Stirbt das Bäckerhandwerk?

9. September 2014

Foto von: Manfred Gerdemann

Mein Onkel hatte eine Bäckerei in Bruttig an der Mosel. Dort hing über der Brottheke ein Schild mit folgender Aufschrift: „Altes Brot kann hart sein –  hast Du kein Brot, das ist hart!“ Dieser Spruch ist wirklich gut und hat in unserer Wegwerfgesellschaft schon fast eine ironische Bedeutung bekommen. Brot ist heute immer und überall zu bekommen und völlig selbstverständlich.

In Visbek eröffnet nach einer mehrmonatigen Umbauphase ein Discounter seine Filiale. Das ist ja auch weiter nichts Besonderes und passiert überall im Lande. Ob nun eine „A“, ein „N“ oder ein „L“ im Firmenname vorne steht, ist dabei schon völlig egal. Was mich nur sehr verwundert, ist die Angebotsgestaltung auf dem Eröffnungsflyer. Bei den meisten Eröffnungen solcher Märkt, werden als „Lockmittel“ Bier, Waschpulver, Kaffee und viel Fleisch genommen. Bei dieser Wiedereröffnung steht aber das Brot im Fokus der Verantwortlichen. Auf dem 4-seitigen Angebotsflyer wird eine Seite mit Grillartikel beworben und die komplette Rückseite mit neun verschiedenen Brötchen und Brotsorten. Bäckerbrötchen (schon der Name ist heftig) für 0,13€, Buttercroissant für 0,39€ und ein 1000g Krustenbrot für 1,15€.

Dort steht: „Gutes Brot braucht Zeit. Die nehmen wir uns! Wir backen unsere Brote und Brötchen teilweise mit Natursauerteig, der traditionell Tag für Tag weiterverarbeitet wird. Ausgedehnte Reife -u. Garzeiten unserer Teige dienen nämlich nicht nur der Lockerung des Teiges, sondern auch dem Aroma und der geschmackvollen Kruste unserer Backwaren.” Mehrmals täglich frisch für Sie gebacken!
Wenn ich das lese, mache ich mir um das Bäckerhandwerk große Sorgen. Die Kunden werden das Brot kaufen – sie werden dort viel kaufen – sie werden es lieben und später noch mehr dort kaufen!

Höre ich mich in meiner Kundschaft um, so gewinnt das Aufbackbrot immer mehr an Bedeutung und ist schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Ich möchte das TK-Brot (denn vor dem Aufbacken war es gefroren) gar nicht verteufeln. Wir selber nutzen in unserer Küche hin und wieder Brot, das wir aufbacken müssen (bei kurzfristigen Bestellungen) Aber mind. 90% des Brotes kommt frisch vom Handwerksbäcker.
Ich höre Sätze wie: „Das Brot beim ALDI ist einmalig. Da kommt kein Bäcker mit!“ oder „Aldi hat immer gute Sachen. Das Brot wird es auch sein!“ oder „Wir kaufen das ganze Brot dort! Vom Bäcker XY kann man es vergessen!“ oder „Die haben immer frisches Brot da! Altes Brot habe ich noch nie dort bekommen!“

Ich habe deshalb (berechtigte?) Sorgen um das Bäckerhandwerk, weil 1. wir Fleischer diese Entwicklung schon erlebt haben, 2. die Verdrängung im Fleischerhandwerk immer noch weiter geht und 3. sich die Kunden daran gewöhnen und es als „normal“ ansehen.

Auch in neuen Supermärkten finden die Kunden im Vorkassenbereich einen Handwerksbäcker, der seine handwerklich hergestellten Waren dort anbietet. Wenige Meter weiter hat die Supermarktkette dann eine Aufbackstation, die permanent Brötchen aufwärmt. Dazu passen meine Beobachtungen. Vor kurzem war ich in einem „Vorzeigesupermarkt“ im Osnabrücker Raum. Der Bäcker hatte einen tollen neuen Laden, freundliches Personal, schöne Backwaren und einen schönen Duft des Brotes. Leider standen die Kunden im Markt bei der Backstation in einer Warteschlange…
In einem anderen Markt (neu) ist für den normalen Kunden kaum zu erkennen, dass auf der einen Seite der Handwerksbäcker aktiv ist und wenige Zentimeter weiter wird vom Markt das Brot gebacken. Der Kunde wird hier etwas hinters Licht geführt, indem die Billigbrötchen räumlich an den Standort der Bäckerei geholt wird. Sicherlich haben Sie auch ihre Erfahrungen und Beobachtungen zum Thema Brot gemacht.

Wird sich die Brotkultur in Deutschland ändern? Den ganzen Beitrag lesen »

Vortrag auf der Messe: Vielfältige Marketing-Ideen bringen Umsätze

6. September 2014

Foto von Lutz Kehden

Am 30.und 31.August 2014 fanden in Franfurt auf dem Messegelände gleichzeitig drei Ausstellungen statt. Die „Tendence 2014“ (Konsumgüter Wohnen und Schenken), die „Webchance“ (werben und verkaufen im Internet) und die „Ecostyle“ (nachhaltigen Lifestyle)
Auf der „Webchance“ durfte ich auch im vergangenen Jahr schon einen Vortrag halten. Auch in diesem Jahr wurde ich vom Veranstalter gefragt, ob ich wieder einen Vortrag auf der Messe halten möchte. Natürlich habe ich den Weg zur Messe gerne gemacht. Mein Thema lautete: „Lokal und global – mit frischen Ideen Kunden begeistern!“. Im neu gestalteten Forum war alles perfekt vorbereitet. Hier sind echte Profis am Werk, denn die Technik und die Vorbereitungen waren perfekt. Danke dafür.
Meinen Vortrag habe ich in vier Themenfelder aufgeteilt. Angesprochen habe ich: „Vielfältige Marketing-Ideen bringen Umsätze“ – „Marketing in der virtuellen Welt“ – „Treffen Sie Ihre Kunden dort, wo sie aktiv sind!“ und „Wie sie durch Social Media Geld sparen“.
Zu diesen Themen habe ich aus unserem Betrieb berichtet. Mir ist schon klar, dass jedes Thema für sich eine Tagesveranstaltung sein könnte. Ich habe nur angesprochen, wie wir es umsetzen und welche Erfolge wir damit haben.

Nach der Veranstaltung hatte ich noch Gelegenheit mit einigen Teilnehmern zu sprechen. Das ist für mich immer besonders wichtig, weil man so persönliche Fragen ausräumen kann. Leider konnte ich kein Foto von der Veranstaltung machen. Das Bild kommt von Lutz Kehden aus Griesheim. Er hat dort eine Agentur für digitale Empfehlung und Kundenbindung mit dem Namen: „Laut und Lecker“ (Blog: Der Lecker Blog) Danke für das Bild lieber Lutz.

Die ungewöhnliche Mobilbox Ansage

3. September 2014

Wer mich Mobil nicht sofort erreicht, bekommt diese Ansage von der Mobilbox. Einige Anrufer „erschrecken“ sich bei der Bandansage…! :-) Keine Sorge – ich rufe ganz sicher zurück.

Interviewserie: “Man nehme…!”

2. September 2014

Die Interview-Serie „Man nehme…!“ möchten wir wieder neu auflegen. In der neuen Staffel möchte ich Blogger und Bekannte aus dem Social Media Kreisen interviewen die im Ausland leben. Durch die Vernetzung haben wir sehr viele Menschen auf der ganzen Welt kennen und schätzen gelernt. Einige davon möchte ich hier in einem kleinen Interview vorstellen  Es werden nur „5-Fragen“ gestellt.
„Man nehme…! Heute mit Elke Ziese, wohnhaft auf Zypern.

Damit die Leser wissen, wer Du bist: Was steht auf Deiner Visitenkarte und wo lebst du?
Elke Ziese, 8873 Argaka Cyprus

Welches Gericht ist in Deinem Land besonders lecker? Hat es dort eine Tradition?
Da fällt mir spontan Kleftiko ein, da wird Lammfleisch mit Kräutern gewürzt viele Stunden  in einem luftdicht verschlossenen Ofen gegart. Dazu dann Backkartoffeln, Nudelauflauf, Salat, Maisauflauf, Halloumi, und vieles mehr….Da biegt sich der Tisch. Oberlecker!
Aber auch das auf Zypern gern gepflegte Meze (Foto) ist eine Empfehlung wert, angefangen mit vielen Vorspeisen, dann wechselt es über zu Fleisch oder Fisch mit Salat, Brot, Kartoffeln und Obst zum Nachtisch begleitet von Wein, Bier, Zivania und Wasser.

Welches Essen liebst du in Deutschland und wird bei jedem Besuch gegessen?
Kräuterquark oder Heringsfilet in Sahnesoße mit Pellkartoffeln

Wenn ich mit Dich zum Essen einlade, wie fällt Deine Wahl aus?
A. Bier oder Wein?

Wein

B. Fleisch oder Fisch?
Fleisch

C. Restaurant „gehoben“ oder Restaurant „gut bürgerlich?“
Gut Bürgerlich

D.    Kaffee oder Cognac
Kaffee

Unsere Leser sind auch viel im Internet. Welche Internetseiten sollten Sie (von Dir?) unbedingt besuchen?

Unser Zypern-Blog: Mit Aphrodite auf Du und Du – unser Leben auf der Sonneninsel Zypern!

Herzlichen Dank, liebe Elke! Zypern muss eine traumhafte Insel sein.

Fotos von Elke Ziese

Mit 40.000 Volt zum zarten Steak?

29. August 2014

Zeichnung: Ludger Freese

Das Land Niedersachsen wird Geld in die Fleischforschung stecken. Diese Überschrift las ich in der Oldenburgischen Volkszeitung. Neugierig las ich den Bericht. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) besuchte in Quakenbrück das „Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) um sich ein neues Verfahren der Fleischreifung zeigen zu lassen. Das Fleisch kommt verpackt in die „Stoßwellenanlage“ und wird dort mit einem riesigen Knall und 40.000 Volt drei Sekunde „geschockt“ Daher auch der englische Begriff „Shockmeat“. Alle Fleischsorten lassen sich mit dem Gerät behandeln. Das Gerät soll in ca. zwei Jahren die Marktreife erreicht haben. Ich muss zugeben, davon habe ich im Vorfeld noch nie gehört.

Warum nun dieser Aufwand? Durch die Technologie möchte man den Import von Fleisch aus Südamerika eingrenzen. „Fleisch aus Argentinien ist zart!“- so denken viele Verbraucher. Hintergrund ist jedoch die Reifezeit des Fleisches, die meistens nicht eingehalten wird. Auf dem Seeweg reif das Fleisch zu der gewünschten Zartheit. Deutsches Rindfleisch hingegen ist auch zart, jedoch wird es sehr oft viel zu früh angeboten und ist daher gerne zäh. Als Fleischer kenne ich die Merkmale von zartem Fleisch: junge Tiere, lange und gute Reifung, perfekt braten. Bei uns kommt kein Steak unter einer dreiwöchigen Reifung ins Restaurant. (meistens noch länger) „Dry Aged Beef“ reift oft bis zu 12 Wochen am Knochen!

Das Land wird seine Investition sicherlich durchdacht haben. Wenn die Technologie in ein paar Jahren tatsächlich die Marktreife erreicht hat, bedeutet es weniger Importe und eine Stärkung der heimischen Landwirtschaft. Es wird weniger Kohlendioxyd (CO2) Ausstoß geben und die Industrie wird in Technik investieren. Wie viel Strom dafür benötigt wird, kann ich nicht sagen. Im Video sah das sehr „harmonisch“ aus.
Vielleicht heißt es in wenigen Jahren bei den Kids schon: „Komm, wir fahren zum Umspannwerk und reifen unser Fleisch für den Grillabend!“

Zwiebelkuchen – so gelingt er besonders gut

26. August 2014

Foto: Zwiebelkuchen so lecker mit Federweißer

Im September haben wir in unserer Mittagstischplanung einen Zwiebelkuchen – und vielleicht auch schon Federweißer. Das Rezept stammt von einem Prüfling in der Hauswirtschaft, die vor Jahren in der Abschlussprüfung dieses sehr einfache und leckere Rezept zubereitet hat (meine Frau ist Hauswirtschaftsmeisterin und nimmt auch Prüfungen ab). Da wir immer sehr viel positive Rückmeldung zu diesem Rezept bekommen, möchte ich es noch einmal vorstellen. Der Herbst klopft ja schon an die Zimmertür, so dass der Zwiebelkuchen eine willkommene Abwechslung ist.
Hier die Rezeptur dazu:
Zutaten:
6 Zwiebeln grob schneiden
250 g gewürfelter Schinken
200 g Mehl
2 Eier
250 ml saure Sahne
250 g geriebener Käse (davon 50 g abnehmen)
Salz und Pfeffer.
Herstellung:
Alle Zutaten miteinander verrühren und auf ein Backblech geben. Auf mittlerer Schiene 35 – 40 Min.   bei 180°C abbacken. – „Essen kommen!“
Die verknetete Masse sieht ein wenig aus wie „Kleister.“ Das sollte aber nicht stören. Das Endprodukt ist klasse.

ALS Ice Bucket Challenge – wir kühlen uns ab

23. August 2014

Im Facebook-Kreis „Handwerk 2.0“ sind sehr aktive Leute, so wie Matthais Schulze vom Malerfachbetrieb Heyse aus Hannover. Er hat uns zu ALS Ice Bucket Challenge nominiert. Natürlich machen wir mit. Das Eiswasser haben wir in 100% Eis umgewandelt (Fleischer machen das so) und nach dem Saunagang benutzt.
Worum geht es:

Wikipedia schreibt dazu:
Die ALS Ice Bucket Challenge (deutsch: Eiskübel-Herausforderung) ist eine Herausforderung, die darin besteht, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und hiernach drei oder mehrere Personen zu nominieren, die dann 24 Stunden Zeit haben, es einem gleichzutun. Tut man dies nicht, soll man 100 US-Dollar an die ALS Association spenden. Die Challenge soll auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung generieren.

Natürlich nominieren wir auch zwei befreundete Blog-Kollegen/innen. Da ich nicht genau weiß wie ihr dazu steht, lasse ich eine Teilnahme und ein Zeitfenster offen.
Folgende Personen können sich abkühlen:
1. Kirstin Walther, vom “Saftblog” aus Dresden
2. Matthais Lange, vom Blog “Redaktion 42″ aus München

Frische Grüße und eine angenehme Schnappatmung! :-)

Stoppelmarkt 2014 – mein persönlicher Rückblick

22. August 2014

Der Stoppelmarkt 2014 ist Geschichte. Hier in der Region ist es DAS Topereignis, mit sehr viel Medienaufmerksamkeit, vielen Besuchern (+800.000) und viel Tradition. So kommen zum Empfang der Stadt Vechta über 1000 Gäste ins Hauptzelt. Über 500 Geschäfte verteilen sich auf das 160.000qm große Gelände. Jedes Jahr bewerben sich 1800 Schausteller zum Fest. Kurz: der Stoppelmarkt ist ein Wirtschaftsfaktor für die Region!

Ich selber bin ein großer Fan der Veranstaltung und beobachte im Vorfeld die zahlreichen Aktivitäten zum Fest. Die Vermarktung des Stoppelmarktes ist großartig.  Doch bei so viel Licht, gibt es bekanntlich auch Schatten. Welche Sorgen, Bedenken und Nöte die Besucher und Geschäftsleute haben, davon möchte ich hier in einem persönlichen Rückblick berichten… Den ganzen Beitrag lesen »

Schnitzel sind sehr beliebt

15. August 2014

Foto: Schnitzel frisch von der Pfanne

Schnitzel gehören schon immer zu den beliebten Gerichten. In jüngster Zeit scheint es mir so, als ob sie immer noch beliebter werden. Bei vielen Buffets werden Schnitzel dazu bestellt oder sogar ganze Buffets nur mit Schnitzel. Die kleinen Schnitzelchen werden quasi zu hunderten ausgeliefert.
Beliebt ist auch unser „Visbek-Burger“ im Partyservice. Der Kunde stellt sich den Burger selber zusammen. Dazu liefern wir die Schnitzel, Brötchen, hausgemachten Krautsalat, Röstzwiebeln und Snackdressing an. Dieses Gericht wird sehr oft von jungen Kunden bestellt, weil es kein Geschirr benötigt, und es sehr praktisch im Handling ist. Andere Schnitzelgerichte werden natürlich mit Saucen aller Art bestellt.
Welche Sauce mögen Sie gerne zum Schnitzel?

Billige Lebensmittel

12. August 2014

In einer Anzeigenserie hatte ich schon einmal auf einen Preisvergleich zu „Dingen aus dem täglichen Leben“ hingewiesen. Zu erst kamen die Angebote und dann die Produkte die einen Kilopreis hatten und keinen Stückpreis. Beispiele: Wattestäbchen je kg: 47,80 €; Zigaretten je kg: 108,00 €; Bild-Zeitung je kg: 10,00 €; Zahnpasta je kg 40,00 €; Rasierklingen je kg: 1550,00 €

So kann man Lebensmittel ins richtige Verhältnis setzen. Im NDR läuft die Serie „Was wir wirklich essen!“ Darüber habe ich mich ein wenig geärgert, weil hier sehr plakativ und einseitig zum Thema gesprochen wird.
Der Kabarettist Jens Neutag hat sich sehr unterhaltsam und bissig zum Thema billige Lebensmittel geäußert. Hier sein Beitrag: