Koch aus Syrien macht sein Praktikum

Foto: Emad Ramadan kommt aus Syrien und macht ein Praktikum

Lesezeit: ca 2:30 Min. Vor einigen Wochen wurden wir von der katholischen Kirche Visbek angesprochen, ob wir einen syrischen Flüchtling als Koch Arbeit anbieten können. In der Gemeinde Visbek haben sich einige Menschen bereit erklärt, Flüchtlingen zu helfen. Sie fahren mit Ihnen zu den Behörden, helfen beim Deutschunterricht und unterstützen bei den vielen Fragen und Problemen die sich zwangsläufig auf einer Flucht ergeben.
Das funktioniert in der Gemeinde Visbek zwischen den Kirchen und der politischen Gemeinde sehr gut. Die Hilfsbereitschaft ist wirklich großartig.

In einem Vorgespräch zwischen dem Flüchtling, dem Helfer und uns wurden zunächst rechtliche und Gesundheitsaspekte besprochen. Diese wurden sehr schnell ausgeräumt, so dass ein Praktikum möglich ist. Gestern war nun der erste Arbeitstag des 37-jährigen Emad Ramadan aus Syrien. Er ist vor sieben Monaten nach Deutschland gekommen und hat im Sprachunterricht schon gut unsere Sprache gelernt. In Damaskus hat er in einem großen Hotel als Koch gearbeitet. Seine Frau und die vier Kinder leben noch im Großraum von Damaskus. Wenn es dort Strom gibt, besteht sogar die Möglichkeit mit Ihnen in Kontakt zu treten. Emad wird nun erst einmal für einige Wochen bei uns arbeiten. Er wohnt nur 400m (Luftlinie) von uns entfernt und kann uns bequem erreichen. Am ersten Tag wurde ein italienisches Buffet mit vielen Antipastisorten vorbereitet. Dabei lernt er die deutschen Begriffe der Speisen und wir die arabische Aussprache. Am Abend hatten wir dann eine Gruppe im Restaurant, die zum „Grützwurst u.- Punkebrotessen“ angemeldet waren. Diese regionale Wurstspezialität wird nicht einmal in Deutschland jeder kennen – und schon gar nicht in Syrien. Eine Übersetzung und Erklärung ist uns schwer gefallen – auch in englischer Sprache.
(Grützwurst im Ring wird mit Hafergrütze, gekochten Rind- u. Schweinefleisch, Kesselbrühe und ausgesuchten Gewürzen hergestellt. Gibt es nur in den Wintermonaten. Das Punkebrot wird mit Roggenschrot, gekochtem Schweinefleisch, Blut und Speck herstellt)

Beim Essen wurde natürlich über die Flüchtlingsproblematik gesprochen. Es wurde aber sehr positiv bewertet, dass wir uns für Menschen aus Syrien einsetzen. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zeit, von der vielleicht beide Seiten lernen können.

9 Reaktionen zu “Koch aus Syrien macht sein Praktikum”

  1. conny grote

    Wow, ich finde es super, das es so viele Menschen gibt, entgegen der landläufigen Meinung, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Nur so kann Integration funktionieren.
    BIG UP

  2. Ludger Freese

    Danke für Deine Zeilen, Conny. Ich finde auch, dass man nur mit “TUN” etwas verändern und bewegen kann.

  3. krassdaniel

    Ludger, mal wieder Respekt für dein aktives Tun und dein unternehmerisch verantwortungsvolles Handeln. Da könnten sich viele andere eine Scheibe von abschneiden!

  4. Ludger Freese

    Danke Dir für Deine Meinung. Zusammen mit meiner Frau haben wir das Thema “Flüchtlinge” -”Helfen” – “Verantwortung” und “Veränderung” besprochen. Wir haben da nicht lange überlegt. Helfen gehört zur Menschlichkeit und sollte selbstverständlich sein.

  5. Schlüsseldienst Essen

    Flüchtlinge die Arbeiten wolle ngefallen mir, echt super das er gerne Arbeiten möchte, es gibt mittlerweile so viele Flüchtlinge die nur kommen um Geld zu kassieren und Faul rum sitzen.

  6. Frank

    Das finde ich einmal Initiative zur Integrierung zeigen. Die meisten sehen die Flüchtlinge nur als Parasiten und bedenken gar nicht, dass es genau solche Menschen wie wir sind – nur aus einem anderen Land, die vielleicht sogar eine bessere Arbeitseinstellung besitzen als mancher Deutsche….

  7. Andreas

    Hallo,
    wieder eine sehr tolle action von Ihnen.Nur so kann Integration funktionieren.
    Wir brauchen mehrere Leute die sich für Flüchtlinge einsetzen.
    Helfen gehört zur Menschlichkeit !
    Ich wünsche ihnen viel glück,
    Andreas

  8. Franka

    Auch von mir ein dickes Lob für die Initiative die Sie zeigen. Schön finde ich, dass Emad in seinem Beruf arbeiten kann und nicht als Hilfsarbeiter eingestellt wird, weil er seinen Beruf ja nicht in “Deutschland” gelernt hat.

  9. Thomas

    Respekt. Das ist wirklich ein vorbildliches Handeln. Wäre schön, wenn mehr Bürger so denken würden. Man denke an unsere Geschichte zurück.

Einen Kommentar schreiben