Murphys Gesetz oder es geht um die Wurst

Foto: Wo stecken die Kartons – viel Nebel – wenig Wurst!

Murphys Gesetz heißt in der bekannten Form: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Diese Lebensweisheit stammt vom Edward A.Murphy und schildert das menschliche Versagen und die Fehlerquellen im komplexen System.
Wir hatten nun einen Onlineauftrag, bei der eine Verkettung aller möglichen und schier undenklichen Zusammenhänge zusammen getroffen ist. Ein sehr guter Freud unseres Hauses – ich nennen ihn hier einfach einmal Michael – hat vor Wochen schon einen Auftrag angekündigt und wenig später auch aufgegeben. Er wohnt mit seiner Familie im Großraum Stuttgart und besucht uns sehr oft. Nun hat Michael schon öfter bei uns bestellt und was soll ich schreiben: fast immer schlichen sich kleine Pannen und Fehler in seine Bestellungen ein. Das konnte aber immer erklärt oder einfach wieder gut gemacht werden. Gottlob passiert das nur sehr selten bei uns!
Beim jüngsten Auftrag ging gleich alles daneben und das gleich mehrfach… Michael hatte einige Freunde zu sich eingeladen und wollte zusammen die „Affinität zu norddeutschen Küche“ feiern. Natürlich musste es Grünkohl & Pinkel sein, was auch bestellt wurde. Sein Auftrag wurde auf Termin gelegt. Am Mittwoch sollte das Paket abgeschickt werden, damit es auch rechtzeitig mit etwas Vorlauf eintrifft. An diesem Tag war ich zu einem Vortrag in Frankfurt eingeladen – aber die Kommissionierung der Ware macht eh eine gute Mitarbeiterin bei uns. Das Paket ging also pünktlich raus.
Jetzt beginnt die Odyssee…
Michael rief mich am Donnerstag an: „Gib mir doch mal die Sendungserkennung der DHL, damit ich sehen kann wann das Paket eintrifft!“ Wenige Stunden später eine erneute Nachricht: „Waren das mehrere Pakete? Hier ist nur ein Paket eingetroffen. Darin ist aber kein Grünkohl!“ Michael hatte 18 Artikel bestellt und nur 3 Artikel waren verschickt worden. Ich konnte die Anfrage erst nach einigen Rückfragen beantworten. Die Mitarbeiterin hatte bei dem schriftlichen Auftrag alle anderen Punkte übersehen (!) und nicht verschickt!
Es war Donnerstagnachmittag…die Paketwagen für diesen Tag waren alle weg. Zudem stellten wir fest, dass auf der Rechnung ein Artikel mit 2 kg berechnet wurde aber nur 1 kg davon im Paket war und zwei Artikel nachgeliefert werden sollten, weil sie noch nicht produziert waren. (das wurde auch so mitgeteilt) Einige Facebook-Nachrichten gingen hin und her. Was machen? Es gab ernsthafte Überlegungen die Waren persönlich zum Kunden zu fahren…Michael wollte sie abholen kommen…einen Kurierdienst schicken, usw. Alles richtig blöd, weil über 600 km dazwischen liegen!
Wir haben die Ware am Freitag gepackt und dann per „DHL Express“ nachgeschickt. Bei der Post konnte das Paket nicht verschickt werden, weil niemand die Adresse aufgetragen hatte und ich sie nicht kannte.  Ein Anruf in der Firma brachte keine Aufklärung. Zudem war das Paket mit 28 kg viel zu schwer… Alles zurück in die Firma und neu verpacken. Erneut zur Post und drei „Express-Pakete“ aufgegeben mit dem Auftrag: 1.Es muss vor 9 Uhr beim Kunden sein [da diese am Mittag davon essen wollen] und 2. Die Zustellung am Samstag [kostet extra]. Die Pakete gingen raus – die Versandkosten von 185,00 € waren mir egal – ich wollte einen zufriedenen Kunden!
Michael bekam eine Entschuldigung von uns und den Hinweis, dass das Paket am Samstag bis 9 Uhr eintreffen wird. Das Grünkohlessen war gerettet. Einige „Entschuldigungen“ in fester- u. flüssiger Form wurden von uns ins Paket gelegt. Michael erkundigt sich am Freitagabend nach den Sendungsdaten, damit er das Paket verfolgen kann. Die Nummer passte nicht ins DHL-System! Seltsam! Vielleicht hat das mit der Samstagzustellung zu tun. Der Samstag kam und gegen 9:15 Uhr kommt eine Facebook Nachricht: „Kennst Du das Gefühl wenn du auf ein überfälliges Paket wartest?“Murphy’s Law” … Oh je! Das klingt nicht gut! Warten…vielleicht kommt die Zustellung später wegen Nebel… Michael hatte zwischenzeitlich bei DHL angerufen und sich nach den Paketen erkundigt. Die Antworten:  das 1. Paket ist gar nicht im System zu sehen. das 2. Paket ist zu erkennen aber sie wissen nicht wo es sich befindet und das 3. Paket ist verschwunden! Tolle Wurst!
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn ich weiß noch nicht, warum die Zustellung nicht klappte, wo die Pakete geblieben sind, was Michael und seine Gäste gegessen haben, wann nun die Pakete wo ankommen, wer den Schaden trägt und wie ich meinen (zu Recht) verärgerten Kunden zufrieden stelle.
Es arbeiten überall nur Menschen und jeder macht Fehler, jeder ist um zufriedene Kunden bemüht, aber wenn bei einem Auftrag gleich eine ganze „Hundertschaft“ Fehler macht, dann fehlen mir – und auch dem Michael – die Worte! Tausendmal Entschuldigung, lieber Michael. Ich gehe erst einmal raus und schreie laut!

6 Reaktionen zu “Murphys Gesetz oder es geht um die Wurst”

  1. Michael (Bautied)

    Lieber Ludger, irgendwie kommt mir das so bekannt vor. Könnte auch sagen, dass es mich doch sehr beruhigt, dachte ich doch, dass so etwas nur bei uns vorkommt.

  2. STIP

    Mensch Ludger, da ist aber auch alles zusammengekommen. Gibt’s noch irgendein Happy End?

  3. sten höhl

    moin ludger,

    mir ist gerade etwas ähnliches passiert, doch durch “murphys gesetz” kam kunde zur entscheidung: “ihren laden betrete ich nie wieder…”

    hiermit reiche ich dir offiziell die hand, habe auch darüber gebloggt. hat mir ein wenig über die schmerzen hinweg geholfen. trotzdem, ich bleibe dabei, solche dinge dürfen einfach nicht sein…

    mfg
    sten

  4. Mike

    Wenn’s kommt, kommt’s dicke. Dass die DHL die Pakete nicht findet, ist schon der Hammer. Nachdem bei mir mehrere Pakete verschwunden waren, eins geöffnet und ein Teil des Inhalts entnommen worden war, des Öfteren Pakete beschädigt wurden, habe ich den Versender gewechselt. Ich verschicke seit drei Jahren mit UPS: hatte noch nei einen Schaden, kein Paket ist verschwunden, Auslieferung und Sendungsverfolgung klappen perfekt.

  5. Doris

    Ich gebe trotzdem gleich eine Bestellung auf. Bei mir muss es ja nicht zu einem bestimmten Termin da sein. Und dir, lieber Ludger, wünsche ich, dass dein Kunde nicht nachtragend ist. Shit happens ;)

  6. Simone

    Ähnliches passiert auch mir ab und an. Adresse unlesbar, Empfängeranschrift existiert nicht und die ganzen anderen Problemchen.

    Mmhhh…, naja man muss dann einfach alles geben um den Kunden letztendlich doch noch zufrieden zu stellen, was mir auch den meisten Fällen gelungen ist.

    Fehler sind menschlich und bekanntlicherweise lernt man ja aus ihnen!

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