nicht nur dann, wenn gerade eine Stelle zu besetzen ist!“ (Kapitel – „Wir stellen ein!“ Seite 226)

In dem Buch durfte ich als Beispiel dienen (Seiten 176 u. 177), worauf ich sehr stolz bin. Danke für diese Wertschätzung, lieber Jörg. „Stolz wie Oscar“ bin ich aber darauf, dass ich eine Buchrezension schreiben durfte, die auf der Rückseite des Buches zu lesen ist. [„…Ich habe selten ein so nützliches Buche gelesen…“]

Ich möchte sie animieren, das Buch zu lesen, weil es wichtige Schritte in die Zukunft zeigt. Danke für das Buch, lieber Jörg! Die F@chkräfteformel – und mein Lieblingssatz aus dem Buch: „Sie treffen die Entscheidung, ob Sie die Möglichkeiten der Digitalisierung annehmen und mit den menschlichen Werten Ihres Unternehmens verbinden!“ Wow!

Im Buchhandel bestellbar unter: ISBN 978-3-7460-8624-8

Wie wichtig ist eine gute Verbandsarbeit?

23. Februar 2018

Foto: Ausbildung ist ein sehr großes Thema in unserem Beruf – klick: Fleischerberufe

Vor einigen Tagen war ich zur Obermeister-Tagung der Fleischer in Hannover. Auf so einer Tagung werden interessante Themen vorgestellt, die in der Geschäftsstelle eine aktuelle Bedeutung haben. Diese Themen können die Obermeister dann in ihren Innungsversammlungen an die Mitglieder weitergeben.

Am Mittwoch war u. a. die Digitalisierung im Handwerk/Fleischerhandwerk ein Thema. Wie viele wissen, ist das mein Steckenpferd und schon einige Jahre mein Anliegen. Ich habe von der Tagung eigentlich nur ein „belangloses“ Foto auf Facebook gestellt, um zu zeigen, dass wir Handwerker auch wichtige Themen besprechen. Dieses Foto wurde jedoch von vielen meiner Kollegen sehr heftig diskutiert, was Verbände leisten, was sie nicht machen und wie sie in Zukunft agieren sollen.

Das möchte ich zum Anlass nehmen, um die Verbandsarbeit aus meiner Sicht zu betrachten. Ich weiß, dass ich mich damit auf Glatteis bewege, weil es immer Kollegen gibt, die mit Verbände nichts am Hut haben. Für mich ist Verbandsarbeit jedoch sehr wichtig, weil ich hier eine Ausrichtung meiner Innungsarbeit erfahre.

Ich nutze niemals meine Arbeit im Ehrenamt für meine eigenen geschäftlichen Ziele. Ich sehe immer das Gesamtbild des Handwerks in seinen vielschichtigen Facetten, denn jeder Betrieb ist einzigartig. Ein Verband für etwa 6.000 Mitgliedsbetriebe kann also nie das „Allheilmittel“ für Probleme, gesellschaftliche Veränderungen, Ausbildungsprobleme, EU-Gesetzeswahn, Konkurrenzdruck oder mangelhafte Anerkennung durch die Kundschaft sein. Wenn sie das könnten, wären die Verantwortlichen wahrhafte Götter.

Für mich kann Verbandsarbeit nur der „Mörtel im großen Haus des Fleischerhandwerks“ sein. Sie kennen die „Maurer“ die bei den Behörden, in der EU, bei den Tarifpartnern in der Handwerksorganisation, Berufsausbildung, Beratung, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit (und viele weitere Themen) den Mörtel anmischen. Es kommt natürlich auch mal vor, dass Wände schief werden oder Decken einbrechen. Dieser bildliche Vergleich zeigt, wie schwer es ist, ein Handwerkshaus richtig zu gestalten.

Die Mitarbeiter des Verbandes – und ich kann hier nur über den Landesinnungsverband Niedersachsen-Bremen und den Deutschen-Fleischerverband sprechen – sind allesamt hochmotiviert. Sie versuchen immer aus den bestehenden Möglichkeiten für möglichst viele der Mitglieder etwas Nutzvolles zu gestalten. Da werden oft dicke Bretter gebohrt, die lange dauern und der Erfolg nicht immer ein lautes „Bravo“ hervorrufen. Das nehmen Kritiker wieder zum Anlass, um über die „Ohnmacht“ der Verbände zu schimpfen. Wenn wir aber keine Verbände hätten, würden Entscheidungen getroffen werden, die uns schädigen oder die Mitbewerber stärken. (aktuelle Stichwörter: Nährwertdeklaration für keine Mengen, Mehrwertsteuer für Lebensmittel, Allergene Kennzeichnung bei loser Ware…)

Das „Haus des Fleischerhandwerks“ wird niemals fertig werden – soviel ist klar. Immer neue Aufgaben, Veränderungen und neue Vorgaben zwingen zur Wachsamkeit. Mir ist auch klar, dass es vielen Betrieben nicht schnell genug geht, andere wünschen sich einen radikalen Weg, wieder andere sehen sich nicht vertreten und der nächste vermisst praxisbetonte Hilfen. Aus meiner Tätigkeit im Ausschuss für „Werbung und Öffentlichkeitsarbeit“ sehe ich, dass man viele Wünsche haben kann, die jedoch nicht so leicht umsetzbar sind, weil das Budget einfach nicht ausreicht.  Ich opfere gerne viel Zeit für meine Kollegen und dem Berufsstand, damit unser Haus niemals ohne den nötigen „Mörtel“ dasteht. Das mag nur eine kleine Schüppe sein, aber nur mit Kritikern kann man keine Steine aufeinandersetzen. Wenn ich aber Begeisterung, Einsatzwillen und Liebe in meine Arbeit stecke – egal ob für den Verband oder ins eigene Geschäft – dann kann ich viel mehr erreichen, gestalten und mit Stolz betrachten.

Die Digitalisierung im Handwerk war der Anstoß zu diesem Blogbeitrag. Aus sehr vielen Vorträgen kenne ich die Bedenken und die Gegner der Veränderungen. Natürlich muss jeder Betrieb für sich entscheiden, ob er den Weg mitgeht. Ich kenne auch zahlreiche Betriebsinhaber, die keine Homepage haben und auch nicht wissen, wie ihr Unternehmen im Internet bewertet wird (und es wird bewertet werden!). Ich möchte aber eine Reflektion schaffen. Beobachten Sie bitte mal im Restaurant, beim Autofahren, in der Stadt, beim Sport oder auf der Toilette Menschen, was sie machen. Ich behaupte, dass über 90% mit dem Mobiltelefon daddeln – einschließlich meiner Person. Was suchen sie dort? Was machen sie? Welche Bilder werden verschickt? Welche Empfehlungen werden gegeben? Wie ist der Dialog? Welches Unternehmen ist beliebt? Warum? Schreiben die auch über mich etwas…?

All diese Fragen sollte man ganz still für sich und sein Unternehmen beantworten. Glauben Sie immer noch, dass sich nichts verändert hat? Ich möchte jetzt keine Bewertung abgeben, ob das alles von hoher Wertigkeit oder Lebenswichtig ist. Fakt ist aber, dass sich unser Einkaufsverhalten, Berufsbilder, gesellschaftliche Themen, Produkte und das Miteinander gravierend verändert haben. Wir können jetzt die Augen schließen, um den Weg nicht zu sehen und uns treiben lassen oder halbwegs mitschwimmen um zu erkennen, wo wir sind.

Dieses versuchen auch unsere Verbände und deren Mitarbeiter. Ich sehe jetzt deren Arbeit nicht nur durch eine „rosa Brille“. Auch mir geht einiges auf den Zeiger. Wir sollten die Verbände nicht zerschlagen, sondern stärken. Das wird immer wichtiger, weil zahlreiche Betriebsschließungen auch einen Mitgliederrückgang mit sich bringen. Aus diesem Spagat (Rückgang – Leistungsanspruch – Kosten – Forderungen) muss man versuchen einen pulsierenden Verband zu gestalten. Es kann auch sein, dass dieser Weg mit dem Abbruch alter Mauern geschehen muss. Gehen wir diesen Weg gemeinsam?

Genuss und frischer Wind für neue Ideen

16. Februar 2018

Foto: Wir segeln mit Skipper auf der wunderschönen Poseidon.

„Mit einer Landingpage kann man bestimmte Leistungen punktgenau in den Mittelpunkt stellen!“, so erklärte der Referent es vor wenigen Wochen die Möglichkeit einer speziellen Internetseite.

Da wir auch in diesem Jahr wieder unseren 3-tägige Segeltörn im niederländischen Harlingen aus starten, wurde aus der Ankündigung des Referenten schnell Wirklichkeit. Wir bieten in diesem Jahr gleich zwei Törns an. Die erste Reise ist vom 13. bis 15.Juli 2018 spezielle für Inhaber und Mitarbeiter des Fleischerhandwerks gedacht. Es bestehen ideale Bedingungen zum Austausch unter Kollegen, Weiterbildung (Vortrag) und um frische Ideen zu gewinnen. Das geht auf einem schönen Segelboot besonders gut. Ich hoffe, dass sich einige Kollegen/innen für dieses besondere Handwerkers-Event anmelden werden.

Ein weiterer Termin ist der Törn vom 24. bis 26.August 2018. Auf beiden Reisen ist die Dienstleistung von uns identisch. Wir werden die Teilnehmer seht hochwertig bekochen und bewirten und die Inseln Terschelling und Vlieland ansteuern. Genuss steht im Mittelpunkt der Reise! Entsprechend lautet auch die Domain: „Genuss-unter-segel“.

Das „All-in-Angebot“ beinhaltet wirklich alles was man auf einem Großsegler machen kann. Wir freuen uns jedes Jahr über sehr viele positive Rückmeldungen der Teilnehmer. „Ich hatte ja im Vorfeld so mein „Kopfkino“ mit Seekrankheiten…das ist aber völlig unbegründet. Der Service an Deck und das bunte Abendprogramm auf den Inseln waren vom Allerfeinsten!“, so ein Teilnehmer vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit mir.

Für weitere Infos oder einem Gespräch zum Segeltörn, stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich bin schockiert über die Arroganz der Autobauer

4. Februar 2018

Foto: Mit dem Transporter T5 fahren alle sehr gerne!

Es macht mich ziemlich zornig, wenn ich an die Machenschaften denke, die derzeit der Autokonzern VW mit seinen Kunden, Partnern, Bürgern und Werkstätten macht.

Wir haben derzeit drei VW-Fahrzeuge auf den Hof stehen. VW habe ich aus unterschiedlichen Gründen als Firmenfahrzeuge gewählt. Sparsamkeit, verlässlich, solide, hohe Laufleistung, kann Jedermann/Jedefrau leicht fahren, wirtschaftlich, Firma aus Niedersachsen, Werkstatt im Ort, geringe Wartungskosten und umweltverträglich – das sind nur einige Stichwörter, die mir die Entscheidung in der Vergangenheit leichter gemacht haben. Da akzeptiere ich sogar einen etwas höheren Preis/Leasingrate, weil ich damit immer noch besser fahre. Als „Autofan“ finde ich VW nicht unbedingt „super-sexy“, jedoch möchte ich solide und nicht „angeberisch“ zum Kunden fahren können.

Wenn ich die Fahrzeuge zur Wartung und für kleinere Reparaturen beim örtlichen Händler/VW Partner gebe, werde ich dort erstklassig, ehrlich und sehr menschlich bedient. Das gefällt mir. Meistens werde ich einige Tage später im Auftrag von VW angerufen, um den Werkstattaufendhalt zu benoten. Gerne gebe ich dort Bestnoten. Ich stelle mir aber die Frage, warum fragt VW nach dem Verhalten und der Dienstleistung seiner Werkstätten, wenn die Konzernspitze nur „Bockmist“ baut???!!

Immer wird nur eine Scheibe der „stinkenden Salami“ abgeschnitten und preisgegeben. Wird in den USA etwas aufgedeckt, wird zuerst dementiert, dann etwas zugegeben, später noch etwas und am Ende werden Personen entlassen, um möglicherweise dem Kunden zu zeigen: „Wir kümmern uns!“ Das selbe Spiel passiert auch in Deutschland – die „Salami der Missstände“ wird fast wöchentlich neu angeschnitten. Schafft so etwas Vertrauen? Und die Konzernspitze hat nie etwas gewusst? Sie verdienen einige Millionen im Jahr, VW macht riesige Gewinne, man beobachtet den Markt haarklein, sie planen für die Zukunft, und man will vom Fehlverhalten einiger Leute nichts gewusst haben? Ich kann es nicht glauben!  Ich finde diese Arroganz einfach widerwertig, unmenschlich, egoistisch und unverantwortlich! Es zeigt mir aber auch, dass der Überfluss, in dem VW lebt, zu diesem Verhalten führt. Ein Handwerker, der täglich um Kunden kämpfen muss, wird niemals darauf bedacht sein, seine Kunden zu betrügen und direkt ins Gesicht zu lügen. Die VW-Verantwortlichen sollten sich mal auf eine einsame Insel zurückziehen und EHRLICH überlegen, was sie bewusst mit einer (fast) kriminellen Energie gemacht haben. Es wurde zwar die „Weltmacht auf dem Automobilmarkt“ erreicht, aber mit welchem Preis?  (Lesen Sie weiter im 2. Teil…) Den ganzen Beitrag lesen »

Professionelle DJs trafen sich zum 2. Meet-up Nord West

2. Februar 2018

Foto: Alles ist “geregelt”…

In der Regel haben wir im Restaurant immer leichte Hintergrundmusik. Am vergangenen Mittwoch jedoch wurde es mal richtig laut. Musikpower, – so dass die Hose bebte – satter Sound. An Unterhaltung war nicht mehr zu denken. Was war los? Der Berufsverband der DJs hatten zum zweiten „Dl-Meet-up Nord-West“ eingeladen, und wir waren Gastgeber, der fast 40 Stimmungsmacher.

Hans-Hermann Dittmer als Regionalrepräsentant des Berufsverbandes der Diskjockeys  (BDV) hat ein sehr interessantes Programm für seine Mitglieder zusammengetragen. Einige seiner Kollegen haben einen Flohmarkt mit Boxen, Strahler und DJ-Tische aufgebaut. Eine Vorführung eines neuen Soundsystems (noch nicht auf dem Markt erhältlich) wurde den fachkundigen Ohren präsentiert. Der Unterhaltungskünstler Holger Blumentritt stellte sein Programm vor, indem er Luftballons modellierte und seine Leistungen ausführlich darstelle.  Der Präsident des BVD, Herr Dirk Wöhler, sprach über die umfangreiche Verbandsarbeit und beantwortete viele Fragen der Teilnehmer. Ich durfte auf dem Abend noch einen Vortrag über meine Social-Media Erfahrung halten. Überhaupt – die Teilnehmer reisten von Hamburg (Der DJ vom Kiedz) bis zum Ruhrgebiet nach Visbek an. Die Unterhaltung zwischen den Profis war sehr intensiv, herzlich und voller Ehrlichkeit. Das habe ich als Außenstehender gleich gespürt.

Foto: Interessante Gespräche über Technik, Licht und Boxen…

Hans-Hermann Dittmer hat die Veranstaltung super moderiert und geleitet. Dazu hat er wirklich viel Technik mitgebracht. Draußen vor dem Restaurant stand ein „Mega-Strahler“, der richtig „Alarm“ machte. Seine Leuchtkraft ging einige hundert Meter hoch…Hans-Hermann kenne ich schon einige Jahre (Social Media) Ich schätze an ihm seine Professionalität, mit der alles angeht und die Weitsicht, mit der er seine Kunden auf Veranstaltungen begleitet.

Einen großen Dank möchte ich noch an den Reporter Florian Ferber von der „Oldenburgischen Volkszeitung“ aussprechen. Er verstand es perfekt, sich in das Thema einzuarbeiten. Klasse Bilder und ein hervorragender Text rundeten die Veranstaltung ab. Auch das OV-Video von dem Event fand sehr großen Anklang im Netz.

Kulinarisch haben wir der Gruppe mit kreativen Burgern verwöhnt. Dry-aged Burger, Bison-Burger, Freese Burger, Veggie Burger und als Weltneuheit präsentierten wir den „Knipp-Burger“ (mit Hackgrütze). In der schriftlichen Bewertung zur Veranstaltung, erhielten die Burger glänzende Noten.

Für uns war diese Art von Tagung auch völlig neu. Es hat aber verdammt viel Spaß gemacht. „Und jetzt bitte alle DJs auf die Tanzfläche! Es gibt nur für euch einen Ehrentanz. Wir vom Freese-Team bilden dazu einen Halbkreis und klatschen im Rhythmus mit!“ Danke Hans-Hermann.

Das Geheimnis der Pinkelwurst

23. Januar 2018

Warum heißt die „Pinkel“ Pinkel und was kommt wirklich alles in diese Spezialität. Das zeige ich in einem neuen Video. Wir stellen diese Wurst selber her – es ist also alles realistisch dargestellt. Den Filmbeitrag habe ich in „Oldenburger-Plattdeutsch‘“ gesprochen, damit die Regionalität noch deutlicher wird.

Wer möchte, kann dazu auch an einem Gewinnspiel teilnehmen. Auf unserer Facebook-Firmenseite ist dazu ein kleines Gewinnspiel ausgelobt. Wir verlosen 3x ein Grünkohl-Buffet für jeweils 10 Personen. Die Gewinner werden am 19.Februar 2018 gezogen. wird ein neuer Gewinner ausgelost. Facebook hat mit diesem Gewinnspiel nichts zu tun, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der Gewinn ist nicht in bar ablösbar.
Viel Glück.