Vortrag auf der CEBIT

24. Februar 2015

„Du fährst doch sicherlich immer zur CeBit nach Hannover!“ – diese Frage höre ich von Kunden und Lieferanten öfter. Leider muss ich gestehen, dass ich noch nie auf dieser Messe war, weil dafür keine Zeit war und auch kein dringender Handlungsbedarf bestand.

In diesem Jahr ist es nun anders: Ich habe eine Einladung erhalten, auf der CeBit zu referieren. Prof. Dr. Peter von Mitschke-Collande hat mich gebeten, am 19.März über die Kundenkommunikation in der heutigen digitalen Zeit zu sprechen. Der Vortrag wird in Halle 9 stattfinden. Inhalte und weitere Referenten werden in nächster Zeit vorgestellt.
Prof-Dr. Mitschke-Collande ist Verantwortlich für den eBusiness-Lotse Hannover Kooperationsprojekt der Leibniz Universität Hannover und der Hochschule Hannover. Ich habe ihn schätzen gelernt bei einer Konferenz im letzen November, auf der ich einen kleinen Vortrag halten durfte. Davon liegt nun der Konferenzzusammenschnitt bereit, (siehe Video) Leider sind große Teile der Bilder nicht brauchbar gewesen, bzw. sind „verloren gegangen“.
Dennoch war die Konferenz ein großer Erfolg, an der wir mit der CeBit Veranstaltung anknüpfen möchten.

Steakabend mit Sonderbeleuchtung

19. Februar 2015

Zum Steakabend habe ich die Beleuchtung fertig. Wir arbeiten erstmals mit LED-Effekt-Strahler, die wir von einer Eventfirma ausleihen konnten. Wir freuen uns auf einen Abend mit vielen Gästen.

Steakabend bei Freese

18. Februar 2015

Foto: Wir grillen tolle Entrecôte-Steaks im Beefer!

Vor einigen Tagen war eine kleine Gruppe bei uns, die zum Steakessen angemeldet waren. Sie hatten sich für das 600g Entrecôte-Steak aus dem Beefer entschieden. Davon habe ich kurz auf Facebook berichtet. Die Rückmeldung der “Fans” war so groß, dass wir nun einen Steakabend in unserem Restaurant „Essideen“ veranstalten. Am kommenden Freitag (20.02.15) grillen wir ab 19:00 Uhr wieder im Beefer. Im Beefer wird bei 800°C gegrillt, was dem Fleisch eine besondere Note gibt. Wir bieten das ausgereifte Steak für diesen Abend in drei Gewichtsklassen an. Sie können zwischen einem 300g – 400g oder 600g Steak wählen. (Beilagen: hausgemachte Salate, ofenfrisches Brot und Kräuterbutter) Die Steaks werden mit gebrochenem Pfeffer und hausgemachtem Meersalz aus Zypern gesalzen (Danke an Elke und Hans-Werner Oertel) für das tolle Salz) Es muss sich nicht angemeldet werden, weil dieser Abend nur für Steakliebhaber reserviert ist. (wenn Sie jedoch ganz sicher einen bestimmten Tisch wünschen, nehmen wir eine Reservierung dankend entgegen).
Wir freuen uns auf einen „Beefer-Abend“ und vielen netten Gesprächen zu Thema Fleisch. Als „Absacker“ halten wir ganz besondere neue Obstbrände bereit (einen gibt es gratis) Williamsbirnenschnaps; Apfel-Birnen-Brand; Marille und Haselnuss vom „Hödl Hof“ aus Österreich.
Sehen wie uns am Freitag? Ich würde mich sehr über einen Besuch freuen.



Die Allergen Kennzeichnung in der Praxis

17. Februar 2015

Foto: So kann ein Angebot für ein Buffet mit der Allergen Kennzeichnung aussehen

Seit dem 13. Dezember gilt die neue nationale Allergenverordnung. 14 Haupt-Allergene müssen nun auch in unverpackter Ware gekennzeichnet werden. Nun war vor Weihnachten definitiv für die Umsetzung der Verordnung keine Zeit. Erst jetzt habe ich mich damit ausgiebig beschäftigt. Von der ganzen Umstellung sind die Speisekarten im Restaurant, die Monatskarten für das Tagesmenü (Mittagstisch), das Exposé mit den Angeboten für unseren Partyservice und natürlich die EDV davon betroffen. Jeder Kunde bekommt nun beim Angebot und in der Auftragsbestätigung zu den jeweiligen Produkten die Allergene aufgelistet. Diese Umstellung ist komplett vollzogen – sicherlich noch mit kleinen Fehlern, die ich übersehen habe (es mussten fast 2.500 Artikel gesichtet werden).
Gleich beim ersten Angebot, dass wir per Mail verschickt haben, kam die Anmerkung: „Gut das sie die Allergene aufführen. Wir haben einen Gast mit einer
Weizenunverträglichkeit dabei!“
Die Speisekarte im Restaurant folgt jetzt. Bis zur Fertigstellung haben wir einen Aushang im Restaurant auf der alle Allergene gekennzeichnet sind. Weiter liegt ein Ordner für unsere Kunden zur Ansicht bereit. Darin stehen Informationen zu den Allergenen und es sind die Buffets ausgedruckt mit der jeweiligen Verbindung zu den Gerichten.
In einigen Wochen kann unser Partyservice System dann auch automatisch zu jedem Buffet eine Liste ausdrucken, die bei der Auslieferung dem Gastgeber überreicht werden muss.

Bei der Allergen-Kennzeichnung geht es um die Gesundheit der Gäste. Für uns schon immer eine Selbstverständlichkeit. Wir erkennen nur nicht an einem Kunden, ob er eine Einschränkung beim Essen hat. Darauf können wir nur reagieren, wenn er mit uns spricht. Daher mein Hinweis: Bitte immer angeben, wenn sie eine Unverträglichkeit zu bestimmten Lebensmitteln haben. (Die davon betroffen sind, machen das immer schon -  auch ohne Verordnung)

Für alle Leser/innen, die nicht wissen was ausgezeichnet werden muss. Es sind Gerichte mit:
1.    Glutenhaltige Getreide (d.h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
2.    Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
3.    Eier und Eiererzeugnisse
4.    Fisch und Fischerzeugnisse
5.    Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
6.    Soja und Sojaerzeugnisse
7.    Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)
8.    Schalenfrüchte (d.h. Mandel, Haselnuss, Walnuss, Kaschunuss, Pecannuss,  Paranuss, Pistazie, Macadamianuss, Queenslandnuss) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
9.    Sellerie und Sellerieerzeugnisse
10.    Senf und Senferzeugnisse
11.    Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
12.    Weichtiere (Mollusken, Schnecken, Tintenfische, Muscheln und Austern) und Weichtiererzeugnisse
13.    Süßlupinen und Süßlupinenerzeugnisse
14.    Schwefeldioxid und Sulfite

Grün, grüner, grün-weiß, Grünkohl

8. Februar 2015

Foto: Grünkohl für die “grün weißen Fans”

Grünkohltouren haben jetzt Hochsaison. Viele Gruppen und Vereine ziehen durch die Gemeinde, um sich beim lustigen Grünkohlessen zu versammeln. Heute hatten wir die „Werder-Fans Visbek“ erstmals zu Gast bei uns. Vor dem Kohlgang wurde eine Versammlung des Vereins gemacht. Zum Gang mit Bollerwagen und „Hilfsmittel“ wurde sich winterlich fest eingepackt. Dazu haben die Freizeitsportler die Visbeker „Bartimäus-Gruppe“ mit eingeladen – eine tolle Sache, die Jugendlichen mit Eltern einzuladen.

Anschließend wartete „Grünkohl und Pinkel“ auf die grünweißen Fans. Passend zum Grünkohl und zum grünweißen Werder Bremen Logo, haben wir die Räumlichkeiten entsprechend dekoriert. Der Verein hat auf einer Leinwand die neue Homepage und Bilder aus den vergangenen Spielen vorgestellt. Die Stimmung war prächtig. Ein Kohlkönig wurde spontan erkoren und der Grünkohlorden musste für den neuen König schnell gebastelt werden. Kohlkönige regieren schließlich das gewöhnliche Grünkohlvolk und heben sich mit dem Orden deutlich ab. Sven Oesten ist nun König der „Werder Fans Visbek“. Herzlichen Glückwunsch. Wir wünschen den „grünweißen“ noch eine erfolgreiche Rückrunde und weiterhin die gute Laune!
Foto: Kohlkönig Sven Oesten regiert nun das Grünkohlvolk

Dieser Burger hat viele Fans

6. Februar 2015

Foto: Der Gyrosburger im Restaurant “ESSIDEEN!”

Burger in allen Variationen werden im Restaurant sehr geschätzt. Dabei ist der „Freese-Burger“ in der Beliebtheitsskala ganz weit oben angesiedelt, gefolgt vom Gyrosburger. Bei Gyrosburger nehme ich nur magere Schweinefleischstreifen aus der Oberschale des Schinkens. Dieses Fleisch ist nicht nur sehr mager, sondern auch zart. Ich schneide die Streifen immer selber, d.h. wir haben dafür keine Maschinen. Die Streifen werden mit Rapsöl und einer speziellen Gewürzmischung  grammgenau zubereitet. Die Streifen werden auf der Bratplatte kräftig angebraten. Angerichtet wird der Burger in einem Sesambrötchen mit einer Quarkcreme und unseren hausgemachten Krautsalat. Vielleicht es diese Unvergleichbarkeit, die von unseren Gästen so geschätzt wird. Von der Fleischauswahl bis zum Krautsalat gibt es quasi nichts aus dem Zulieferregal, sondern nur hausgemachte Komponenten. Testen Sie beim nächsten Besuch doch einfach einmal einen Burger. Ich bin mir sicher, dass er Ihren Ansprüchen gerecht wird. Welchen Burger mögen Sie gerne…?

Frankfurter Informationstage

29. Januar 2015

Am vergangenen Dienstag (27.01.2015) war ich für einen Tag in Frankfurt beim Deutschen Fleischerverband. Dort tagte der „Beirat für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit“. Ich bin zusammen mit Friedrich Röhrs als Vertreter aus Niedersachsen dabei. Die Arbeit dort macht mir sehr viel Freude.
Am Anreisetag habe ich einen Kunden in der Frankfurter Kleinmarkthalle erstmals besucht. Er bezieht von uns schon sehr lange Kohlpinkel von uns. Ich wollte mich einfach einmal vorstellen und ein wenig mit Kollegen „schnacken“. Die Halle mit den vielen Ständen, zeigt eine große Auswahl an Lebensmittel. Eine echte und lehrreiche Expetition für mich.
„Gemieß, Kardoffel und was noch all, des kriecht mer hier in dere Hall.
Und owwe uff der Galerie, da möpselts nach Fromaasch de Brie.“ – das sagte Friedrich Stoltze († 1891) über die Kleinmarkthalle Frankfurt.

Foto: Der “Eiserner Steg” über den Main in Frankfurt


Wenige Meter weiter hatte ich die Gelegenheit, den „Eisernen Steg“ zu fotografieren. Die alte Eisenbrücke hat richtig Charme! Bei Wind, Kälte, Sturm und Regen konnte ich schöne Bilder von der beliebten Brücke machen. Von dort aus bin ich zur „Anti-Pegida-Demo“ auf dem “Frankfurter Römer” gegangen. Dort war ich nicht ganz allein, denn etwa 18.000 Frankfurter sprachen dort eine deutliche Stimme gegen diesen Wahnsinn…!

In der Sitzung wurde sehr ausführlich die neue Nachwuchswerbung unseres Handwerks vorstellt. Die Webseite mit dem Titel „Fleischerberufe“ stand im Mittelpunkt der Besprechungen. (Die Domain wurde übrigens von der Fleischer-Innung Vechta zu Verfügung gestellt) Die Seite bietet Informationen für Azubis, Betriebsinhaber und Pädagogen. Viele Themen werden mit kleinen Videos erklärt. Für die Zielgruppe der Jugendlichen wurde deren Sprache gewählt. Das zeigt sich aus darin, das sehr viele Besucher die Seite über ein Smartphone besuchen. Es ist eine Mischung aus Informationen, Dialog, Unterhaltung und Mitmachen. Gut auch, dass die Social Media Kanäle vom Verband hervorragend bedient werden. Die Bewerbungen können direkt von der Seite zum Praktikum oder zur Lehrstelle erfolgen.
Ich möchte hier gar nicht alle Punkte der Sitzung aufführen. Fakt ist, dass der Fleischerverband mit den unterschiedlichen Beiräten aus den jeweiligen Bundesländern, ein tolles Instrument gefunden hat, Meinungen, Stimmungen und Ideen sehr zeitnah aus den Regionen zu bekommen. So werden Mitglieder gestärkt und das Zugpferd geht in die richtige Spur.

Foto: Screenshot von der neuen Ausbildungsseite www.fleischerberufe.de

Die 1,5 Tage bringen viele neue Ideen, Anregungen und Meinungen mit in den heimischen Betrieb. Auf der Rückfahrt habe ich spontan noch den Partyservice von Thomas Weber besucht, dessen Betrieb unmittelbar an der Autobahnabfahrt liegt.

Fleischkonzern geht neue Wege und verzichtet auf Werkverträge

25. Januar 2015

Foto: Wurst vom handwerklichen Fleischer

Sehr begrüßen möchte ich die Entscheidung der Fleisch- und Wurstwarenhersteller Steinemann aus Steinfeld, die sich fast ganz aus den umstrittenen Werksverträgen verabschiedet haben
Steinemann hat seine Werke bei uns im Landkreis Vechta und gehörte auch zu den umstrittenen Betrieben in der Region, die mit den Umgang von Werksarbeitern in die Kritik geraten sind. Dieser zum Teil unmenschliche Umgang mit Menschen aus Osteuropa war wirklich nicht mehr anzusehen. Fast alles Großbetriebe der Fleischbranche, haben hier Mitarbeiter beschäftigt, die mit 3,50 – 4,00 €/Stunde arbeiten mussten (oft noch weniger) Die Unterkünfte wurden dann völlig überteuert und in einem unbewohnbaren Zustand vermietet!  Der Druck aus der Gesellschaft, den Medien und vor allem der Kirchen (Prälat Peter Kossen sei hier genannt) haben Veränderungen hervorgerufen.
So kontrollieren die Landkreise Vechta und Cloppenburg jetzt die Werkswohnungen öfter. Es wurden Standards für die Wohnungen festgelegt. Die Firma Steinemann geht hier noch einen deutlichen Schritt weiter. Sie zahlen den Mindestlohn (8,50€) schon jetzt, obwohl noch 7,75€ möglich wäre. Von den 350 Mitarbeitern sind nur noch ganz wenige als Werksarbeiter beschäftig.
Steinemann hat in Steinfelds polnischen Partnerstadt Jastrowie junge Menschen die Ausbildung zum Fleischer angeboten. Die Praxis fand hier im Werk statt, die theoretische Ausbildung wurde in Polen vermittelt. So konnten 14 Mitarbeiter in einen festen Beruf geführt worden, die nun alle bei Steinemann fest eingestellt wurden. Ihnen wurden sogar moderne Wohnungen gestellt, jeweils zu 700.-€ im Monat – gezahlt vom Unternehmen!
Steinemann hat so als Unternehmer nicht nur Lippenbekenntnisse gemacht, sondern er hat gehandelt, er hat Verantwortung für die Menschen in seinem Unternehmen übernommen. Das ist der richtige Weg. Ich habe schon einmal darüber berichtet. Siehe hier. Den ganzen Beitrag lesen »

Lidia Miller ist 17 Jahre bei Freese

21. Januar 2015

Foto: Lidia Miller, so wie sie tausende von Kunden bei uns kennen!

Was hat Katharina II. (Katharina die Große *02.Mai 1729 – +17.Nov.1796) und unsere Lidia Miller (*03.09.1973) zu tun? Ohne die große russische Dame wäre Lidia nicht bei uns im Restaurant tätig. Lidia ist nun seit 17 Jahren (!) bei uns. Danke für die schöne gemeinsame Zeit.
Sie kommt gebürtig aus dem Wolgagebiet (Kamo), einem Gebiet, wo die russische Zarin den „Wolgadeutschen“ ein Gebiet gab. Von dort stammt Lidia Miller, deren Vorfahren aus dem Saarland stammen. Sie kam dann über ihren Bruder 1995 nach Visbek. Schnell bekam die sehr fleißige Dame Arbeit in Visbek. Am 20.Januar 1998 fing sie bei uns im Imbiss an. „Oh, eine Russin fängt bei Freese an!“ Das war sehr selten und auch “umstritten”, weil die Russen zu der Zeit noch nicht so stark in der Region waren.
Lidia war und ist immer noch eine sehr taffe Frau, die täglich gerne zu uns kommt. Sie hat eine Tochter und ist sehr lebensfroh und mit viel Liebe bei der Arbeit. Wir sind froh, dass „Katharina die Große“ den Weg so geebnet hat. Danke für die vergangenen 17 Jahre bei uns und ein Willkommen für die nächsten 17 Jahre!

Zehn Gründe, warum ich den Onlineshop eingestellt habe (Teil 2)

19. Januar 2015

Wenn Sie ein Buch in einem Onlineshop kaufen, ist das ein „Stückartikel“ und hat nichts mit Gewichtsangaben zu tun. Sie kaufen also ein Buch und noch 1224g Bücher… In einem Onlineshop kann jedoch nur nach „Stück“ verkauft werden und nicht nach Gewicht. Bei einer Dose Mocktutle Suppe ist der Fall klar, aber wenn ich 10 Stück Pinkel anbiete, dann kann es vorkommen, dass diese nicht wie angeboten 1000g wiegen, sondern 1080g! Diese Differenz bekommen wir nicht bezahlt. Verschicke ich weniger, also nur 960g geht das Telefon: „Es fehlen aber 40g Wurst!“
Auch wenn es wie hier nur „80g“ sind – in der Summe ergibt sich schnell ein größerer Fehlbetrag. Heute – ohne Shop – verschicken wir die Wurst nach dem tatsächlichen Gewicht.
Mein sechster Grund: Produkte mit Gewichtsangaben lassen sich nicht grammgenau abschätzen oder verschicken. Ich möchte meine Kunden nicht betrügen, da gebe lieber etwas mehr mit. Die Differenzen summen sich auf.

Es kam oft vor, dass man einen Onlineauftrag in mehren Paketen aufteilen musste (Glaskonserven, Kühlung etc.) Der Kunde kennt jedoch seine Bestellsumme oder hat die Summe vorab bezahlt.  Wenn ich also z.B. 3 Kartons anstatt einem bezahlten Karton verschicken muss, bleiben diese Mehrkosten bei uns. Es gibt zwar Onlineshops, die anhand der Bestellmengen die Paketanzahl erkennen, aber dass ist bei uns nicht möglich gewesen.
Die Kartongröße wurde schon so gewählt, dass wir unterschiedliche Modele für den Versand hatten. Es gibt aber eine Höchstgrenze für den Versand (liegt bei 31kg?) Wir haben aber festgestellt, dass Kartongrößen über 20kg sehr unpfleglich behandelt werden und meistens beschädigt beim Kunden ankommen.
Mein siebter Beweggrund: Die Versandkosten sind nicht fest greifbar und verursachen Mehrkosten.

Wir bekommen sehr oft Anfragen aus dem Ausland wie z.B.: USA, Schweiz, Spanien, Thailand oder Südamerika. Aber auch Österreich war oft als Bestellland dabei. Sie wollen gerne Lebensmittel / Konserven, Grünkohl oder Pinkel geschickt bekommen. Für den Versand in die USA kann ich nur sagen: keine Chance. Für die Schweiz haben wir den Versand wegen der Zollbestimmungen auch eingeschränkt möglich gemacht. (wurde vom Kunden meistens über eine Deutsche Adresse geschickt). Dubai war auch ein sehr beliebtes Kohlpinkelland. Hier ging der Versand über einen Deutschen Händler.
Der Versand nach Asien wurde nicht sehr oft angefragt. Fakt ist, dass wir immer Kunden hatten die es nicht verstanden haben, dass wir nichts in ihr Land verschicken wollen.
Meine achte Überlegung: A. Die Kosten für den europäischen Versand sind sehr hoch liegen oft über dem Wert des Inhalts B. Enttäuschte Neukunden aus dem Ausland.

Ein sehr kleiner Onlineshop lebt in der Regel von einem „Alleinstellungsmerkmal“ – also ein Artikel, den es anderswo nicht oder nicht so gut gibt. Diese Spezialitäten hatten wir mit dem Nagelholz, Mockturtle, der world-wide-wurst und den Grünkohlspezialitäten. Einiges stellen wir immer noch her. Der Versand dieser Leckereien läuft nach wie vor. Die Aufträge kommen über Telefon und per Mail bei uns an.  An einem neunen Zugpferd wird aber noch gearbeitet.
Der Grund Nr.9 – Ein echtes Zugpferd im Onlineshop war nicht mehr da.

Bei meinen Vorträgen spreche ich oft über Onlinehandel und den Shops. Man kann nur selten pauschal eine Empfehlung abgeben, weil jedes Unternehmen und jeder Anbieter eine andere Zielsetzung hat. Wenn ich der Lebensmittelbranche einige Anbieter sehe, die z.T. mit über 30.000 Artikel am Markt sind und diese ständig verfügbar haben, kann ich mit meinen 20 Produkten niemals dagegen halten (will ich auch gar nicht)! Die Logistik hinter so einem Anbieter ist für einen Kleinbetrieb nicht machbar.  Es kam vor, dass ein bestelltes Produkt gerade nicht mehr auf Lager war- Der Kunde hatte z.B. vier Artikel bestellt und eins davon fehlt nun. Für uns gab es zwei Möglichkeiten: Kunde anrufen und abklären was er möchte: Ware in zwei Teilen schicken (auf unsere Kosten) oder warten bis alles wieder auf Lager ist. Beides ist wie: „ein wenig schwanger!“
Kunden die Online etwas bestellen, wollen sofort (!) und möglichst schnell (!) die gewünschte Ware. Wartezeiten sind –wie in einem realen Shop – immer sehr nervig. (für beide Seiten).
Mein 10.Grund, den Shop einzustellen: Nicht immer habe ich alle Produkte sofort greifbar. Wir produzieren in kleinen Mengen. Es kann also vorkommen, dass Wartezeiten entstehen. Es kommt nicht oft vor, aber es passiert hin und wieder. Dieses „Hinhalten“ war mir oft peinlich.

Jetzt werden Sie bestimmt denken. „Warum hast Du nicht schon früher damit aufgehört?“ Wir haben ja nicht aufgehört! Der Versand läuft nach wie vor! Unsere Onlinestammkunden (fast alle!) bestellen jetzt telefonisch, per Mail oder Fax. (Wie bei einem ganz normalen Buffet-Auftrag) Mit der Zeit sind es einige tausend Onlinekunden geworden, die ich immer persönlich und mit viel Freude bediene! Dadurch habe ich fast keine Kunden verloren. Bei Anfragen mailen wir eine Warenliste, aus der unsere Spezialitäten ausgewählt werden können. Die Grünkohl-Fans sind sehr dankbare Kunden und freuen sich immer riesig auf die bestellte Ware.

Meine aufgeführten Beweggründe konnte ich zu einem Großteil ausräumen und abstellen. Der Beitrag dient auch in erster Linie zur Aufklärung, damit meine zahlreichen Internetkunden die Gründe verstehen. Ich komme mit der Schließung keinen Empfehlungen nach, die mir nahe gelegt wurden.
Für die, die mit dem Gedanken spielen das der Onlinehandel das „Heilmittel“ des Einzelhandels ist: Bitte schauen Sie sich in Ihrer Branche und Region genau um. Wer ist hier Marktführer, was wird angeboten und womit kann ich bei meinen Kunden punkten? „Neuland“ betreten bedeutet immer: Echte Pionierarbeit zu leisten die mit viel Herzblut und einen langem Atem ausgestattet sein muss.