Die Kommunikation hat eine bunte Zukunft

Auf dem 2. Internet-Marketing-Tag im Handwerk habe ich als Referent sehr viele interessante Menschen getroffen. In einem Programmpunkt wurde ich als der „älteste / erster Handwerks-Blogger“ vorgestellt und am Ende meines Vortrags kam die „jüngste Bloggerin im Handwerk“ dazu: Jessica Jörges. Ich kannte Jessica vorab nur aus dem Netz (Facebook und Ihrem Blog: „Bunte Zukunft“, auf dem Sie über Ihre Ausbildung im Maler und Lackierer-Handwerk schreibt) Sie sprach sehr erfrischend zu den zahlreichen Zuhörern. Nach der Veranstaltung haben wir uns noch lange über Blogs und Kommunikation unterhalten. Wir haben uns dann zu einem „Online-Interview“ verabredet. Mit meinem Interview möchte ich Ihnen Jessica Jörges und Ihr Blog vorstellen…

Frage: Hallo Jessica, wir durften uns in Frankfurt beim 2. Internet-Marketing-Tag im Handwerk kennen lernen. Zusammen waren wir als Blogger auf der Bühne neben Nina Ruge. Was war das für dich für ein Gefühl?
Jessica: Es war sehr spannend. Da ich sehr nervös bin wenn ich vor Leuten rede, waren meine Beine schon etwas zitterig, als ich vor so vielen Leuten sprechen  musste. Es hat mir aber sehr viel Spaß gemacht, meine Idee vorzustellen. Wenn das Publikum diese Gedanken teilt und applaudiert, ist das ein tolles Gefühl. Auch die Moderation bzw. das Gespräch mit Nina Ruge war sehr angenehm und ich habe mich auf der Bühne sehr wohl gefühlt. Du hast natürlich auch etwas dazu beigetragen, als du die netten Worte über mich und meinen Blog sagtest.

Frage: Du hast sehr erfrischend und offen gesprochen. Das spiegelt sich mit Deinem Blog sehr authentisch wieder. „Bunte Zukunft – es kommt auf dich an, wie bunt Dein Leben ist!“ Wie bist du auf diesen Titel gekommen?
Jessica: Bunte Zukunft leitet sich so ein bisschen aus dem Slogan unserer Firma  „Maler Schmidt – damit die Zukunft etwas bunter wird -„ ab.
Es sollte ein neutraler Name sein, der nicht nur das Maler- und Lackierer-Handwerk miteinbezieht, sondern sich offen gestaltet. Mein Ziel ist es, junge Leute für das Handwerk zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass im Handwerk Erfolg möglich ist. Es soll ein Blog sein, der junge Leute dazu bringt, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden.
Es kommt auf dich an, wie bunt Dein Leben ist – Dieser Slogan resultiert daraus, dass ich mich mit Motivationstraining und Erfolgsbüchern beschäftigt habe. Denn nur man selbst ist dafür verantwortlich, wie man sein Leben gestaltet. Erfahrungen, die ich in diesem Bereich gemacht habe, werde ich auch in meinem Blog aufnehmen.

Frage: Wir wurden als „ältester Handwerksblogger“ und die „jüngste Handwerksbloggerin“ vorgesellt. Hand aufs Herz: Hast du einen so alten Blogger erwartet? [lacht]
Jessica: Sagen wir es mal so ich wusste, wem ich begegne und dank Social-Media habe ich dich ja schon mal gesehen sozusagen. Volker Geyer hatte mir schon früh vom ältesten Blogger im Handwerk erzählt, aber ich dachte am Anfang nicht, dass es Blogger schon so lange gibt. Für mich waren das bis dahin immer 20-30-Jährige die ganz hip über Food, Style und Travel schreiben und sich meistens vegan ernähren. Nein Spaß, das ist natürlich nur ein Klischee. Ich finde es toll, was du machst und bewundere dich dafür, dass du schon so früh entdeckt hast, was man mit bloggen erreichen kann. Denn Leute lieben es, anderen Leuten beim „Leben“ zuzusehen oder mitzulesen und deshalb gibt es mittlerweile so viele viel gelesene Blogs (vielleicht gehört meiner ja auch mal dazu).

Frage: Du schreibst im Blog über den Weg Deine Lehre im Maler- und Lackiererhandwerk. Ich stelle mir Deinen Beruf immer sehr kreativ vor, immer neue Aufgaben und Du lernst täglich neue Menschen und deren Wohnungen kennen. Gibt es auch Dinge bei der Arbeit, die Du nichts so gerne magst?
Jessica: Es ist immer sehr spannend, wenn man die Tür in eine neue Wohnung aufgemacht bekommt. Ich selbst bin ein Fan vom schönen Wohnen und freue mich immer, neue Inspiration zu finden. In jedem Beruf gibt es natürlich Bereiche, die einem nicht so gut gefallen. Im Moment muss ich viel Tapete abmachen. Eigentlich keine schlimme Arbeit, aber auf Dauer etwas einseitig und wenn die Tapete nicht ab will auch mühselig. Leimfarbe abwaschen gehört auch nicht zu meinen Lieblingsaufgaben, aber das habe ich schon in meinem Blogbericht “Wette gewonnen“ geschrieben. Ansehen lohnt sich. Link
Aber vor jeder schönen, kreativen Technik muss halt auch die Vorbereitung gemacht werden.

Frage: Ich erinnere mich gerne an meine eigene Lehrzeit zum Fleischerberuf. Die Berufsschule war da immer zum „abhängen“ und mit anderen über deren Ausbildung sprechen? Was sagen Deine Klassenkameraden und Lehrer dazu, dass Du über die Ausbildung bloggst?
Jessica: Ehrlich gesagt wissen nur wenige aus meiner Klasse dass ich blogge. Ich bin zu der Klasse im 2. Lehrjahr da zugestoßen und wollte nicht direkt mich in den Mittelpunkt drängen zumal ich als Mädchen dazu noch mit Abitur eher die Ausnahme bin.

Frage: Wo machst Du Deine Ausbildung?
Jessica: Ich mache meine Ausbildung im elterlichen Betrieb in meiner Heimatstadt (Dreieich). Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschieden nicht außer Haus meine Ausbildung zu machen, was sicher auch viele Vorteile hätte. Die Ausbildung zu Hause  hat für mich die Vorteile, dass ich mir für meinen Blog die Zeit besser einteilen kann und auch Seminare und Fortbildungen so gestalten kann, wie ich es möchte. Dass mein Papa als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet wurde, ist natürlich auch ein Kriterium.

Frage: Darfst Du über alles aus Deinem Berufsalltag schreiben oder gibt es Einschränkungen vom Chef?
Jessica: Haha, also bis jetzt durfte ich alles schreiben, was ich schreiben wollte. Meine Eltern lesen netterweise immer die Berichte nochmal Korrektur, weil nichts ist schlimmer, als Beiträge, die Rechtschreibfehler enthalten. Und bis jetzt wurde noch nichts zensiert. Man sollte halt nicht über´s Unternehmen lästern, aber das habe ich nicht vor und wenn mir etwas nicht so Spaß macht, ist es halt so. Aber das kommt zum Glück nicht so häufig vor.

Frage: Hast Du schon Pläne, wie es nach der Ausbildung weitergeht? Es gibt ja schier unendliche Möglichkeiten, das Leben bunt zu gestalten – gerade in Deinem Handwerksberuf!
Jessica: Also ich habe auf jeden Fall vor, meinen Meister zu machen. Wo mich die Reise danach hin verschlägt weiß niemand…
Denn wie ich immer sage die Zukunft ist bunt!

Frage: Meine Leser/in auf „Essen kommen!“ erwarten immer etwas, dass mit Genuss, Essen und Ernährung zu tun haben. Kochst Du oft selber? – Verrätst Du uns dein Lieblingsessen?
Jessica: Auf den Baustellen muss es meist praktisch und schnell sein, deshalb bin ich ein großer Fan von Nudel-, Couscous- oder Kartoffelsalaten in jeglicher Art und Weise. Ansonsten koche ich auch sehr gerne. Ein Lieblingsgericht habe ich nicht, denn es gibt viel zu viele leckere Sachen. Dazu gehören Lasagne, Kürbissuppe und Chili con Carne alles nach Mamis Rezept.
Ich habe auch schon einmal darüber nachgedacht, Rezepte für die Baustelle in meinem Blog aufzunehmen. Vielleicht hast du ja eine Idee und ein leckeres Rezept für mich.

Ich bedanke mich für das Interview, liebe Jessica. Ich bin mir sicher, dass uns die Bühne des Handwerks noch einmal eine Begegnung verschaffen wird. Danke und „hol-di-munter!“ :-) [O-Ton Südoldenburg]

Eine Reaktion zu “Die Kommunikation hat eine bunte Zukunft”

  1. Greg

    Danke für den Artikel. Ich finde den echt interessant!

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